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Rund 150 Versammlungsteilnehmer setzten bei einer friedlichen Aktion ein Zeichen gegen den Krieg in der Ukraine. Die acht Parteien und Gruppierungen im Traunreuter Stadtrat sowie die Traunreuter Kirchen hatten dazu aufgerufen. (Foto: Rasch)

Demo in Traunreut: Zeichen gegen den Krieg in der Ukraine gesetzt

Traunreut – Ruhig und geordnet verlief am Donnerstagabend am Rathausplatz in Traunreut eine gemeinsame Aktion gegen den Krieg in der Ukraine. Rund 150 Versammlungsteilnehmer setzten gegen diesen ein Zeichen und bekundeten ihre Solidarität mit der Ukraine.


Zu der Aktion aufgerufen hatten die acht Parteien und Gruppierungen im Traunreuter Stadtrat sowie die evangelische, die katholische und die rumänisch-orthodoxe Kirche. Der Sprecher der Initiatoren, Stadtrat Sepp Winkler (Bürgerliste), forderte einen sofortigen Stopp des Krieges und ein Ende des Blutvergießens in der Ukraine. »Stoppen Sie die Angriffe und befehlen Sie den Rückzug aus der Ukraine«, appellierte er an Putin.

Gerade einmal 900 Kilometer von Traunreut entfernt tobe ein Krieg, in dem es nur Verlierer und Menschenleid gebe, sagte Bürgermeister Hans-Peter Dangschat. »Denken wir auch an die Soldaten, die in diesem Krieg fallen und das auf beiden Seiten.« Mit dieser friedlichen Demonstration wolle die Europastadt Traunreut ein Zeichen in die Ukraine senden und sich auch mit den Geflüchteten solidarisch zeigen.

Der evangelische Pfarrer Stefan Hradetzky schilderte einige Erlebnisse, die seit Beginn des Krieges in der Ukraine an ihn herangetragen wurden. Man müsse kein Seelsorger sein, um zu erkennen, was der Krieg in der Ukraine mit den Menschen mache. Ungewissheit und Sorge würden aber auch die Menschen in Traunreut umtreiben. So hätten ihm zwei Traunreuter Schülerinnen erzählt, dass sie blöd angemacht worden seien, als sie sich auf Russisch unterhielten. Bei einer älteren Frau seien die dramatischen Ereignisse aus dem Zweiten Weltkrieg wieder hochgekommen, als sie die Bilder vom Krieg in der Ukraine im Fernsehen gesehen habe. In einem anderen Fall habe ihm eine Traunreuter Familie mit ukrainischen Wurzeln erzählt, dass der Kontakt zu ihren Verwandten in der Ukraine drei Wochen lang völlig abgebrochen gewesen sei. Mittlerweile habe die Familie aber erfahren, dass alle am Leben sind.

Nach Angaben deskatholischen PfarrersThomas Tauchert habe die Pfarrei bereits Flüchtlinge aus der Ukraine aufgenommen. Es seien drei Mütter und fünf Kinder. Auf Nachfrage des Traunsteiner Tagblatts erklärte Bürgermeister Dangschat, dass auch die Stadt Traunreut Unterbringungsmöglichkeiten für ukrainische Flüchtlinge zur Verfügung stellen werde.

ga

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