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»Die letzten Tage der Menschheit«

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Für das neue Stück »Die letzten Tage der Menschheit« des Theaterchens O Traunreut wurden unter anderem von Uschi Hefele (von rechts), Bettina und Toni Stadelmann Szenen aufgenommen. Das Traunreuter Jugendzentrum SZENIT hat dafür der Kleinkunstbühne ihr Tonstudio zur Verfügung gestellt. (Foto: Rasch)

Traunreut – Erstmals in der Geschichte des Theaterchens O wurden für eine Produktion Szenen eingesprochen. Das Jugendzentrum Traunreut (SZENIT) hat der Kleinkunstbühne dafür ihr Aufnahmestudio zu Verfügung gestellt. »Wir haben angefragt und das SZENIT hat dankenswerter Weise sofort ja gesagt«, sagte Produktionsleiter Toni Stadelmann dem Traunsteiner Tagblatt. Durch diese schnelle Unterstützung konnten die Tonaufnahmen für das nächste Stück »Die letzten Tage der Menschheit« in zwei Tagen abgewickelt werden.


Die Tonaufnahmen im Jugendzentrum mit mehreren Sprechern wurden unter der Leitung des Regisseurs Andreas Schmitz aufgenommen. Die Realsatire von Karl Kraus, die die Unmenschlichkeit und Absurdität des Ersten Weltkrieges darstellt, umfasst 220 nur lose zusammenhängende Szenen. Dafür hätten aber die Schauspieler der Kleinkunstbühne nicht ausgereicht. »Jeder Akt fängt mit Massenszenen an, die jetzt aufgenommen wurden, um sie dann entsprechend einspielen zu können«, erklärte Stadelmann.

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Die Tragödie in fünf Akten mit Vorspiel und Epilog entstand in den Jahren 1915 bis 1922. Karl Kraus hat den Ersten Weltkrieg erlebt und »Die letzten Tage der Menschheit« als Reaktion auf eben diesen Krieg aufgeschrieben. Dabei beschreibt er weniger die Schützengräben und Lazarette als vielmehr das ganz normale Leben der Menschen im Wien dieser Zeit. Von den Majestäten und Generälen, von den einfachen Menschen und Soldaten, von Männern, Frauen und Kindern spannt sich der Bogen über die große Anfangseuphorie bis zur totalen Ernüchterung.

Das Theaterchen O hat den Stoff als eine Kombination aus Schauspiel und Lesung mit wechselnden Protagonisten und musikalischer Begleitung inszeniert. So wird der Zuschauer nicht bei jeder der zehn Aufführungen die gleichen Szenen zu sehen bekommen. »Das Stück wird nicht immer identisch sein«, sagt Stadelmann. Da kein Tag wie jeder andere ist, werde auch keine Aufführung von »Die letzten Tage der Menschheit« wie jede andere sein. Wohl aber Inhalte, die aus der Realsatire des Krieges ein Drama machen. Die Zitate seien Zeugnisse der Geschichte und nicht frei erfunden. Wieviel Botschaft für die Menschheit in unserer Zeit enthalten ist, möge der Zuschauer für sich selbst beantworten.

Unterstützt wird das Theaterchen O bei dieser Inszenierung von Schülern und Lehrern aus den Traunreuter Schulen. Musikalisch begleiten die Aufführung unter anderem das Weltmusik-Ensemble der Sing- und Musikschule Traunwalchen unter der Leitung von Sigrid Gerlach, sowie von Hans Zunhammer (Akkordeon) und Martin Gröschl (Percussion).

Die Premiere findet am Freitag, 22. März um 20 Uhr im Studiotheater des k1 Traunreut statt. Weitere Spieltermine sind am 23., 27. und 30. März sowie am 3., 6. und 10. April jeweils um 20 Uhr. An den Sonntagen 24. und 31. März sowie 7. April beginnen die Aufführungen jeweils um 16 Uhr. Tickets gibt's im k1 unter der Telefonnummer 08669/857-444. ga