Emma Knall feierte ihren 100. Geburtstag

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Emma Knall bekam anlässlich ihres 100. Geburtstagsviele Blumen geschenkt. (Foto: Mix)

Traunreut – Einen ganz besonderen Geburtstag feierte Emma Knall aus Traunreut. Sie wurde 100 Jahre alt. Dieses hohe Alter sieht man der eleganten Dame nicht an und sie sagt selber: »Ich fass' es gar nicht und fühl' mich überhaupt nicht so alt.«


Geboren wurde die Jubilarin am 7. September 1921 in der Stadt Medias in Siebenbürgen. Als junges Mädchen besuchte sie die Handelsschule und half in der Firma ihres Vaters mit, der Kunsteis und Sodawasser herstellte und eine Bierabfüllanlage betrieb. 1939 heiratete sie ihren Mann Hans, der aber schon kurze Zeit später als rumänischer Soldat in den Krieg ziehen musste und sie zunächst allein zurückließ.

»Der Mensch hält viel aus«

Während der Kriegsjahre arbeitete Emma Knall ehrenamtlich im Krankenhaus ihrer Heimatstadt und kümmerte sich dann auch um ihre jüngeren Geschwister, Zwillinge, nachdem die Eltern früh verstarben. Als eines der schlimmsten Ereignisse in ihrem Leben erinnert sich die 100-Jährige noch sehr gut an die Deportation nach Russland, wo sie schwere körperliche Arbeit verrichten musste. »Der Mensch hält viel aus, wenn er muss«, lautet ihr Resümee aus diesen harten Jahren. Aus der Zeit in Russland kennt sie auch ihren Landsmann, den Traunreuter Julius Wachsmann. Er war ebenfalls deportiert worden, landete mit ihr zusammen aus Russland zurückkehrend zunächst in der damaligen DDR und ist ihr seither ein guter Freund.

Von dort schlug sich Emma Knall nach Bayern durch und traf in Ruhpolding wieder mit ihrem Mann zusammen, der inzwischen aus Kriegsgefangenschaft entlassen war. In dem bayerischen Dorf erlebte das Paar einige sehr schöne Jahre. Sie hatten eine Wohnung bei einem Bauern, den sie gerne bei der Arbeit unterstützten. Sogar melken lernte die junge Frau. Aus ihren Erzählungen wird deutlich, wie wohl sie sich damals in Ruhpolding fühlte. Immer wieder betont sie: »Wir hatten es sehr gut dort, es war eine schöne Zeit.« Hans Knall war gelernter Kaufmann und Handelsreisender und machte sich schließlich selbstständig. Das Paar, das leider kinderlos blieb, zog nach Neubiberg bei München und die Frau unterstützte ihren Gatten bei der Büroarbeit. Beide verreisten gerne und fuhren 40 Jahre lang immer nach Ungarn zur Kur. Ihr ganzes Leben und auch noch heute legt Emma Knall großen Wert auf gute Manieren und schicke Kleidung. Sie erzählt, dass ihr Mann immer sagte, sie könne ruhig alles an Kleidung kaufen, was sie wolle. Aber wenn es ihm nicht gefalle, dann müsse sie es zurückgeben. »Es hat ihm aber immer gefallen und ich musste nie etwas zurückgeben.«

Ihr Mann wurde 102 Jahre alt

Hans Knall starb 2014 im hohen Alter von 102 Jahren und seine Witwe blieb zunächst alleine im Haus in Neubiberg. Nach einer Krankheit beschloss sie jedoch 2016, in ein Pflegeheim überzusiedeln und entschied sich für das Pur Vital in Traunreut, weil ihre Nichte in der Stadt lebt, die nun für Besuche nicht mehr so weit fahren muss.

Die rüstige Seniorin macht auch im Pflegeheim noch alles selber, benötigt keine Hilfe beim Anziehen, richtet ihr Bett selber, nimmt an den angebotenen Aktivitäten wie Sport und Singen teil und ist immer gut angezogen. Sie liebt es, wenn ihre Nichte mit ihr einkaufen geht, und ebenso, wenn sie einen doppelten Espresso mit einem Stück Torte genießen kann. Gesundheitlich ist die 100-Jährige erstaunlich gut beieinander, nur mit dem Hören und Sehen hat sie zunehmend Schwierigkeiten. Zu ihrem Geburtstag gratulierte telefonisch auch Bürgermeister Dangschat.

mix


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