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»Das Stadtwerke-Team hat einen tollen Job gemacht«

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Traunreut: Franz-Habelander-Freibad hatte trotz Corona-Saison 41.000 Badegäste
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Bei der neuen Sprunganlage im Freibad muss der Aufstieg geändert werden. Drei Kinder sind in der vergangenen Badesaison von der Leiter gestürzt. Nach Einschätzung der Stadtwerke sind die Handläufe zu massiv und die Fußtritte zu schmal.

Traunreut – »Das Stadtwerke-Team hat einen tollen Job gemacht, um den Badegästen so gut wie möglich einen normalen Badespaß zu garantieren.« Mit diesen Worten lobte Bürgermeister Hans-Peter Dangschat in der Sitzung des Werkausschusses des Stadtrats den Einsatz des Bäderteams während der Corona-Badesaison. Ohne Frage war die Saison für das Personal eine besondere Herausforderung. Doch die Badegäste hielten sich in der Regel an das ausgeklügelte Betriebs- und Hygienekonzept.


Seit rund vier Wochen ist das Franz-Haberlander-Freibad geschlossen. Im Moment werden die Edelstahlbecken sowie der Sprungturm und die Breitbandrutsche chemisch gereinigt und winterfest gemacht. In Traunreut muss aber auch im Winter auf einen Badespaß nicht verzichtet werden: Am Montag öffnet das Hallenbad an der Adalbert-Stifter-Straße, die gerade saniert wird. Deshalb ist eine direkte Zufahrt zum Bad voraussichtlich bis Ende November nicht möglich.

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Nach Angaben von Andreas Lohr, dem Leiter der Traunreuter Bäder, besteht aber am Johannes-Heidenhain-Gymnasium eine Parkmöglichkeit. Die Abstellplätze, die sich unmittelbar gegenüber dem Hallenbad befinden, seien in der Regel ab Nachmittag größtenteils frei.

Auf Nachfrage teilte die Schulleitung des Gymnasiums mit, dass es kein Problem sein dürfte, zumal das Parkaufkommen am Nachmittag bei weitem nicht so groß sei, wie am Vormittag. Der Parkplatz gehört zwar der Stadt Traunreut, aber der Landkreis Traunstein als Schulaufwandsträger des Gymnasiums verfügt über ein Nutzungsrecht.

Mit etwas Verspätung, bedingt durch die Verzögerung der Sanierung, hatte die Stadt das Freibad unter den aktuellen Corona-Auflagen erst im Juli geöffnet. Trotz der verkürzten Saison kamen über 41.000 Badegäste. Im Vergleich zu »normalen« Jahren entspricht das rund der Hälfte der Badegäste.

Mit durchschnittlich täglich 577 Badegästen sei diese Entwicklung insofern erfreulich gewesen, als wegen der pandemiebedingten Einschränkungen im Juli keine Schulen das Freibad besuchen durften, sagte Dangschat. Zudem sei der Einlass in den ersten drei Wochen auf 800 und später dann auf 1000 Badegäste, die sich gleichzeitig im Bad aufhalten durften, beschränkt gewesen.

Entgegen mancher Unkenrufe hätten sich die Badegäste in der Regel auch an die Hygieneregeln gehalten, so Dangschat weiter. Vereinzelte Beschwerden hätten in der Regel noch am Ort aufgelöst werden können. Es habe aber auch Dinge geben, die nicht so gut gelaufen seien – zum Beispiel die lange Wartezeit am Eingangsbereich vor allem an sehr heißen Tagen. »Das ist nicht akzeptabel und nicht optimal«, betonte der Bürgermeister. Sollte die nächste Saison wieder unter Corona-Bedingungen stattfinden, müssten diese Probleme abgesetzt werden. Darauf drängte auch Stadtrat Martin Czepan (Grüne). Ein geregelter Einlass sei sehr wichtig, sagte Czepan.

Sollten die Auflagen 2021 ähnlich sein, gebe es bereits verschiedene Lösungsansätze, meinte Werkleiter Frank Wachsmuth. »Wir sind gerade im Austausch mit einer EDV-Firma, um diesen Missstand abstellen zu können.«

Nachgebessert werden muss auch bei der neuen Sprunganlage. Drei Kinder im Alter von 6, 11 und 13 Jahren seien von der Aufstiegsleiter des Sprungturmes schwer gestürzt. Die Anlage sei zwar normgerecht erstellt und vom TÜV abgenommen worden, sagte Dangschat. Die Aufstiegsleiter sei ziemlich steil und nach unserer Einschätzung seien die Handläufe zu massiv, die Fußtritte zu schmal und für die Kinder schwer zu bewältigen. »Hier muss dringend nachgebessert werden, denn die Sicherheit der Badegäste hat absolute Priorität.« Bis zur Eröffnung 2021 müsse der Aufstieg angepasst sein. Auch Martin Czepan stufte den Aufstieg als »extrem gefährlich« ein. »Wir dürfen bei der Sicherheit nicht sparen«, forderte er.

Um das neu sanierte Bad komplett zu machen, sollen im Bereich der Rutschanlagen drei Besucherbänke aufgestellt werden und im Kleinkinderbereich ein großer Sonnenschirm. Im vorderen Liegedeck zwischen dem Kiosk und dem großen Technikgebäude sowie an der Trafostation sollen auch noch vier Bäume gepflanzt werden.

Durch die Corona-Auflagen entstanden auch Mehrkosten. Für die Security-Firma wurden 23.000 Euro abgerechnet. Kalkuliert waren hier 33.000 Euro. Sollte die nächste Saison wieder unter Corona-Bedingungen stattfinden, müsste mit der Security-Firma verhandelt werden, dass bei sehr heißem Wetter zwei Kräfte vor Ort sind. Die Mehrkosten durch die Reinigungsfirma, die mit einer Person den ganzen Tag zur Desinfektion der Anlage vor Ort war, liegen bei 17.000 Euro.

Ein Vergleich der Energiekosten zur alten Anlage bezüglich des Stromverbrauchs konnte nicht hergestellt werden, weil zum Beispiel im Nichtschwimmerbecken die Attraktionen wie der Wasserstrudel oder die Massagedüsen während der kompletten Saison nicht zum Einsatz kamen. ga


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