Bildtext einblenden
Leisten seit 40 Jahre aktiven Dienst bei der Feuerwehr Traunwalchen: Wolfgang Skowaysa (links) und Franz Ober. Rechts hinten ist Kommandant Mathias Besuch.

150-jähriges Bestehen der Freiwillige Feuerwehr Traunwalchen wirft seine Schatten voraus

Traunreut – Das Jubiläum der Freiwillige Feuerwehr Traunwalchen wirft seine Schatten voraus. Im Mai 2025 feiern die Traunwalchner ihr 150-jähriges Bestehen und nehmen dabei auch die Nachbarwehr aus Pierling mit ins Boot, die ebenfalls in zwei Jahren auf 150 Jahre zurückblicken kann. Höhepunkt des Doppeljubiläums ist der Festsonntag, der auf den Tag des Schutzpatrons der Feuerwehr, dem heiligen Florian, fällt. Darüber informierte der Vorsitzende der Freiwilligen Feuerwehr Traunwalchen, Manfred Heisler, in der Jahreshauptversammlung im Pfarrheim Traunwalchen.


Laut Heisler laufen die Vorbereitungen eines gemeinsamen Festkomitees für die Festwoche vom 30. April bis 5. Mai 2025 auf Hochtouren. Im Rahmenprogramm sind unter anderem ein Familienfest und ein Partyabend geplant, und zum Abschluss der Festwoche wird im Festzelt der Kreisbauerntag mit Kesselfleischessen stattfinden.

Vereinsaktivitäten wieder normalisiert

Die Vereinsaktivitäten haben sich auch bei der Traunwalchner Wehr zwischenzeitlich wieder normalisiert, fuhr Heisler fort und erinnerte an den Florians-Stammtisch, an die Besuche von Jubiläumsfesten und an das Spritzenhausfest der Freiwilligen Feuerwehr Traunreut. Das traditionelle Schafkopfturnier wurde wieder organisiert und beim Dorfschießen der Schützengilde habe die Feuerwehr Traunwalchen zum wiederholten Mal den 1. Platz mit der Mannschaft belegt.

Auch der Terminkalender für das laufende Jahr weist viele Termine auf: Los geht's mit einem Schafkopfrennen im Florian-Stüberl am Freitag, 3. März um 19 Uhr. Am 25./26. März beteiligen sich die Floriansjünger am Dorfausflug nach Pullman City. Im Mai ist dann ein Ausflug zu den befreundeten Kameraden   in Hof am Leitha-berge zu einer Fahrzeugweihe geplant.

Kassenwart Sebastian Reuter berichtete, dass man unterm Strich im Vereinsjahr 2022 ein kleines Polster zu verzeichnen hat. Insgesamt unterstützen 156 Mitglieder den Verein.

Während zu Beginn des vergangenen Jahres der Übungsbetrieb coronabedingt noch beschränkt abgehalten werden musste, konnte man ab Mai wieder in den Normalbetrieb übergehen, berichtete 1. Kommandant Mathias Besuch. Die gesamte Wehr habe zwölf Schulungs- und 14 Praxis-Übungen absolviert sowie Fort- und Ausbildungen besucht. In die Aus- und Weiterbildung wurden knapp 190 Stunden investiert. Die gesamten Einsatz- und Dienststunden der Wehr lagen bei über 1700. Davon waren die Aktiven über 320 Stunden bei Einsätzen unterwegs. 24 Mal musste die Traunwalchner Wehr ausrücken. »Die Einsätze waren wieder sehr THL-lastig«, sagte der Kommandant.

In Erinnerung sei ein schwerer Verkehrsunfall geblieben, der im April auf der Kreisstraße TS 49 passierte. Ein aus Richtung Kreisverkehr Frühlinger Spitz in Richtung Traunwalchen fahrender Pkw-Lenker sei aufgrund von Straßenglätte ins Schleudern gekommen, in eine Leitplanke gekracht und dann in ein entgegenkommendes Fahrzeug. Die beiden Fahrer hatten Glück und seien mit mittelschweren Verletzungen davon gekommen. Der zeitaufwändigste Einsatz sei die Bergung eines umgestürzten Heizöl-Lkw im Dezember gewesen. Der umgekippte LKW hatte 18 000 Liter Heizöl geladen. Mittels einer Mineralölpumpe wurde der Tank ausgepumt, anschließend wurde der Lkw geborgen.

