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Borkenkäfer schädigt den Zauberwald

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Kleines Tierchen, großer Schädling: der Borkenkäfer.

Traunreut – Massive Schäden an den jahrzehntealten Fichten im sogenannten Zauberwald an der Ecke Martin-Luther- und Gartenstraße in Traunreut hat der Borkenkäfer angerichtet. Um eine weitere Ausbreitung zu verhindern, müssen dort schnellstmöglich die befallenen Bäume beseitigt werden. Bürgermeister Klaus Ritter hofft auf das Verständnis der Bürger für diesen Einschnitt in die Waldfläche in der Kernstadt, schließlich muss ein Viertel der Bäume gefällt werden. Die Fläche wird im Herbst mit Laubhölzern neu aufgeforstet.


Auf rund 100 Festmeter Holz schätzt Stadtgärtnermeister Robert Kratzer die zu fällende Menge: »Einzelne Bäume in dem Gebiet zu fällen, macht keinen Sinn, weil rund um geschädigte Bäume bereits weitere vom Borkenkäfer befallen sind.« Kratzer hat Schäden durch beide Arten des Borkenkäfers festgestellt: »Der Kupferstecher von oben und der Buchdrucker sind dort zu beobachten.« Die sehr trockene Witterung in den vergangenen Wochen hat die Ausbreitung des Schädlings noch beflügelt. Die Fichte mag es eigentlich feucht, dann produziert sie ausreichend Harz, um Bohrlöcher des Schädlings gleich wieder zu verschließen. Gerade in der Stadt trocknet der Boden aber noch schneller aus und die Fichten sind noch anfälliger. Gleichzeitig duftet das austretende Harz verlockend für die Borkenkäfer, die dann zahlreicher die geschwächten Bäume befallen.

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Wie Kratzer erklärt, hat die Trockenheit nicht nur in Traunreut Auswirkungen auf den Borkenkäferbefall: »Das wird heuer eventuell ein Problem bei allen Fichtenwäldern, weil die Käfer um vier Wochen früher ausschwärmen.« Er rät deshalb allen Waldbesitzern, schon jetzt besonders aufmerksam und regelmäßig ihre Fichtenbestände zu kontrollieren. Im Zauberwald kann inzwischen auch der Laie den massiven Befall erkennen: Auf dem Fußweg durch das Waldstück liegen teilweise zentimeterdick die braunen Fichtennadeln am Boden und ein Blick nach oben zeigt die abgestorbenen, braunen Bäume. Im Wurzelbereich vieler vermeintlich gesunder Stämme ist zudem braunes Bohrmehl der Käfer zu erkennen. Kratzer lädt deshalb alle Zweifler am massiven Befall durch den Schädling ein, sich vor Ort selbst ein Bild zu machen: »Dort sieht man jetzt, wie schnell das geht und wie kaputt die Bäume sind.« Er bezieht sich damit auch auf Vorwürfe nach der letzten Fäll-Aktion an der Burghauser Straße, die ebenfalls wegen starken Borkenkäfer-Befalls nötig geworden war.

In Leserbriefen war damals gemutmaßt worden, dass es gereicht hätte, die befallenen Bäume einzeln zu beseitigen. Kratzer aber bestätigt die Erfahrungen jedes Waldbesitzers, dass ein Borkenkäferbefall an Fichten in der Regel erst erkannt wird, wenn der Schädling schon bei benachbarten Bäumen am Werk ist. Deshalb müssten auch die Fichten rund um die befallenen Stämme gefällt werden, um den Borkenkäfer möglichst vollständig zu beseitigen.

Beauftragt damit wird die Waldbauernvereinigung, die in den kommenden 14 Tagen die Arbeiten erledigen soll. Im Herbst soll die gerodete Fläche dann wieder neu aufgeforstet werden mit Eichen, Buchen und Linden, die im Gegensatz zur flachwurzelnden Fichte mit den Bedingungen in der Stadt besser zurechtkommen. Kratzer führt als Beispiel, wie schnell die Fläche wieder bewachsen sein kann, den Grünstreifen zwischen Gartenstraße und Ex-Obag-Gelände auf, dort waren vor drei Jahren befallene Bäume entfernt worden. ga