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Goldene Ehrennadel des Musikbunds für Hans Zillner

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Seit 40 Jahren bläst Hans Zillner (links) die Tuba in der Blaskapelle Traunwalchen. Dafür wurde er beim traditionellen Konzert in der Aula der Carl-Orff-Grundschule mit der Goldenen Ehrennadel des Musikbundes Chiem- und Rupertigau ausgezeichnet. Die Ehrung nahm der Bezirksvorsitzende Thomas Egger vor. (Foto: Rasch)

Traunreut – Nichts eingebüßt von seiner Anziehungskraft hat das Konzert der Blaskapelle Traunwalchen. Gut gestimmt und bestens gelaunt erwiesen Freunde und Liebhaber sowie Ehrengäste den beiden Kapellen in   der voll besetzten Aula der Carl-Orff-Grundschule Traunwalchen die Ehre und ließen sich von echter Blasmusik mit Herz und Anspruch verzaubern. Nach der 40-jährigen Ära von Georg Angerer hat auch der Dirigentenwechsel nahtlos geklappt. Der langjährige Musikmeister, der vergangenes Jahr seinen Dirigentenstab an Manfred Berger übergeben hatte, stellte seinem Nachfolger ein gutes Zeugnis aus: »Man merkt, dass diszipliniert gearbeitet wird«, gratulierte er dem »Wast«, so Bergers Spitzname.


In der Tat hatte der neue Musikmeister und Dirigent der Blaskapelle und der Jugendkapelle ein abwechslungsreiches und kurzweiliges Repertoire aus Märschen, Klassik und modernen Rhythmen zusammengestellt. Mit unvergleichlichem Humor verstand es auch Flügelhornist Hans Jakob Lauber, als Ansager alles Wissenswerte über die Komponisten zum Besten zu geben.

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Den musikalischen Auftakt in unterhaltsame Stunden bestritt die Jugendblaskapelle. Es macht einfach Freude, den sogenannten »Gelbhemden«, die sichtlich Spaß am Spielen haben und dies auch hervorragend meisterten, zuzuhören. Einige davon haben bereits ihre gelben T-Shirts gegen die offizielle Spieltracht ausgetauscht und sitzen in der zweiten Generation in der Blaskapelle. Mit dem bekannten Marsch »Ruetz« des österreichischen Blasmusikkomponisten Erwin Trojan stimmten die Jungmusiker auf einen konzertanten Abend ein. Darauf folgten der Song »Happy«, von Pharrell Williams und der nicht minder rhythmisch ansteckende Song »Puttin' on the Ritz« aus dem gleichnamigen Film.

Unter Applaus und Bravorufen gaben die Jungmusikanten die Bühne frei für die Blaskapelle. Diese legte mit einem Klassiker der Musikliteratur, dem Marsch »Washington Grays« von Claudio Grafulla los und gab dabei auch gleich einen Hinweis auf das hohe Leistungsniveau. Darauf folgte das anmutende Andante, eine wunderschöne Bearbeitung für Blasorchester von Will van der Beek, aus der Roma-Suite von George Bizet. Als Solisten in dem schmissigen Stück »Klingende Polka« des slowakischen Komponisten Adam Hudec brillierten Erwin Peteranderl, Andi Blank, Helmut Neuhauser und Johann Schwarzenböck vom Tenorhorn- und Bariton-Register. Oscar-verdächtig war auch die hoch emotionale und actiongeladene Filmmusik aus »Backdraft«, für die der deutsche Hollywood-Komponist Hans Zimmer den Musik Award erhielt. Mit dem Erzherzog-Albrecht-Marsch verabschiedete sich das Blasorchester in die Pause.

Das allseits bekannte Thema aus der Actionfilmreihe »Mission Impossible« kommt einfach in jeder Besetzung gut rüber. Die Blaskapelle halbierte dafür ihre Besetzung und formierte sich als Big-Band mit E-Gitarre, E-Bass und Keyboard. An dem offiziellen Soundtrack fand nicht nur die Band mit den Solisten Markus (Trompete) und Lukas (Saxophon«) Baumgartner gefallen, sondern auch das Publikum.

Seine musikalische Visitenkarte als Tubist gab der Vorstand der Blaskapelle Traunwalchen, Hans Zillner, beim Stück »Tubistenscherz« ab. Mit unbeschreiblicher Leichtigkeit entlockte er der Tuba tiefe und hohe Töne, dazu noch mit einer atemberaubenden Geschwindigkeit. Aber nicht nur dafür wurde Zillner gefeiert. Der Bezirksvorsitzende des Musikbundes Chiem- und Rupertigau, Thomas Egger, zeichnete ihn mit der Ehrennadel in Gold aus. Hans Zillner gilt als Urgestein der Traunwalchner Blaskapelle und spielt seit 40 Jahren die Tuba. Eine weitere Auszeichnung, das Musikleistungsabzeichen in Bronze, überreichte der Musikbund-Bezirksvorsitzende an den Schlagzeuger Korbinian Zunhammer. Egger lobte auch das hohe Niveau der Blaskappelle: »Der Musikbund ist stolz darauf, so eine grimmige Blaskapelle in seinen Reihen zu haben.«

Weiter ging es im Programm mit dem Maxglaner Zigeunermarsch von Tobi Reiser und der »Böhmischen Liebe« von Mathias Rauch. Bei dieser romantischen Polka bewiesen Walter Neuhauser (Flügelhorn) und Anna Imhof (Klarinette) auch ihre Gesangskünste. Bevor die musikalische Reise offiziell mit dem Konzertwerk »Glasnost« von Dizzy Stratford, das die Geburt des neuen Russland in der Zeit von Michail Gorbatschow symbolisiert, zu Ende ging, durfte Georg Angerer einen seiner Lieblingsmärsche dirigieren. Mit dem gemeinsam gespielten Auftaktmarsch »Ruetz« verabschiedeten sich die Kapellen unter lang anhaltendem Applaus. Dem imposanten Klangkörper folgte noch eine Marsch-Zugabe der Blaskapelle. ga