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Bei den Anwohnern regt sich Widerstand

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Traunreut: Anwohner befürchten durch geplantes Pflegeheim an Westendstraße Verkehrschaos – Kritik & Widerstand
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Auf diesem rund 3000 Quadratmeter großen Grundstück an der Westendstraße, auf dem das Pflegeheim gebaut werden soll, befindet sich derzeit noch ein sogenanntes P-Haus aus den 1950-er Jahren, das abgerissen werden soll. Die Anlieger befürchten durch das Vorhaben jedoch ein erhöhtes Verkehrsaufkommen auf der ohnehin schon sehr beengten Straße. (Foto: Rasch)

Traunreut – Für das geplante Pflegeheim an der Westendstraße Traunreut wäre das 3000 Quadratmeter große Grundstück quasi angerichtet. Die Eckdaten wurden schon vor rund acht Jahren mit der Aufstellung eines Bebauungsplanes geschaffen. Es besteht also ein Baurecht. Damals wie heute regt sich jedoch Widerstand gegen ein Senioren- bzw. Pflegeheim in einer der ältesten Wohnsiedlungen der Kernstadt.


Die Anlieger befürchten, dass der dadurch entstehende zusätzliche Verkehr auf der ohnehin beengten Westendstraße ein Verkehrschaos auslösen könnte. »Dass Traunreut weitere Pflegeplätze braucht, ist unbestritten. Aber der Standort ist definitiv der Falsche«, sagte Klaus Kunze bei einem Treffen der Anlieger der Westendstraße. Vielmehr sollte die Stadt dem Investor ein Grundstück zur Verfügung stellen, wo ein Pflegeheim auch hinpasse. Ein Alternativstandort wäre nach seiner Auffassung das geplante Wohnbaugebiet »Stocket.«

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Wie die Anwohner gegenüber dem Traunsteiner Tagblatt erklärten, sei die 3,70 Meter breite Westendstraße mit einem einseitigen Parkstreifen für ein derartiges Projekt nicht ausgelegt. Schon jetzt sei die Straße ständig zugeparkt, auch von Anwohnern des Traunrings, beklagen die Siedlungsbewohner. Ein zusätzlicher Verkehr etwa durch Notarzt- oder Rettungsfahrzeuge, aber auch der Lieferanten- und Besucherverkehr, würde in einer Katastrophe enden: »Wie sich die Müllabfuhr dann vor allem im Winter freut, kann man sich vorstellen«, sagte Gerhard Sauer.

Die Planung an diesem Standort sei weder zum Wohle der pflegebedürftigen Menschen, noch der Menschen, die in dem Heim arbeiten als auch der Anwohner, so Sauer. Sollte, wie von Stadtrat Hans Jobst (CSU) bei der Vorstellung des Projekts angeregt, auch noch ein öffentliches Café angestrebt werden, wäre mit noch mehr Verkehr und einer noch mehr zugeparkten Straße zu rechnen.

Deshalb ruft die Aussage des Investors, dass 18 Stellplätze, die in einer Tiefgarage sowie oberirdisch auf dem Grundstück nachgewiesen werden sollen, erfahrungsgemäß ausreichen würden, bei den Anliegern Kopfschütteln hervor. Geht man von 40 bis 50 Beschäftigten aus, würden die Parkplätze nie und nimmer ausreichen.

Nachdem die Gerüchteküche schon seit geraumer Zeit brodle, dass dort ein Pflegeheim gebaut werden soll, sei man auch in der Stadtverwaltung vorstellig geworden: »Ich habe Pfingsten in der Stadtverwaltung nachgefragt und die Antwort erhalten, dass das Vorhaben nicht bekannt ist«, erklärte Renate Kunze als Sprecherin der Anliegergemeinschaft. Auch schriftliche Anfragen bei Bürgermeister Hans-Peter Dangschat und bei drei Stadträten seien bis auf eine Ausnahme bis heute nicht beantwortet worden, kritisieren die Anwohner und fragen sich: Wo bleibt da die Bürger­nähe?

In einem weiteren Schritt wollen sie jetzt beim Bürgermeister vorstellig werden und ihm auch eine Liste mit Unterschriften gegen das Projekt an dem geplanten Standort überreichen: »Über 60 Anlieger haben schon unterschrieben. Es werden aber sicher noch mehr, wenn alle aus dem Urlaub zurück sind«, sagte Renate Kunze. Wie Gerhard Lexmaul als weiterer Sprecher der Anliegergemeinschaft erklärte, gebe es eine Reihe von Punkten, die einer Klärung bedürfen.

»Wir wollen in einem vernünftigen Gespräch mit Bürgermeister Dangschat deutlich machen, dass die Straße keinen zusätzlichen Verkehr verträgt, der aus unserer Sicht durch das geplante Projekt unweigerlich entstehen wird«, so Lexmaul. Wie berichtet, meldete auch der Bauausschuss erhebliche Bedenken wegen der Stellplätze an und forderte den Investor auf, weitere Stellplätze auf dem Grundstück nachzuweisen. Auf dem Grundstück, auf dem sich derzeit noch ein sogenanntes P-Haus aus den 1950er Jahren befindet, das abgerissen werden soll, war bereits vor Jahren ein Altenheim geplant, das dann aber an der Adelbert-Stifter-Straße umgesetzt wurde.

Schon damals wurde auch vom Stadtrat befürchtet, dass durch den zusätzlichen Verkehr ein Verkehrschaos entstehen könnte. Aus diesem Grund und wegen der massiven Bauweise hatte der Stadtrat das Vorhaben abgelehnt. Das Landratsamt hatte das geplante Projekt an dem Standort jedoch planungsrechtlich befürwortet und den Stadtratsbeschluss revidiert. Trotz Bedenken beugte sich der Stadtrat damals der Behörde und beschloss, einen Bebauungsplan für die Westendstraße aufzustellen. ga


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