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Burghausen Foto: pixabay Symbolbild

Burgführungen sollen nach Ostern wieder starten

Traunreut – Beim Verein »Freunde der Burg Stein« mussten wie bei vielen anderen auch 2021 die meisten geplanten Aktivitäten und Veranstaltungen ausfallen. Dennoch waren der Vorstand und einige Mitglieder nicht untätig.


Die Naturschutzbehörde stattete der Steiner Burg 2021 einen Besuch ab und stellte in der Höhlenburg ein Mikrofon auf. Damit sollen die Flüge der geschützten Mops-Fledermäuse gemessen und regelmäßig ausgewertet werden. Die Behörde stellte bei der Gelegenheit fest, dass nach wie vor eine Population an Fledermäusen im Fels lebt. Sie sind der Grund dafür, dass die Burganlage FFH-Schutzgebiet ist. Zu ihrem Schutz dürfen von Ende Oktober bis Ostern keine Führungen durch die Burg angeboten werden.

Ein historischer Vortrag über die Schlossgeschichte und besonders über Amelie, die Kaiserin von Brasilien, die 1845 Schloss Stein gekauft hat, stand im Oktober im Mittelpunkt des Leuchtenbergtags des 2018 gegründeten »Freundeskreis Leuchtenberg«. Ausschussmitglieder der Burgfreunde nahmen an diesem Tag teil und erfuhren viel Interessantes über die Geschichte. Zum Ende des Jahres kam dann auch noch der 30. Burgbrief des Vereins heraus.

Seit Jahrzehnten steckt Dr. Hans-J. Schubert viel Arbeit in die Burgbriefe und bereichert sie mit historisch fundierten Berichten. In der neuesten Ausgabe gibt es eine Ausführung zum 150. Geburtstag des Schriftstellers Hans Mayr mit dem Titel »Letzte Zuflucht das Benefiziatenhaus in Stein«. Irmtraut Heitmeier beschreibt außerdem »Das Land zwischen Chiem- und Attersee im Übergang von der Spätantike ins Frühmittelalter«. Hans-J. Schubert, der viele Jahre Schriftführer des Vereins war, fasst zudem die Sanierungen des Hochschlosses in der Zeit von 2013 bis 2020 zusammen und blätterte in alten Zeitungen. Die Meldungen aus den Jahren 1920 und 1970 sind auch heute noch interessant zu lesen. Eine weitere Folge der Lausbubenstreiche von Pfarrer Franz Lukas und der Jahresbericht 2020 des Burgfreunde Vereins runden das Büchlein ab.

Von den sonst üblichen Vereinsaktivitäten war vergangenes Jahr nicht viel möglich. Die Frühjahrsversammlung und das vereinsinterne Burgfest im Sommer fielen pandemiebedingt aus. Durchgeführt werden konnte lediglich der Klausentag, der traditionell am Kirchweihsonntag stattfindet. Allerdings musste man sich davor anmelden und es kam nur eine kleine Schar von Besuchern, die sich aber überaus interessiert zeigten. Im November war dann auch noch eine Jahreshauptversammlung möglich.

Bei dieser Gelegenheit erläuterte Markus Milkreiter, Geschäftsführer der Schlossbrauerei Stein, dass vor allem das Hochschloss und der Bereich davor aufgewertet und besser genutzt werden sollen. Die Burgführungen sollen ganz neu aufgestellt werden. Weiterhin werden die bewährten Führer der Burgfreunde die klassische Führung anbieten. Gleichzeitig will die Brauerei das ganze Ensemble mehr nutzen. Er denkt dabei an unterschiedliche Führungen für verschiedene Zielgruppen, »nicht nur eine Führung nach Schema F«. Nach Ostern sollen die regelmäßigen Burgführungen wieder starten. Die Zufahrt zum Hochschloss der Steiner Burg ist seit Jahren in sehr schlechtem Zustand und wird laut Markus Milk­reiter hergerichtet. Als erste Maßnahme ließ die Brauerei noch Ende Dezember ein Regenwasserauffangbecken errichten (wir berichteten). Damit soll verhindert werden, dass bei Starkregen die Wassermassen über die Straße laufen und diese immer wieder von Neuem ausspülen.

Für 45 Jahre beim Verein konnten 2021 sechs Personen geehrt werden: Wolfgang Neuhauser, Andrea Trieb, Hermann und Elisabeth Forster, Klaus Jauzus, Hans-Dieter Adam und Sebastian Weber. Für 2022 ist man mit Terminplanungen noch vorsichtig. Die Burgfreunde hoffen aber, dass wieder ein Burgfest durchgeführt werden kann. Vorgesehen ist dafür bereits der 23. Juli.

mix

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