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Das innerstädtische Fernwärmenetz in Traunreut wurde in den letzten Jahren Schritt für Schritt ausgebaut. Das Abrechnungssystem für die Fernwärmekunden in Traunreut soll ab dem kommenden Jahr geändert werden: Laut einstimmiger Empfehlung des Werkausschusses sollen die Gebühren einheitlich zum 1. Januar eines Jahres anstatt wie bisher zum 1. April angepasst werden. (Archivfoto: Rasch)

Fernwärmegebühren werden angepasst

Traunreut – Die Fernwärmegebühren sollen künftig einheitlich zum 1. Januar eines Jahres anstatt wie bisher zum 1. April angepasst werden. Darauf hat sich der Werkausschuss auf Anregung der Stadtwerke verständigt. Die Umstellung habe nach Angaben des Leiters der Traunreuter Stadtwerke, Frank Wachsmuth, keine Auswirkungen auf die Fernwärmekunden und für die Stadtwerke sei es verwaltungstechnisch eine riesen Entlastung. Die einstimmige Empfehlung, die, wie zweiter Bürgermeister Reinhold Schroll (CSU) ausdrücklich betonte, keine Gebührenerhöhung, sondern lediglich eine Umstellung des Abrechnungssystems bedeute, muss noch vom Stadtrat genehmigt werden.


Nach Angaben der Stadtwerke sei in der letzten Änderung der Beitrags- und Gebührensatzung zur Fernwärmeabgabesatzung, die zum 1. Januar 2019 in Kraft getreten sei, der Preisanpassungszyklus bei den Arbeitspreisen beziehungsweise Verbrauchsgebühren dem der Grund- und Messpreise bzw. Gebühren auf einmal jährlich jeweils zum 1. April eines jeden Jahres angeglichen worden. Die bis dahin erfolgte vierteljährliche Preisanpassung der Arbeitspreise beziehungsweise Verbrauchsgebühren habe weder Vorteile noch Nachteile sowohl für die Fernwärmekunden als auch für die Stadtwerke im Vergleich zur gewichteten jährlichen Anpassung gebracht.

Deshalb hatten die Stadtwerke vorgeschlagen, ab 1. Januar 2023 alle Preisbestandteile der Fernwärmegebühren, also die Arbeitspreise beziehungsweise Verbrauchsgebühren ebenso wie die Grund- und Messpreise beziehungsweise Gebühren einheitlich zum 1. Januar eines Jahres anstatt wie bisher zum 1. April eines Jahres anzupassen. Durch die Änderung werde auch die Rechnung für die Kunden übersichtlicher, da dann für das Abrechnungsjahr das Kalenderjahr mit einem einzigen Preissystem gelte. Auch werde die Änderung weder auf der Kunden- noch auf der Stadtwerkeseite wesentliche Preisnach- oder -vorteile nach sich ziehen, da die Preise und Gebühren aufgrund der zu Grunde liegenden Preisgleitklauseln nicht stark schwanken würden.

Einverstanden erklärte sich der Werkausschuss auch damit, dass die Stadtwerke nur noch die Buchhaltungssoftware DATEV nutzen und die Jahresabrechnungen auch in DATEV durchzuführen. Derzeit nutzen die Stadtwerke das sogenannte IS-Abrechnungssystem für die Kundenabrechnungen in den Sparten Fernwärme und Wasser sowie DATEV für die Buchhaltung.

Die Wärme in Traunreut wird zum größten Teil aus regenerativen Energiequellen erzeugt. Die Stadtwerke beziehen ihre Fernwärme von der Geothermieanlage in Traunreut, die von der Geothermischen Kraftwerksgesellschaft Traunreut mbH betrieben wird, sowie von einem Biomasse-Heiz- und Heizkraftwerk der Steag New Energies. Für die Abdeckung der Spitzenlast und Redundanz werden in der Stadt mehrere ölbefeuerte Heizwerke betrieben.

Über das innerstädtische Fernwärmenetz werden Wohnblöcke, Schulen, Werkstätten, öffentliche Gebäude, Ein- und Zweifamilienhäuser, die Industrie, das Handwerk sowie das Frei- und Hallenbad mit Wärme versorgt. Der Energiemix lag 2021 bei über 60 Prozent Geothermie, 20 Prozent Erdgas, 13 Prozent Biomasse und drei Prozent Heizöl.

ga

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