Wie der Kommandant weiter mitteilte, seien im Frühjahr die Hydranten in Walchenberg, Hurt und Frauenhurt gemessen worden. Die Ergebnisse seien, wie erwartet, ernüchternd gewesen. »Wir haben hier, wie auch in Arleting und Schmieding viel zu wenig Löschwasser, um bei einem Mittel- oder Großbrand Aussichten auf einen Löscherfolg zu haben«, warnte Besuch. Falls Grunddienstbarkeiten möglich seien, seien in diesen Bereichen drei Löschwasserzisternen geplant.

Auch die Digitalisierung wird die Traunwalchner Feuerwehr in den nächsten Jahren begleiten. Nach langem Warten wurden jetzt ein neuer Alarmmonitor und ein Alarmdrucker in der Fahrzeughalle in Betrieb genommen. Zum wiederholten Mal schnitt der Kommandant die Baumängel in der Fahrzeughalle an. Beim Bau des Gebäudes sei die Bodenabdichtung an der Außenseite der Tore falsch ausgeführt worden, sodass Wasser eindringt und bei Starkregen es am Schießstand der Schützengilde, die im Untergeschoß des Feuerwehrhauses untergebracht ist, durch die Decke tropft. Eine daran beteiligte Firma weigere sich jedoch, hier nachzubessern, sagte Besuch. So müsse jetzt die Schadensfrage auf gerichtlichem Weg geklärt werden.

Dem Bericht von Jugendleiters Dominik Kroiher war zu entnehmen, dass 2022 keine Neuzugänge zu verzeichnen waren. Ein Jugendlicher sei in den aktiven Dienst gewechselt und zwei seien ausgetreten. Mit den verbleibenden vier Jugendlichen verfügt die Feuerwehr insgesamt über 60 aktive Feuerwehrfrauen- und Männer, davon 16 Atemschutzgeräteträger.

Als Vertreter der Stadt Traunreut lobte zweiter Bürgermeister Reinhold Schroll den professionellen Ausbildungsstand und die Einsatzleistung der Traunwalchner Floriansjünger: »Danke, dass ihr 365 Tage im Jahr da seid«, sagte Schroll. Die Stadt Traunreut sei quasi für die Hardware zuständig und die Software müsse die Feuerwehr leisten. Was die Fehlleistung in der Fahrzeughalle betreffe – hier handle es sich um einen Gewährleistungsanspruch – hoffe er, dass das Problem in den nächsten Monaten gelöst werden könne.

Ehrungen und Ernennungen

Auf der Tagesordnung standen auch eine Reihe von Ehrungen und Ernennungen. Als Vertreter der Kreisbrandinspektion überreichte Kreisbrandinspektor Martin Schupfner an Martin Huber für 25-jährige aktive Dienstzeit das Feuerwehrabzeichen des Freistaates Bayern in Gold. Für 20 Jahre aktiven Dienst wurden die Feuerwehrfrauen Annemarie Kühn und Veronika Sollacher seitens der Stadt Traunreut geehrt. Beide waren aber nicht anwesend und erhalten die Urkunde nachträglich.

Franz Ober und Wolfgang Skowajsa wurden von Kommandant Besuch für 40-jährigen aktiven Feuerwehrdienst ausgezeichnet und für zehn Jahre Andreas Berger. Zum Feuerwehrmann wurde Florian Jackel ernannt, Florian Schillmeier zum Oberfeuerwehrmann und Michael Sollacher, Florian Lieb sowie Cornelia Dorfhuber zum Hauptfeuerwehrmann beziehungsweise zur Hauptfeuerwehrfrau.

ga

Mehr aus Traunreut