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Auf der Suche nach einem Investor für den »Munapark«

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Diese Brachfläche gehört zu der insgesamt 18 000 Quadratmeter großen Fläche im Stadtzentrum von Traunreut, auf der Geschäfts- und Wohnhäuser gebaut werden sollen. Laut einer vertraglichen Einigung der drei Grundeigentümer soll in einem Bieterverfahren bis Ende nächsten Jahres ein Investor gefunden werden, mit dem dann Anfang 2020 die weitere Bebauung umgesetzt werden soll. (Foto: Rasch)

Traunreut – Nachdem ein erstes Investorenkonzept für die Entwicklung des sogenannten »Munapark« im Traunreuter Stadtzentrum gescheitert war, gibt es jetzt ein neues Konzept für die über 18.000 Quadratmeter große Fläche. Bei einem Pressegespräch im Rathaus wurde es jetzt vorgestellt. Demnach haben sich die drei Eigentümer des Areals am Traunring und an der Eichendorffstraße vertraglich darauf geeinigt, in einem Bieterverfahren bis Ende 2019 einen Investor zu suchen, mit dem dann ab Anfang 2020 die weitere Bebauung umgesetzt werden soll. Die Fläche befindet sich jeweils zu einem Drittel im Besitz des Discounters Aldi, der Firma Stadelmann und der Stadt Traunreut.


Im Jahr 2020 werden voraussichtlich erst einmal die Planungen laufen, die Baumaschinen dürften frühestens in zwei Jahren anrollen. Bis Herbst 2019 sollen bis zu acht Investoren ihre Konzepte für eine Bebauung des Grundstücks vorlegen. Daraus soll dann ein Kandidat ausgewählt werden, mit dem ein vorhabenbezogener Bebauungsplan entwickelt wird, damit der Investor auch das baut, was er vorgeschlagen hat. Die Bewerber bekommen dazu gewisse Vorgaben, was ihr Konzept enthalten soll.

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Wichtig bleibt die Schaffung von Wohnraum. »Wir gehen von 80 bis 90 Wohnungen aus und wollen nicht nur 50 Wohnungen bekommen«, betonte Bürgermeister Klaus Ritter. Schön wären seinen Angaben nach auch 120 Wohnungen: »Aber die werden wir nicht bekommen.«  Da  es  sich um Geschoßwohnungsbau handle, werde damit auch günstigerer Wohnraum entstehen. Sozialer Wohnungsbau sei aber nicht geplant, sagte Ritter. Zur besseren Erschließung des Areals soll die Banater Straße bis zum Traunring durchgezogen werden, um damit eine Verbindung von der Munastraße zur Ringstraße (Traunring) schaffen.

Keine eingeschoßige Bebauung gewünscht

Zum Grünzug an der Eichendorffstraße soll im Süden eine klare Raumkante geschaffen werden – Gebäude mit mehreren Geschoßen. Es wird außerdem auf dem gesamten Areal »Munapark« keine eingeschoßige Bebauung gewünscht, sondern es sollen Gebäude mit vier bis fünf Etagen entstehen. Denkbar sei sogar ein sechstes, zurückgesetztes Geschoß, wie etwa Penthouse-Wohnungen mit Terrasse, erklärte Stadtmanager Christian Ehinger. Entgegen der bisherigen Planung lehne Aldi nicht mehr ab, dass über dem Discounter Büros oder Wohnungen geschaffen werden: »Wir haben klar gesagt, dass wir keine erdgeschoßige Bebauung wollen, weil es sich hier um eine sehr wertvolle Fläche mitten in der Stadt handelt. Der Discounter Aldi hat zugesagt, dass sie sich das vorstellen können«, so der Stadtmanager. Oberirdische Parkplätze sollen vor allem für die Kunden von Läden beziehungsweise dem Discounter errichtet werden. Für Wohnungen sollten die Parkflächen in einer Tiefgarage entstehen. Verlangt wird von den Investoren auch, dass sie vorstellen, wie die einzelnen Räume (Gewerbe- und Wohnbauten) miteinander sowie mit dem Umfeld (Rathausplatz und den Gebieten im direkten Umfeld) vernetzt werden und wie die Verkehrswege geplant sind.

Ziele sind gemischt genutzte Geschäfts- und Wohnhäuser, der Erhalt des Discounters Aldi, vorrangig Einzelhandel, der den Bedarf der Innenstadtbewohner als Nahversorger abdeckt, sowie Handel und Gastronomie im Erdgeschoß. Explizit ausgeschlossen ist laut Ehinger ein Vollsortimenter wie Edeka. Untergebracht werden soll aber auch nichtstörendes Gewerbe wie Gesundheits- und andere Dienstleistungen, medizinische Einrichtungen, Büros, aber auch Handwerk (Bäcker/Metzger) mit gastronomischem Angebot sowie Privatwohnungen und Gästehäuser (Pension, Hotel).

Interessenten für Läden und Büros gibt es laut dem Stadtmanager. Diese hätten bereits bei der Stadt angefragt und deren Adressen würden an mögliche Investoren weitergegeben. Wie Stadtbaumeister Thomas Gätzschmann erklärte, seien die Vorgaben für die Investoren der Rahmen: »Diesen können sie nun füllen und müssen sich auch selbst darum kümmern.« An die bisherigen Grundstücksgrenzen müssen sich die Investoren nicht halten, der Discounter könnte beispielsweise auch an der Eichendorffstraße angesiedelt werden.

Ritter rechnet mit neuen Geschäften

Auf Interesse gestoßen ist der Stadtmanager nach eigenen Angaben bei potenziellen Investoren, denen er im Oktober auf der »Expo Real«, einer Fachmesse für Immobilien und Investitionen in München, das Projekt vorgestellt habe. Diese Investoren werden nun ein Exposé mit den Erwartungen der drei Grundeigentümer bekommen und sollen dann ihre Konzepte vorlegen. Bürgermeister Ritter gab sich überzeugt, dass dabei auch neue Geschäfte in die Stadt gelockt werden könnten: »Solche neuen Vorhaben ziehen neue Interessenten an.«

Wenn Ende 2019 ein Investor ausgewählt worden ist, soll dieser Anfang 2020 mit der Umsetzung beginnen. Wie schnell das geht, hängt auch davon ab, ob die Grundeigentümer selbst bauen wollen, oder ihren Grund verkaufen und damit alles in die Hände der Investoren übergeben. Eine konkrete Vorgabe, wann die Baumaschinen anrollen und die Arbeiten beendet werden müssen, gibt es bisher nicht. Deutlich wurde beim Pressegespräch aber, dass die beiden Partner der Stadt auf eine schnelle Umsetzung drängen. ga


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