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Auf dem Weg zum Neubau von Bücherei und Volkshochschule

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Die Volkshochschule muss in vier Jahren aus ihrem jetzigen Gebäude ausziehen. (Foto: Rasch)

Traunreut – Zum jetzigen Zeitpunkt mit dem geplanten Neubau für die Bücherei und die Volkshochschule (VHS) eines der größten Finanzprojekte zu beschließen hält Stadtrat Michael Mollner (LiZ) aus Haushaltsgründen für unangemessen. Deshalb beantragte er im Bauausschuss des Stadtrats, die Entscheidung des Raumprogramms für die Bücherei und die VHS und den Grundsatzbeschluss zur Durchführung eines Planungswettbewerbs zu vertagen.


Nach Ansicht von Mollner sollte die Entscheidung so lange zurückgestellt werden, bis Klarheit besteht, wie es mit den Finanzen weitergeht. Seinen Angaben zufolge tagen die Fraktionssprecher am kommenden Montag intern, um die aktuelle Haushaltslage mit der Kämmerei zu diskutieren. Wie wiederholt berichtet, ist die aktuelle Haushaltslage in Traunreut sehr angespannt.

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Der Antrag von Mollner wurde jedoch bei drei Gegenstimmen abgelehnt. Mit großer Mehrheit sprach sich das Gremium dafür aus, das in der Sitzung vorgestellte Raumkonzept für beide Einrichtungen zu übernehmen und auf diesen Grundlagen die Planung und Realisierung des Neubaus durchführen zu lassen. Des Weiteren wurde beschlossen, das Bauvorhaben im Rahmen eines sogenannten nicht offenen Planungswettbewerbs in zwei Stufen durchzuführen und für das Wettbewerbsverfahren ein Betreuungsbüro zu beauftragen.

Den Neubau, der auf dem städtischen Grundstück an der Eichendorffstraße errichtet werden soll, jetzt zu schieben, wäre nach Ansicht von Christian Stoib (SPD) der falsche Weg: »Wir sollten nicht mehr warten und das Projekt angehen«, forderte Stoib. Auch Josef Winkler (Bürgerliste) warnte trotz der angespannten Haushaltslage davor, das Projekt auf die lange Bank zu schieben, zumal auch die Zeit dränge.

In vier Jahren muss die VHS aus den jetzigen Räumen raus. Nach Angaben der VHS-Leiterin Carola Drenth läuft die bauaufsichtliche Genehmigung des jetzigen VHS-Gebäudes aus den 1950er Jahren 2024 aus.

Vor zwei Jahren war festgestellt worden, dass in dem Gebäude die Brandschutzauflagen nicht erfüllt werden. Durch Nachbesserungsmaßnahmen hatte das Landratsamt die Genehmigung nur noch für die nächsten vier Jahre erteilt.

»Uns läuft die Zeit davon«, warnte Drenth. Über die Notwendigkeit der Erwachsenenbildung in Traunreut sollte ihrer Ansicht nach nicht diskutiert werden. Weiter teilte sie mit, dass aus Platzgründen immer wieder in andere Einrichtungen ausgewichen werden müsse. Als Beispiel nannte sie den Gesundheitsbereich, der nach den Sprachkursen einer der größten Bereiche sei. Deshalb sei in der Bedarfsanalyse auch ein 100 Quadratmeter großer Gymnastikraum mit Umkleideräumen mit eingeplant worden.

Nach den Vorstellungen der VHS-Leitung wären fünf Seminarräume notwendig, die in kleinere Räume abgetrennt werden könnten. Zudem wären für die Verwaltung sechs Büroräume, ein Büro für die Anmeldung sowie zwei Besprechungsräume notwendig. Inklusive eines Sozialraums/Pausenraums mit kleiner Küche, einem Erste-Hilfe-Raum mit Liege sowie einem Kopier- und Materialraum und Barriere-freien Sanitärräumen liegt der Gesamtflächenbedarf bei 627 Quadratmeter.

Auch für die Bücherei wurde auf Basis einer zukunftsfähigen Bibliothek von einem Fachbüro ein Raumkonzept erarbeitet. Bei angenommenen rund 36 000 Medien wird eine Fläche von rund 900 Quadratmeter benötigt. Laut den Berechnungen sollten beispielsweise für die Sachliteratur und Belletristik jeweils rund 138 Quadratmeter zur Verfügung stehen. Die Kinderbibliothek sollte über eine Fläche von 200 Quadratmetern verfügen und die Jugendbibliothek über 80 Quadratmeter. Benötigt werden auch ein Vortragssaal, Lesebereiche, Büros für die Mitarbeiter, Informationsplätze und Lagerräume. Geplant ist auch ein Café.

Einig war sich das Gremium darin, die Synergie-Effekte des Gebäudes zu nutzen. Damit sollen nicht nur Kosten gespart, sondern ein harmonisches Miteinander geschaffen werden. Das Haus könnte ein Super-Treffpunkt werden, sagte Hans Jobst (CSU). Er räumte auch ein, dass sich die Baupreise nach oben entwickeln werden, was man auch nicht außer Acht lassen sollte. Die Empfehlung des Bauausschusses, das Projekt trotz angespannter Finanzsituation voranzutreiben, muss aber noch vom Stadtrat abgesegnet werden. ga


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