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Gleich nach dem Frühstück geht's in den Garten

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Alois Dorfhuber aus Traunwalchen feiert heute 90. Geburtstag. Der Jubilar hat nur einen Wunsch, nämlich gesund zu bleiben, um noch lange in seinem geliebten Garten werkeln zu können. (Foto: Rasch)

Traunreut – Trotz einer harten Kindheit und Jugend spricht Alois Dorfhuber aus Traunwalchen, der am heutigen Samstag 90 Jahre alt wird, von einem zufriedenen Leben. »Mit der Zeit ist es immer besser geworden. Ich habe eine schöne Familie und mir geht es gut.«


Bis vor ein paar Jahren war er noch viel mit dem Fahrrad unterwegs: »Das hält jung«, bestätigte er im Gespräch mit dem Traunsteiner Tagblatt. Für seinen Lebensabend wünscht er sich, gesund zu bleiben, um noch lange in seinem geliebten Garten werkeln zu können.

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Früher, so erzählt er, sei er noch viel mit dem Radl gefahren. »Aber des darf i jetzt nimma«, scherzt er. So ist in den vergangenen Jahren der Garten zu seinem Lebensinhalt geworden. Der Garten ist sein Auf und Nieder, bestätigt auch seine Familie. Gleich nach dem Frühstück zieht es ihn hinaus in seinen gepflegten Garten. Gerade jetzt nach der Hitzeperiode gibt es »immer was zu tun.«

Er musste in der Schmiede der Eltern mithelfen

Geboren und aufgewachsen ist Alois Dorfhuber auf dem elterlichen Anwesen beim »Schmied z'Brünning«. Als fünftes von elf Geschwistern musste er schon früh in der elterlichen Schmiede mithelfen. »Mein Vater hatte mich in der achten Klasse aus der Schule genommen, weil er mich in der Schmiede gebraucht hat.« Für die damaligen Verhältnisse sei das gar nicht so unüblich gewesen. »Wir mussten von sechs Uhr in der Früh bis sechs Uhr abends arbeiten.« Die Schmiedelehre hat er dann im elterlichen Betrieb absolviert, die er Ende 1944 mit der Gesellenprüfung abschloss. Im gleichen Jahr, am 6. Dezember, wurde er zum Arbeitsdienst eingezogen und nach zwei Monaten ereilte ihn ein Stellungsbefehl nach Augsburg.

Die Erinnerungen an die letzten Kriegsjahre, die er als junger Bursch miterleben musste, quälen ihn noch heute und es fällt ihm sichtlich schwer, darüber zu sprechen. Nach einer abenteuerlichen Heimreise, geplagt von Hunger und Durst, kam er völlig entkräftet nach Hause. »Ich habe ein paar Tage geschlafen«, erinnert er sich. In Kammer hat er seine spätere Frau Elfriede, geborene Helmberger, kennengelernt, mit der er seit 64 Jahren verheiratet ist. Die beiden haben vier gemeinsame Kinder, zwei Töchter und zwei Söhne. Mittlerweile ist die Familie um acht Enkelkinder und vier Urenkel angewachsen.

1955 ging es von Kammer nach Traunwalchen

Bis zu seiner Heirat 1954 hatte er noch im elterlichen Betrieb mitgearbeitet. 1955 zog er mit seiner Frau von Kammer nach Traunwalchen und baute dort für seine Familie ein Haus. Bis zu seiner Pensionierung arbeitete er bei der Firma Siemens, im heutigen BSH-Hausgerätewerk Traunreut.

Im Ruhestand nutzte er sein handwerkliches Geschick als gelernter Schmied und später als Hobbyschreiner. Die kleine Werkstatt, die er sich eingerichtet hat, gibt es heute noch. »Ich weiß gar nicht, wie viele Betten und Schränke ich für meine Familie angefertigt habe.«

Neben diesem Hobby hat er auch gerne gekegelt. »Ich habe mit meiner Clique 40 Jahre gekegelt.« Als Mitglied unterstützt er seit vielen Jahren den örtlichen Männerverein, den Trachtenverein und die Blaskapelle Traunwalchen. ga