weather-image

Auch die »Dicke Berta« hat es erwischt

5.0
5.0
Bildtext einblenden
Die Hühnerschar der Familie Fischer in Traunreut wird immer kleiner. Heuer wurden sieben Hühner von freilaufenden Hunden gerissen, weil ihre Besitzer die Vierbeiner nicht unter Kontrolle haben. Brosi Fischer hat zu seinen Hühnern eine besondere Beziehung aufgebaut und verwöhnt sie nicht selten mit Rosinen, die auch dem »Hofhund« Strolchi schmecken. (Foto: Rasch)

Traunreut. Seit Jahren ärgern sich Erna und Brosi Fischer, dass ihre Hühner in den Traunreuter Traunauen von freilaufenden Hunden gerissen werden. Heuer fielen schon sieben Hühner den Hunden zum Opfer, darunter auch die »Dicke Berta«, zu der das Ehepaar eine ganz besondere Beziehung hatte. Die »Dicke Berta« saß sogar mit am Brotzeittisch. Als jetzt wieder ein junges Huhn von einem freilaufenden Hund tot gebissen wurde, platzte Brosi Fischer der Kragen: »Mir reicht es jetzt!«


Die Fischers, selbst Besitzer von zwei Hunden, beklagen sich nicht über freilaufende Hunde. Vielmehr prangern sie die Unvernunft der Hundebesitzer an. »Ich habe nichts gegen Hunde, im Gegenteil. Aber die Leute müssen ihre Vierbeiner unter Kontrolle haben«, betonte Fischer gegenüber dem Traunsteiner Tagblatt. »Das nächste Mal ist es ein Rehkitz oder eine Katze. »Deshalb appelliert er an die Hundehalter, ihre Vierbeiner »kurz« zu halten oder besser sogar anzuleinen. Das Ehepaar beobachtet das Verhalten der Hundebesitzer, die ihre Tiere nicht mehr im Zaum halten können, nicht erst seit gestern: »Das geht schon seit Jahren so.« Heuer haben sieben Hühner daran glauben müssen, die zum Teil böse zugerichtet oder halbtot liegen gelassen wurden. »Es zerreißt mir das Herz, wenn ich auch noch mit ansehen muss, wie die Tiere leiden.«

Anzeige

Die Fischers haben zu ihrem Federvieh eine ganz besondere Beziehung aufgebaut. Viele Hühner hören sogar auf Namen und zur Belohnung gibt es Rosinen, die im Nu weggepickt sind. »Die mögen sie besonders gern«, sagt Brosi Fischer. »Hühner sind zwar grundsätzlich verschieden, aber sehr intelligente Tiere, die auch verwöhnt werden möchten«, weiß er aus Erfahrung. Wie jedes andere Haustier auch, folgen sie der Stimme ihres »Frauchens« oder »Herrchens«. Dass sich auch die Hunde beim Gassi gehen mit ihren »Herrchen« oder »Frauchen« entsprechend verhalten, würde sich die Familie Fischer für ihre Hühner wünschen. Denn die Hühner der Fischers sind das, was man glückliche Hühner nennen kann. Sie genießen einen großen Auslauf und sorgen gleichzeitig für eine »natürliche Geschwindigkeitsbegrenzung«. Sie bestimmen Tempo und Takt auf den Weg zur Kläranlage. Nach Lust und Laune stolzieren sie aus dem Stall in die angrenzenden Wiesen, um dann im Boden zu picken. Auch die vielen Spaziergänger freuen sich über das bunte Federvieh, vor allem dann, wenn die kleinen Küken geschlüpft sind. ga