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Für und wider Boardinghaus: Massive Einwände von Anliegern

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Ist dieses Grundstück am Keplerweg in Traunreut die richtige Adresse für ein Boardinghaus-Projekt? Die Mehrheit im Bauausschuss spricht sich dafür aus. Viele Anlieger sind dagegen. (Foto: Rasch)

Traunreut – »Es passt nicht da rein«. Mit dieser Aussage bekräftigte Stadtrat Günther Dzial (SPD) in der jüngsten Sitzung des Traunreuter Bauausschusses seine Meinung, dass der Keplerweg in Traunreut für das geplante Boarding-House-Projekt die falsche Adresse ist.


Angesichts der massiven Proteste der Anlieger, die zur Bebauungsplanänderung eingegangen und behandelt wurden, erklärte Dzial: »Wir sollten schon schauen, dass der Bürger einigermaßen zufrieden ist.« Deshalb müsse im Vorfeld überprüft werden, ob das Grundstück für ein solches Projekt auch geeignet sei.

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Mit seiner Meinung stand Dzial nicht alleine da. Für Josef Winkler (Bürgerliste) stellte sich die Frage: »Ordnen wir uns den Wünschen des Betreibers unter oder nicht?« So ein Projekt gehöre in den Muna-Park und das Grundstück im Keplerweg sollte für ganz normale Wohnungen genutzt werden. Auch er plädierte dafür, das Verfahren einzustellen.

Gegen den Vorschlag der Verwaltung, den Änderungsantrag zugunsten des geplanten Projekts als Satzung zu verabschieden, stimmte auch Hans Kneffel. Die große Mehrheit des Bauausschusses (9:3) sprach sich jedoch dafür aus. Jetzt liegt es am Stadtrat, der über die Empfehlung des Bauausschusses am Donnerstag um 16.15 Uhr entscheiden wird.

Wie mehrfach berichtet, hat der Standort des geplanten Projekts inmitten eines Wohngebiets bei den Anliegern massive Proteste ausgelöst. Sie befürchten, dass durch die vier geplanten Häuser mit insgesamt 20 Appartements und 32 Stellplätzen – davon 24 in einer Tiefgarage – der Charakter einer der ältesten Siedlungen mit einer gewachsenen Struktur nachhaltig gestört werden könnte. Sie befürchten ein erhöhtes Verkehrsaufkommen in der ohnehin schon beengten Straße.

In einem ersten Schritt hatten die Anlieger Einspruch gegen eine Bebauungsplanänderung eingelegt und die Genehmigungsfähigkeit eines Boardinghauses in einem allgemeinen Wohngebiet in Frage gestellt. Die Traunreuter Stadtverwaltung hatte das von einem Rechtsanwalt prüfen lassen. Demnach sei ein Boardinghaus, das für Mitarbeiter von Firmen für eine bestimmte Zeit vermietet werden soll, in einem allgemeinen Wohngebiet prinzipiell möglich, weil eine wohnartige Nutzung im Vordergrund stehe. Die große Mehrheit im Stadtrat hatte diese rechtliche Würdigung überzeugt, sodass dem laufenden Verfahren »Grünes Licht« erteilt wurde.

Im Rahmen der Behandlung der sogenannten Träger öffentlicher Belange, hatten die Anlieger ihre Bedenken bekräftigt. Zahlreiche Einsprüche mit mehrseitigen Erläuterungen von unmittelbaren und angrenzenden Anliegern gingen in der Stadtverwaltung ein. Einige Familien ließen sich juristisch vertreten.

Die rechtlichen und praktischen Argumente, die aus Sicht der Anlieger gegen das Vorhaben sprächen, konnten – mit Ausnahme einer noch detaillierten Betriebsbeschreibung (Betreiber-Konzept), die noch vorgelegt werde muss – von der Verwaltung widerlegt werden. ga