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Anlieger sehen ihre Befürchtungen bestätigt – Effektive Rettung im Ernstfall nicht möglich

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Anhand dieses Fotos das bei einem Feuerwehreinsatz an der Westendstraße entstanden ist, bei dem es sich um einen Fehlalarm handelte, wollen die Anlieger der Wohnsiedlung deutlich machen, dass im Ernstfall eine effektive Rettung nicht möglich sei.

Traunreut – Für die Anlieger der Westendstraße war ein Feuerwehreinsatz in der Straße Anfang dieses Jahres der beste Beweis dafür, dass die gerade mal 3,70 breite Siedlungsstraße nicht für ein Pflegeheim in der geplanten Größenordnung ausgelegt ist. Mehrere Einsatzfahrzeuge waren wegen eines Brandalarms zu einem Mehrfamilienhaus an der Westendstraße ausgerückt. Erfreulicher Weise stellte sich jedoch heraus, dass es sich um einen Fehlalarm handelte.


Wie mehrfach berichtet, wehren sich die Anlieger aufgrund der beengten Straßenverhältnisse gegen den Bau eines Pflegeheims mit rund 100 Plätzen in einer der ältesten Wohnsiedlungen Traunreuts. Sie befürchten, dass durch die Größe des Projekts ein Verkehrschaos entstehen könnte. Der Feuerwehreinsatz habe gezeigt, dass ein Ernstfall in einer Katastrophe enden würde, schilderte die Augenzeugin Renate Kunze. »Die Westendstraße war durch das erste Löschfahrzeug und die Drehleiter blockiert, sodass weitere Einsatzfahrzeuge nicht mehr zum Gebäude vorrücken konnten und am Traunring in Bereitschaft blieben.« Die Anfahrt eines Rettungsfahrzeugs aus der entgegengesetzten Richtung wäre nur noch bedingt möglich gewesen, erklärte Kunze. Dieser Einsatz zeige sehr deutlich, dass durch die Verkehrssituation eine effektive Rettungs- und Hilfeleistung nicht möglich sei. »Wir Anwohner fragen uns, ob die Entscheidungsträger im Landratsamt und der Bauherr bei dem in diesem Bereich geplanten Pflegeheim, die Verantwortung im Ernstfall für zu Schaden gekommene Personen auf Grund der bekannten Sachlage tragen werden.«

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Für das geplante Pflegeheim an der Westendstraße Traunreut ist das 3000 Quadratmeter große Grundstück, auf dem sich noch ein sogenanntes P-Haus aus den 1950er Jahren befindet, quasi angerichtet. Die Eckdaten wurden schon vor rund acht Jahren mit der Aufstellung eines Bebauungsplans geschaffen. Es besteht also ein Baurecht. Damals wie heute regt sich jedoch Widerstand gegen das Bauvorhaben an diesem Standort. Die Anlieger, die im letzten Jahr bei Bürgermeister Hans-Peter Dangschat mit einer Unterschriftenliste vorstellig wurden, befürchten, dass der dadurch entstehende, zusätzliche Verkehr auf der ohnehin beengten Westendstraße ein Verkehrschaos auslösen könnte.

Die IEB Care GmbH & Co. KG, Projektentwickler und Betreiber von Pflegeeinrichtungen und sozialtherapeutischen Wohnformen, plant ein Seniorenpflegeheim mit bis zu 100 Betten. Laut dem Antragsteller sei der Bedarf an Pflegeplätzen in Traunreut da. In den beiden bestehenden Einrichtungen, »Pur Vital« und der Arbeiterwohlfahrt stünden 144 beziehungsweise 100 Pflegeplätze zur Verfügung. Der Bedarf liege aber mittelfristig bei 350 bis 400 Plätzen.

Auf dem Hanggrundstück sollen zwei gegeneinander leicht versetzte Gebäude entstehen. Laut Plan weist der straßenseitige Baukörper drei Geschoße mit einem Dachgeschoß auf und der gartenseitige durch die Hanglage vier Geschoße mit ebenfalls einem Dachgeschoß. Bei dem Projekt soll es sich um ein klassisches Pflegeheim nach den neuesten Standards mit einem Einzelzimmeranteil von 85 Prozent handeln. Jedes Zimmer soll rollstuhlfahrergerecht ausgerichtet werden und über ein eigenes Bad und bodentiefe Fenster verfügen. Daneben soll es eine eigene Großküche geben sowie große Therapie- und Aufenthaltsräume. Im Freien soll unter anderem auch ein sogenannter Demenzgarten mit Rundwegen errichtet werden. Neben einer Tiefgarage mit zehn Stellplätzen sind im Plan weitere acht oberirdische Stellplätze.

ga


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