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Bahnübergang am Rauschbergweg soll bleiben

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Bahnübergang Rauschbergweg
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Dieser Bahnübergang am Rauschbergweg in Matzing soll stillgelegt werden. Als Ersatz soll ein neuer Weg vom aufzulassenden Bahnübergang bis zum Bahnübergang an der B  304 in Matzing erstellt werden. Der Traunreuter Stadtrat lehnt die Lösung der Südostbayernbahn aber entschieden ab. (Foto: Rasch)

Traunreut – Die Empfehlung des Bauausschusses, die seitens der Südostbayernbahn geplante Stilllegung des Bahnübergangs am Rauschbergweg in Matzing nicht mitzutragen, teilt auch der Stadtrat. In der jüngsten Sitzung hat sich das Gremium einstimmig dafür ausgesprochen, den Lösungsvorschlag der Bahn, den Bahnübergang stillzulegen und einen Ersatzweg zu schaffen, abzulehnen.


»Es wäre eine große Verschlechterung für den westlich der Bahnlinie ansässigen Holz-Gewerbebetrieb und für die Bewohner. Auch der Radlweg wird total abgehängt«, mahnte Ernst Ziegler (SPD).

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Stadt müsste ein Drittel der Kosten übernehmen

Thomas Danzer (Freie Wähler) sprach von einer »Sauerei« und einem »Schildbürgerstreich«, bei dem die Stadt auch noch mit zahlen sollte. Wie berichtet, beabsichtigt die DB RegioNetz-Infrastruktur GmbH Südostbayernbahn Mühldorf im Zuge einer neuen Bahnübergangssicherungsanlage (BÜSA) am Bahnübergang an der B 304 auf Höhe der Landtechnik-Firma, den Bahnübergang am Rauschbergweg stillzulegen. Um den Anliegern weiterhin eine Querung der Bahnlinie zu ermöglichen und die verkehrliche Ost-West-Verbindung in diesem Bereich aufrechtzuerhalten, schlägt die Bahn vor, parallel zur Bahnlinie einen Ersatzweg vom aufzulassenden Bahnübergang am Rauschbergweg bis zum neu zu sichernden Bahnübergang an der B 304 zu bauen. Über den mit einer sogenannten BÜSA gesicherten Bahnübergang an der B 304, würde dann sowohl der Verkehr als auch Rad- und Fußwegverkehr angebunden werden. An den Kosten des mit rund 400 000 Euro veranschlagten Wegebaus müsste sich die Stadt als Straßenbaulastträger mit einem Drittel beteiligen.

Die zeitgemäße Bahnübergangssicherungstechnik, die vom Gremium zur Kenntnis genommen wurde, wird über das Eisenbahnkreuzungsgesetz abgewickelt und abgerechnet. Das wiederum bedeutet, dass sich das Staatliche Bauamt Traunstein als Straßenbaulastträger mit einem Drittel an den Gesamtkosten beteiligen muss. Nach Angaben der Bahn sollen der Kreuzungsbereich sowie die Straße 30 Meter vor und nach dem Bahnübergang ausgeweitet und den Richtlinien entsprechend ausgebaut werden. Ein konkretes Zeitfenster wurde nicht genannt.

Einstimmig und ohne Diskussion abgesegnet wurde auch die seitens des Bauausschusses empfohlene Bebauungsplanänderung zu Gunsten einer Stockschützenhalle in St. Georgen. Die Stockschützen des TSV Stein/St. Georgen möchten auf ihrer Anlage in der Irsinger Au sieben von 14 Asphaltbahnen überbauen. Geplant ist eine 35 mal 30 Meter große, gepflasterte Halle mit einem Satteldach. Die Firsthöhe liegt bei sieben Metern. Die Landratsamt Traunstein hatte wegen der Größenordnung gefordert, für das Gelände eine Bauleitplanung in Form eines sogenannten abgespeckten Bebauungsplans durchzuführen. Eine Anpassung des Flächennutzungsplans ist nicht erforderlich, weil der rechtskräftige Flächennutzungsplan für das Areal des Sportvereins bereits eine Grünfläche mit der Zweckbestimmung Sportplatz vorsieht.

Keine Einwände hatte das Gremium auch hinsichtlich der weiteren Sanierung des Freibads in Traunreut. Hans Kneffel (CSU) bat jedoch Projektleiter Hartmut Hille von den Stadtwerken darum, noch einmal darzulegen, weshalb im Zuge der Maßnahmen eine Baumgruppe gefällt werden müsse. Laut Hille habe man sich die Entscheidung nicht einfach gemacht. Die Fällung von fünf Eichen sei aber notwendig, um das neue Sprungbecken inklusive eines neuen Sprungturms entsprechend der Planung neu zu situieren.

Zwei der fünf Eichen müssten nach Angaben von Hille wegen des in die Sprungturm-Baugrube ragenden Wurzelwerks beziehungsweise Kronenbereichs ohnehin gefällt werden. Dies hätte jedoch zur Folge, dass die restlichen drei Bäume wegen ihres einseitigen Wuchses stark umsturzgefährdet wären. Für die gefällten Bäume sei an anderer Stelle eine Ersatzpflanzung vorgesehen. Der Vorschlag der Projektleitung, hierfür vier bis fünf Meter hohe Bäume einzupflanzen, die insgesamt zwischen 5000 und 6000 Euro kosten würden, soll aber noch im Zuge der Freiflächenplanung diskutiert werden.

Reinhold Schroll (CSU) hatte im Bauausschuss angeregt, junge Bäume zu pflanzen, um damit auch Kosten zu sparen; Ernst Ziegler (SPD) vertritt die Meinung, dass die Bäume wenigstens einen Stammdurchmesser von zehn Zentimeter haben sollten.

Auch Wickelraum soll installiert werden

Vorgestellt wurde auch der aktuelle Planungsstand für den WC-Bereich am neuen Technikgebäude für das Kinderbecken. Der Stadtrat hatte sich dafür entschieden, im Zuge des Neubaus eines separaten Technikgebäudes für das Kinderbecken auch die bestehende WC-Anlage zu erneuern. Die Toiletten sollen an das neu zu bauende Technikgebäude angebaut werden. Außerdem soll ein bislang nicht vorhandener Wickelraum installiert werden. Das bestehende Toilettenhäuschen soll aber nicht abgerissen werden, sondern als Lagerfläche genutzt werden. Die geschätzten Kosten für das neue Technikgebäude inklusive der Toiletten und der Wickelstation liegen bei 380 000 Euro. Eine konkrete Kostenberechnung soll in der Dezembersitzung vorgelegt werden. ga