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Cityhaus soll viertes Stockwerk bekommen

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Verträgt das Cityhaus (rechts) ein viertes Stockwerk? Der Stadtrat sagt Ja. Der Besitzer des Nachbargrundstücks befürchtet jedoch durch die geplante Aufstockung eine erhebliche Minderung der Wohnqualität auf seinem Grundstück. (Foto: Rasch)

Traunreut – Wie stellt sich die künftige Höhenentwicklung der Bebauung an der Munastraße und in deren Umfeld dar? Ist ein viertes Stockwerk dem Cityhaus überhaupt zuträglich? Bis zur Klärung dieser und weiterer offener Fragen forderte die Bürgerliste in der Stadtratssitzung, die laufende Änderung des Bebauungsplans »Muna-, Kant- und Eichendorffstraße« vorerst zurückzustellen. Bei dem zu behandelnden Bebauungsplan handelt es sich nicht nur um ein Änderungsverfahren für das Einzelobjekt Cityhaus, sondern um einen größeren Bereich der Kernstadt. Es soll das grundlegende Baurecht für den Bereich neu geregelt werden. Die Bürgerliste scheiterte aber mit ihrem Antrag. Lediglich die Grünen unterstützten ihn.


Dritter Bürgermeister Johannes Danner von der Bürgerliste hatte bei der Behandlung des Bebauungsplans gefordert, dass der in der Sitzung neuformierten Lenkungsgruppe »Städtebauförderung« (wir berichteten) das Änderungsverfahren nochmal vorgestellt und dabei vor allem auf das geplante vierte Stockwerk des ehemaligen Cityhauses eingegangen werden sollte. Wie mehrfach berichtet, möchte der Bauherr an dem bereits aufgestockten Gebäude an der Ecke Muna-/Kantstraße etwas zurückversetzt zusätzlich drei Penthouse-Wohnungen bauen. Die Wohnungen sollen durch einen etwa 1,50 Meter breiten Zugang erschlossen werden. Dadurch springt der Hauptkörper in diesem Bereich auf einen Abstand von rund 7,50 Meter von der Grenze zurück. Im Zuge des laufenden Änderungsverfahrens hatte der Besitzer des Nachbargrundstücks Einspruch gegen ein viertes Stockwerk eingelegt. Er befürchtet durch die geplante Aufstockung eine erhebliche Minderung der Wohnqualität auf seinem Grundstück. In dem Schreiben seines Anwalts ist von einer »erdrückenden Wirkung des Kaufhausgebäudes auf die bebauten Nachbargrundstücke« die Rede.

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Die Grünen, die als einzige den Antrag der Bürgerliste auf Zurückstellung unterstützten, rechtfertigten den Einspruch des Nachbargrundstückbesitzers: »Überall müssen entsprechende Abstände eingehalten werden und hier nimmt man auf den Nachbarn keine Rücksicht«, sagte Martin Czepan. Er warnte vor einer voreiligen Entscheidung: »Das Cityhaus wird höher als alle anderen Gebäude, deshalb sollte man das Vorhaben noch einmal behandeln.« Die Grünen hatten dazu bereits im April einen Antrag eingereicht, dass dem Bauausschuss bei einer Ortsbesichtigung alle Vorgänge in Zusammenhang mit dem Bauvorhaben »Aufstockung Cityhaus« vor einer Entscheidung im Stadtrat vollständig und transparent dargestellt werden.

Die Ortsbegehung fand vor der letzten Bauausschusssitzung auch statt. Schon da hatte die Bürgerliste dafür plädiert, die Behandlung des Bebauungsplans zurückzustellen. Eine Vertagung wurde mit 9:2 Stimmen abgelehnt. Die große Mehrheit vertrat die Ansicht, dass ein viertes Stockwerk vertretbar sei. Dieser Meinung lehnte sich jetzt auch Stadtrat an und genehmigte den Billigungsbeschluss, der jetzt für weitere vier Wochen öffentlich ausliegt.

Positiv sahen in der Sitzung Michael Mollner (L!Z) und Konrad Unterstein (FW) die geplante Aufstockung– vor dem Hintergrund der im Stadtrat viel gepriesenen Innenstadtverdichtung. »Wenn nicht in der Stadtmitte, wo sollen wir dann verdichten«, fragte Michael Mollner. Seine Anregung, das Vorhaben wie geplant durchzuziehen, unterstützte auch Konrad Unterstein: »Die Innenstadtverdichtung wird hier vernünftig realisiert.« ga


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