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Für Frühchen gibt es kaum Passendes

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Daniela Gehmacher (links) aus Traunwalchen und ihre Mitstreiterin Andrea Brunnhuber aus Ampfing organisieren als Mitglieder des Vereins »Herzenssache – Nähen für Sternchen und Frühchen« die Nähtreffs in der Region. (Foto: Rasch)

Traunreut – Der Näh-Treff des Vereins »Herzenssache – Nähen für Sternchen und Frühchen« im Traunwalchner Pfarrheim war ein großer Erfolg. 21 Frauen aus Traunwalchen und Umgebung haben über 140 Kleidungsstücke für Kinder, die zu früh geboren sind und Sternenkinder, die leider den Kampf ums Überleben verloren haben, genäht und gehäkelt.


Die Mini-Bodys, Strampler, Söckchen und Decken werden jetzt an Kliniken und Bestatter in ganz Deutschland gespendet. Die Organisatorin Daniela Gehmacher ist selbst eine begeisterte Näherin. Seit einem Jahr ist sie Mitglied im Verein »Herzenssache – Nähen für Sternchen und Frühchen« und hat den »Traunwalchen-Treff« ins Leben gerufen. »Dass sich so viele freiwillige Näherinnen an der Aktion beteiligt haben, freut mich total«, betont sie im Gespräch mit dem Traunsteiner Tagblatt.

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Für Frühchen gibt es kaum passende Kleidung. Die kleinste Kleidung ab Größe 50 ist immer noch viel zu groß für die kleinen Kämpfer. Für Eltern von Frühchen erleichtere es die Situation, wenn ihr Baby im Inkubator kleine, bunte passende Kleidung trage, ist Daniela Gehmacher überzeugt. »Es hilft ihnen, Berührungsängste abzubauen und gibt ihnen ein Stück Normalität.«

Auch für sogenannte Sternenkinder, die im Mutterleib oder kurz nach der Geburt versterben, gibt es keine passende Kleidung. Sternenkinder müssen teilweise nackt beerdigt werden. Eltern, die sich in dieser schweren Phase befinden, haben verständlicher Weise keine Zeit und Energie, sich auf die Suche nach passender Kleidung oder Decken zu machen, weshalb freiwillige unermüdliche Näherinnen die Krankenhäuser mit diesen winzigen Sachen versorgen. Den Eltern bleiben meist nur wenige Stunden Zeit mit ihrem verstorbenen Baby. »Deshalb ist es uns auch wichtig, ihnen greifbare Erinnerungsstücke zu geben, die bleiben«, sagt Daniela Gehmacher. Passend zu der Bekleidung oder den Einschlagdecken entstehen kleine Erinnerungsherzen aus dem gleichen Stoff, Karten für einen Hand- oder Fußabdruck, Perlenengel oder gestaltete Kerzen.

Nach Angaben von Gehmacher werden die gefertigten Stücke inzwischen an über 80 Kliniken und auch an Bestatter gespendet. Auch in der Region werden regelmäßig die Neugeborenen-Intensivstationen der Kliniken in Altötting und Traunstein unterstützt. ga