Ehering nach 35 Jahren bei Bachauskehr »aufgetaucht«

Traunreut: Ehering nach 35 Jahren bei Bachauskehr »aufgetaucht«
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Nach 35 Jahren ist der Ehering wieder zurück bei seinem ursprünglichen Besitzer.

Traunreut – Josef Sieber und seine Frau Resi sind seit fast 49 Jahren verheiratet. In den letzten 35 Jahren trug allerdings nur sie einen Ehering, der von ihrem Gatten war verschwunden. Bis zur Bachauskehr in dieser Woche.


Die Bachauskehr am Hörpoldinger Mühlbach ist vor allem für die Jugend immer ein großes Ereignis, bei dem sie nicht fehlen darf. Auch die Enkel von Josef Sieber, der direkt neben dem Bach wohnt, und ein Freund von ihnen, Matthias Sojer aus Burgberg, waren mit Eifer dabei. Sie halfen, den Bach und das Ufer zu säubern.

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»Auf einmal hab ich da auf den Algen etwas glitzern gesehen«, erzählt der zwölfjährige Matthias Sojer. Bei näherem Hinschauen war es ein Ring mit Inschrift. Christine Sieber las den Namen Resi auf der Innenseite und erkundigte sich sogleich bei ihrer Schwiegermutter, wann deren Hochzeitstag war. Das Datum 30. Oktober 1971 stand richtig im Ring und somit war klar, dass es sich um den Ring von Sepp Sieber handelt.

Vor 35 Jahren hatten er und seine Frau in ihrem Haus einiges umgebaut, auch die Küche wurde von Grund auf renoviert. »Ich weiß noch, dass der Sepp seinen Ring zur Arbeit immer abgenommen und in der Küche abgelegt hat«, erzählt Resi Sieber. Nachdem der Ring damals nicht mehr zu finden war, nahm sie an, dass er im Zuge der Baumaßnahmen »irgendwo aus Versehen eingemauert worden ist«. In Wahrheit aber wurde er offenbar mit Material, das sie am Bachufer lagerten, unbemerkt dort hingebracht.

All die Jahre war er seither nicht weit vom Wohnhaus entfernt am Bachufer unter viel Gras und Gestrüpp verborgen. »Wie viel Wasser ist in diesen Jahren den Bach runtergeflossen und wie oft wurde er ausgebaggert oder das Ufer neu aufgefüllt, aber der Ring ist nie zum Vorschein gekommen«, erzählt der Ehemann, »ich hätte ja nie daran gedacht, dass er dort liegen könnte.« Er hat sich auch keinen Ersatzring machen lassen, das wäre ihm nicht in den Sinn gekommen, »ich weiß ja, dass ich verheiratet bin, was brauch ich da einen Ring«.

Jetzt freut er sich aber doch, dass der Goldring noch so gut erhalten ist und will ihn säubern lassen. Als kleine Sensation betrachten die Buben ihren Fund und sind ganz begeistert davon, dass sie den so lange vermissten Ring wiederbeschafft haben. Ein kleiner Finderlohn für Matthias Sojer sprang auch dabei heraus. mix


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