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Als »Fourte+« sangen Anderl Maier (von links), Alex Gruber, Chris Huber, Tanja Thaler und Tissi Fernandez in der Theaterfabrik Lieder auf Bairisch. (Foto: Mix)

A capella auf Bairisch – »Fourte+« präsentiert in der Theaterfabrik Traunreut umgeschriebene Lieder im Dialekt

Das Vokal-Ensemble »Fourte+« hat in der Theaterfabrik Traunreut das Publikum mit seinen Liedern auf Bairisch begeistert. Tanja Thaler (Alt) aus Haßmoning, Tissi Fernandez (Sopran) aus Pertenstein, Chris Huber (Tenor/Beat Box) aus Oderberg und Alex Gruber (Bariton/Beat Box) aus St. Georgen sowie Anderl Maier (Bass) aus Kirchanschöring texten bekannte Lieder einfach um und schreiben eigene Songs im Dialekt. Sie kommen dabei ganz ohne Instrumente aus, die Untermalung ihrer Stücke machen sie einfach selbst.


Los ging es mit dem Titel »Oh Herr, gib mir meine Sprache zurück«. Die fünf brachten darin viele Beispiele, dass heutzutage englische Begriffe ganz selbstverständlich im Sprachgebrauch zu finden sind. Sie aber stehen zu ihrer Sprache und singen viel lieber auf Bairisch.

Ursprünglich waren es vier sangesfreudige Mitglieder, die schon seit mehreren Jahren als »Fourte« bei Hochzeiten auftraten und vorwiegend Gospels sangen. Um ein richtiger A-capella-Chor zu werden, waren sie aber auf der Suche nach einem fünften Mitglied. Wie Chris Huber beim Konzert erzählte, sollte es vor allem jemand sein, der viele Leute kennt und Besucher bei den Konzerten anlockt, denn »mia braucha aa Leit, de uns zuahern«. Alex Gruber wurde schließlich 2019 das »Plus« der Gruppe und »singa konn er aa no« – eine willkommene Dreingabe. In einem sehr amüsanten Lied stellte er sich selber vor, wurde dabei aber von den beiden Sängerinnen immer wieder unterbrochen, die am Ende nur meinten: »Es langt, wennst guat ausschaugst.«

Alex Gruber durfte dann auch »Gigolo« von Rainhard Fendrich singen, ein Lied über einen schüchternen Mann, wie es Alex Gruber angeblich auch sei. Tanja Thaler beschwerte sich in einem Song, dass Männer immer glauben, sie könnten alles besser: aus »Money, Money, Money« von ABBA macht sie »Mane, Mane, Mane, I moan des kann i, wenn i oamoi derf«. Tissi Fernandez sang über »an guadn Dog« und fragte als verzweifelte Mutter in einem Lied »wo is da Dietzl?«.

Anderl Maier mit seiner unglaublich tiefen Stimme meinte nur »Probiers mal mit 'nem Bass«. Und Chris Huber besang ein Treffen mit »meiner Ex«, die sich dann doch als fremde Frau herausstellt.

Stolz berichtete er auch vom Chorwettbewerb des Bayerischen Rundfunks während der Coronazeit, an dem das Ensemble mit dem Respektsong »Bunt« teilnahm und unter 171 Bewerbern den 6. Platz belegte. Der Sonderpreis dafür bestand in der Teilnahme an einem Moderationsworkshop, in dem sie wichtige Tipps für eine gute Moderation erhielten.

Als ganz neuen, selbst geschriebenen Song brachte »Fourte+« noch »Irgendwann bin i im Radio«. Es wäre wirklich wünschenswert, wenn ihre amüsanten Lieder in bairischer Sprache im Radio zu hören wären. Beim Konzert genossen die Zuhörer allerdings neben der Musik noch die sehr gelungene Moderation und witzigen Geschichten zwischendrin, die die sympathischen Sängerinnen und Sänger von sich geben. Das Publikum in der Theaterfabrik war auf jeden Fall begeistert und ließ die fünf erst nach zwei Zugaben von der Bühne gehen.

Pia Mix

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