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70 Jahre Stadtgeschichte in Bildern und Objekten

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Traunreut: 70 Jahre Stadtgeschichte in Bildern und Objekten
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Hans Danner (Zweiter von links) führte die Gäste am Abend der Eröffnung durch die Ausstellung. (Foto: P. Mix)

Traunreut – Am 1. Oktober 1950 wurde die Kommune Traunreut gegründet, wie die Gemeindeerhebungsurkunde, bestehend aus einem einfachen DinA4 Blatt, beweist. Genau 70 Jahre später wurde eine Ausstellung im Heimathaus eröffnet zum Thema »70 Jahre Traunreut«. Sie bleibt zwei Wochen lang bestehen.


Bei der Eröffnung am Donnerstag betonte Bürgermeister Hans-Peter Dangschat: »Die Frage nach dem, was unsere Vorfahren gemacht haben, schärft unseren Blick für die Gegenwart, bringt Orientierung, wappnet uns für die Herausforderungen der Zukunft.«

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Die Ausstellungseröffnung fand aufgrund der Corona-Abstandsregelungen auf dem Platz vor dem Heimathaus statt und glücklicherweise spielte das Wetter mit. Ortsheimatpfleger Hans Danner erzählte, wie es zu der Ausstellung kam. Bereits im Frühjahr 2019 hatte Fritz Bantscheff, Vorstandsmitglied des Vereins Heimathaus, die Idee, zum 70-Jahr-Jubiläum eine Ausstellung zu erstellen. Seit Jahren sammelt er eifrig Informationen, Fotografien, Exponate und Daten über die Geschichte Traunreuts und der Traunreuter.

Beim damaligen Bürgermeister Klaus Ritter kam die Idee gut an und Hans Danner wurde beauftragt, ein Konzept zu erstellen. In den Wahlkampfzeiten ruhte das Thema, danach kamen ein neuer Bürgermeister und Corona. Als Hans-Peter Dangschat signalisierte, dass er die Idee der Ausstellung ebenfalls unterstützt, konnten Hans Danner und seine Mitstreiterin Sandra Schallinger sich ans Werk machen.

Entstanden ist eine Ausstellung, die sich in sechs Kapiteln verschiedenen Epochen der Stadtgeschichte widmet. Das Ganze ist einer Baustelle gleich gestaltet, da auch die Stadt Traunreut laut Hans Danner im positiven Sinne eine »ewige Baustelle« ist, an der immer weiter gebaut wurde und wird.

Im ersten Abschnitt gibt es Traunreut noch gar nicht, er handelt von der Zeit von 1938 bis 1950 und umfasst Muna, Besatzungszeit und die Anfänge der Kommune. Die Dekade von 1950 bis 1960 wird im zweiten Kapitel thematisiert. Hier geht es um Aufbau und Wirtschaftswunder. 1960 bis 1978 fand die Stadterhebung statt, die Wirtschaftskraft und die Bevölkerung wuchsen stetig an.

In die Epoche 1978 bis 2002 fielen die Gebietsreform, die Zuwanderung aus östlichen Ländern und viele neue Aufgaben, die mit dem Wachsen der Kommune zusammen hingen. 2002 bis heute war die Stadt dem sozialen Wandel unterworfen und hatte viele neue Herausforderungen zu stemmen.

»Fertig ist Traunreut noch lange nicht«

Das letzte Kapitel schließlich stellt die Frage »wie geht es weiter mit der Baustelle Traunreut«? Hier sind die Besucher auch aufgefordert, eigene Ideen und Vorstellungen einzubringen, denn wie es auf dem Plakat dazu heißt: »Fertig ist das gemeinsame Haus Traunreut noch lange nicht.«

Unter den Gegenständen, die in der Ausstellung gezeigt werden, sind unter anderen alte Utensilien aus der Munazeit ebenso wie Haushaltsgeräte der Firma Siemens, Sitzmöbel aus den 1960er Jahren, ein Friseurstuhl und zahlreiche Fotografien, die die Entwicklung der Stadt zeigen.

Bürgermeister Hans-Peter Dangschat erinnerte in seinem Grußwort bei der Eröffnung an die große Aufbauleistung der Gründerväter, die die Stadt »aus dem Nichts« aufbauten. Drei große Bausteine hob er hervor: »Der Rathausplatz ist etwas ganz Besonderes, weil ihn die beiden Kirchen einrahmen und damit den Mittelpunkt bilden«.

Ein weiterer wichtiger Baustein sei das Gemeinschaftsgefühl, das von Anfang an in der Gemeinde geherrscht hat. Den Geist dieses besonderen Zusammenhalts in früheren Jahren unter schwierigsten Bedingungen gelte es wieder zu beleben, denn »es gibt auch heute noch viele Vorbilder dafür«.

Und als Drittes nannte das Stadtoberhaupt den Mut, der notwendig war, um aus Traunreut das zu machen, was es heute ist. »Wir alle zehren davon, was unsere Vorfahren als Grundstein legten«, betonte Hans-Peter Dangschat.

Mit Geschenkkörben bedankte sich der Bürgermeister bei Gerhard Wonner und Fritz Bantscheff vom Verein Heimathaus sowie den Gestaltern Hans Danner und Sandra Schallinger für die geleistete Arbeit. Musikalisch gestaltet wurde die Eröffnungsfeier von Julian Kiesling und Musikschulchef Josef Mayer. Die geladenen Gäste konnten anschließend als erste die Ausstellung besichtigen.

Sie ist noch bis Freitag, 16. Oktober, täglich geöffnet von 15 bis 18 Uhr, an Sonn- und Feiertagen bereits ab 13 Uhr. Führungen sind nach Voranmeldung unter Telefon 08669/788678 wochentags von 8.30 bis 13 Uhr möglich. mix


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