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Bahnübergang in Matzing: Bauausschuss lehnt auch die neuen Vorschläge ab

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Bahnübergang in Matzing: Bauausschuss lehnt auch die neuen Vorschläge ab | Traunreut
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Trotz neuer Vorschläge der Bahn hält der Bauausschuss des Traunreuter Stadtrats weiter daran fest, den Bahnübergang am Rauschbergweg in Matzing aufrechtzuerhalten. Die Bahn beabsichtigt im Zuge der Ertüchtigung des Bahnüberganges an der B304 in Matzing, den Bahnübergang am Rauschbergweg stillzulegen. (Foto: Rasch)

Traunreut – Auch die neuen Vorschläge der DB RegioNetz Infrastruktur GmbH Südostbayernbahn bezüglich der geplanten Stilllegung des Bahnübergangs am Rauschbergweg in Matzing lehnt der Bauausschuss des Traunreuter Stadtrats kategorisch ab.


Mit Ausnahme von Josef Winkler (Bürgerliste) hat das Gremium am Mittwoch in einer Sitzung die Empfehlung der Verwaltung nicht angenommen, sich für die sogenannte Variante 2 zu entscheiden. Diese sähe eine Umlaufsperre für Fußgänger und Radfahrer vor sowie den Ausbau des bestehenden Wirtschaftsweges. Damit bleibt es vorerst bei dem vor rund einem Jahr gefassten Stadtratsbeschluss, den Bahnübergang aufrecht zu erhalten.

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Die Bahn müsse ihre Bahnübergänge, wie Bürgermeister Klaus Ritter erklärte, technisch auf Vordermann bringen. Wie mehrfach berichtet, beabsichtigt die Bahn den Bahnübergang an der Bundesstraße 304 in Matzing aus Sicherheitsgründen zu ertüchtigen und gleichzeitig den Bahnübergang am Rauschbergweg in Matzing stillzulegen. In diesem Zuge wollte die Bahn auch ursprünglich einen Ersatzweg für den westlich der Bahnlinie liegenden Holzgewerbebetrieb und den zwei Wohnhäusern bauen, an dessen Kosten sich die Stadt mit einem Drittel beteiligen hätte müssen.

Von diesem Bauvorhaben hat die Bahn aber mittlerweile Abstand genommen und schlägt der Stadt als Lösung für den Bahnübergang am Rauschbergweg drei Varianten vor: Variante 1 sieht lediglich den Einbau einer Umlaufsperre für Fußgänger und Radfahrer vor. Die Kosten dafür würden sich nach Angaben der Bahn bei 65.000 Euro bewegen.

Mit rund 290.000 Euro würde die Variante 2 mit einer Umlaufsperre und Ausbau des bestehenden Wirtschaftswegs mit Anbindung an die Staatsstraße 2096 zu Buche schlagen. Dieser als Feld- und Waldweg beziehungsweise als Radweg ausgewiesene Wirtschaftsweg liegt aber zum Teil auch auf Nußdorfer Gemeindegebiet.

Nach Angaben der Verwaltung habe der Nußdorfer Gemeinderat den Vorschlag der Bahn einstimmig abgelehnt und dafür plädiert, dass der jetzige Radweg weiterhin als Feld- und Waldweg erhalten bleiben soll. Die teuerste Variante 3 für rund 890.000 Euro wäre der Einbau einer neuen technischen Sicherung – Lichtzeichen und Halbschranken inklusive Aufwertung der Fahrbahn.

Der Bauausschuss konnte sich aber mit keiner der drei Varianten anfreunden. Nicht zuletzt auch deshalb, weil eine Schließung des Bahnübergangs den Interessen der Stadt widerspräche, die nach Aussagen von Hans Kneffel (CSU) westlich der Bahnlinie im Bereich des bestehenden Holzgewerbebetriebes über kurz oder lang die Ausweisung eines Gewerbegebietes plane.

Kneffel bezweifelt grundsätzlich, dass eine Schließung des Bahnübergangs auch zwingend notwendig ist. »Der jetzige Zustand mit Schranke und Blinklicht ist o.k.«, sagte er. Der Bahnübergang befinde sich unweit des Matzinger Bahnhofes, wo der Zug ohnehin mit Schrittgeschwindigkeit fahren müsse. Deshalb bezweifle er, dass durch eine Schließung des Übergangs an Schnelligkeit gewonnen werde. »Die Herrschaften von der Bahn sollten sich ein Bild von der Praxis machen und nicht nur vom Schreibtisch aus agieren«, wetterte Kneffel.

Paul Obermeier (FW) und Hans Jobst (CSU) schlugen in dieselbe Kerbe und sprachen sich ganz klar gegen eine Auflassung aus. Jobst gab zu bedenken, dass durch eine Schließung des Bahnübergangs auch eine wichtige Notausfahrt verloren ginge. »Wenn zu ist, können bei Unfällen keine Rettungsfahrzeuge mehr die Strecke als Notausfahrt nutzen«, warnte Jobst.

Herbert Kusstatscher (SPD) räumte ein, dass die jetzige Situation sicher sei. Außerdem, so Kusstatscher, »kriegen wir in 15 Jahren sowieso etwas anderes«. Damit meinte er die B 304.

Auf Nachfrage von Josef Winkler teilte Stadtbaumeister Thomas Gätzschmann mit, dass die Stadt bei der Variante 3 sicher an den Kosten beteiligt werden würde.

Auf Anregung von Günther Dzial (SPD) und Helga Zembsch, einen Fachmann von der Bahn einzuladen, der den Traunreuter Bauausschuss über das Vorhaben ausführlich informiere, teilte Gätzschmann weiter mit, dass er dies auch versucht habe. Aus Zeitgründen sei dies aber nicht möglich gewesen.

Mit Ausnahme von Sepp Winkler, der die seitens der Verwaltung vorgeschlagene Variante 2 als »gute Lösung« empfand, lehnte der Bauausschuss den Beschlussvorschlag mit 9:1 ab. Eine endgültige Entscheidung muss jetzt der Stadtrat in seiner Sitzung am Donnerstag nächster Woche treffen. ga


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