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Die Faschingshochzeit steht alle zehn Jahre im Veranstaltungskalender des Burschenvereins. Unser Foto entstand bei der Faschingshochzeit 2010. Damals hatten sich die ehrenwerte Jungfrau Hoberta Laurenzia und der krachlederne Jungherr Nettanus vor mehreren Hundert Zeugen das Ja-Wort gegeben. (Foto: Archiv Rasch)

Burschenverein Matzing-Traunwalchen feiert 120-jähriges Bestehen

Traunreut – Der Burschenverein Matzing-Traunwalchen feiert in der nächsten Woche sein 120-jähriges Bestehen. Er fördert die Geselligkeit und die Kameradschaft und pflegt das bayerische Brauchtum. Seine Veranstaltungen haben im Laufe der Zeit einen festen Platz im Dorfleben gefunden. Dazu zählen unter anderem die jährlichen Dorffeste und die Faschingshochzeit, die alle zehn Jahre stattfindet. Letztere konnte vor zwei Jahren noch gefeiert werden – dann kam Corona. Seither mussten fast alle Veranstaltungen abgesagt oder storniert werden. Das Jubiläum »120 Jahre Burschenverein Matzing-Traunwalchen« unter der Schirmherrschaft von Bürgermeister Hans-Peter Dangschat gibt Gelegenheit, das Feiern wieder zu üben.


Los geht es am Mittwoch um 19 Uhr mit einem Wein- und Weißbierfest im Festzelt am Steinbruch in Traunwalchen. Für Stimmung sorgt die Band »Koa Limit«. Die Traunwalchner Jungbläser eröffnen am Freitag um 18 Uhr das Kurvenfest im Unterdorf. Bei diesem Dorffest gibt es auch ein Kinderprogramm mit allerlei Aktivitäten. Die »Blattläuse« vom Gartenbauverein Traunwalchen haben sich dazu viele Spiele einfallen lassen. Ab 19 Uhr sorgt die Musikkapelle »de junga Greadoia« für Unterhaltung. Bestens gesorgt wird auch für das leibliche Wohl unter anderem mit Steckerlfischen.

Am Sonntag erreicht das Fest mit einem Gottesdienst und einem Festzug durch das Dorf seinen Höhepunkt. Dazu wurden nach Angaben des Vorsitzenden Constantin Maier die umliegenden Burschenvereine eingeladen und ebenso die Dorfvereine. Der Festsonntag beginnt um 8.30 Uhr mit einem Weißwurstfrühstück im Zelt. Gegen 9.30 Uhr formiert sich der Kirchenzug, der vom Steinbruch über die Raiffeisenstraße zum Kirchplatz führt. In der Pfarrkirche Mariä Geburt findet dann ein festlicher Gottesdienst statt. Nach dem Gottesdienst marschiert der Festzug über die Schulstraße, die Straße »Am Hang« zur Kreisstraße und über das Unterdorf zur Mühlenstraße zum Steinbruch. Dort klingen dann die Feierlichkeiten mit der Blaskapelle Traunwalchen bei einem gemeinsamen Mittagessen sowie Kaffee und Kuchen aus.

Aus dem Orff-Dorf Traunwalchen ist der Burschenverein nicht mehr wegzudenken. Die legendären Burschen-Bälle im Fasching gibt es aufgrund fehlender Veranstaltungsorte zwar nicht mehr. Dafür findet aber jedes Jahr ein Dorffest (Kurvenfest) statt und alle zehn Jahre werden mit großem Aufwand eine Faschingshochzeit und ein Faschingszug auf die Beine gestellt. Alle Erlöse aus den Veranstaltungen werden an soziale Einrichtungen oder Projekte gespendet.

Vor zwei Jahren hat der Traditionsverein weiblichen Zuwachs bekommen: Es wurde eine Dirndlschaft gegründet, die die Burschen bei sämtlichen Aktivitäten unterstützt und sie bei Burschen-Jubiläen begleitet.

So trägt der Matzing-Traunwalchner Verein das ganze Jahr hindurch dazu bei, die Kameradschaft und den Zusammenhalt im Dorf zu pflegen. Bei kirchlichen und weltlichen Festzuzügen führt der 450-Mitglieder- starke Dorfverein auch eine eigene Fahne mit.

Burschen helfen – Vereinsgründung erfolgte im Jahr 1902

Wie der Chronik zu entnehmen ist, wurde der Verein ursprünglich unter dem Namen »Burschen- und Krankenunterstützungsverein« im Jahr 1902 gegründet. Grundgedanke war bei der Gründung die Unterstützung und Hilfe in Not geratener Bürger der Gemeinde. Sehr wichtig war diese Hilfe während der beiden Weltkriege. Konnte ein Bauer wegen einer Erkrankung oder wegen des Krieges zum Beispiel sein Kraut nicht ernten, so sprangen kurzerhand die Burschen ein und halfen in der Not. Die Arbeiten wurden immer kostenlos erledigt. Eine Brotzeit und der Dank der Betroffenen war den Burschen genug Anerkennung.

Durch den Wandel der Zeit wurde die Hilfe, wie sie früher von den Burschen erbeten wurde, in den letzten Jahren aus wirtschaftlichen und anderen Gründen wie dem technischen Fortschritt nur noch selten erbeten. Der Verein hat seine unterstützende Tätigkeit hauptsächlich auf Geldspenden verlegt. Die Burschen stehen aber immer zur Verfügung, wenn Unterstützung benötigt wird.

ga

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