Einbrüche im Landkreis Traunstein und ganz Bayern: Polizei schnappt Serieneinbrecher

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Foto: Montage (l. Andreas Gebert/Archiv, re. dpa-Symbolb

Tittmoning – Fast ein Jahr lang hielt ein Serieneinbrecher, der auch im Landkreis Traunstein tätig war, vielerorts in Bayern die Polizei auf Trab. Nun sitzt der 44-Jährige, der zwischenzeitlich untergetaucht war, in Haft. Insgesamt 16 Einbrüche werden ihm zur Last gelegt.


Über viele Monate hinweg beschäftigte ein zunächst unbekannter Serieneinbrecher die bayerische Polizei. Auch der Einbruch am 23. Oktober in das Katholische Pfarramt St. Laurentius in Tittmoning geht auf das Konto des Serientäters. Die Tat im Landkreis Traunstein, bei der nahezu das gesamte Gebäude auf den Kopf gestellt wurde, sollte seine letzte gewesen sein. Denn bereits am Folgetag wurde der Verdächtige geschnappt.

Bereits im Mai 2020 war der 44-jährige Deutsche nach einem Einbruch in ein Altenheim im Landkreis Dachau unter dringenden Tatverdacht geraten, als er mit Einbruchswerkzeug und Bargeld in Tatortnähe von Polizeibeamten vorläufig festgenommen werden konnte. Der Mann kam für mehrere Wochen in Untersuchungshaft, wurde dann allerdings gegen eine Meldeauflage wieder auf freien Fuß gesetzt.

Etwa zeitgleich geriet der Wohnungseinbrecher auch bei der Kripo Ingolstadt unter Tatverdacht. Die Ermittler untersuchten eine Reihe von Einbrüchen erneut und verließen sich dabei auf ihren Spürsinn, dass der Einbruch im Mai in das Altenheim nur die Spitze des Eisbergs war. Die Ermittler waren sich einig: der Tatverdächtige dürfte noch für eine Vielzahl weiterer Einbrüche in ganz Bayern in Frage kommen – und ließen bei ihren Untersuchungen nicht locker.

In enger Zusammenarbeit mit den Polizeipräsidien Oberbayern Süd, Niederbayern, Oberpfalz, Ober- und Mittelfranken wurden alle Erkenntnisse zusammengeführt. Akribisch glichen sie das an den Tatorten hinterlassene und gesicherte Spurenmaterial miteinander ab. Die umfangreichen Auswertearbeiten führten schließlich zum Erfolg: Nach einem Einbruch in ein Einfamilienhaus in Stammham konnte eine DNA-Spur gesichert werden, die laut Gutachten zweifelsfrei auf den 44-jährigen Tatverdächtigen zurückgeht. Weitere Spurentreffer an anderen Tatorten folgten, hier stehen die Laborergebnisse allerdings noch aus.

Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Ingolstadt, die mittlerweile die Sachleitung für das Gesamtverfahren übernommen hat, wurde ein Haftbefehl gegen den Serieneinbrecher erlassen. Bereits am Folgetag nach dem Einbruch in das Pfarramt in Tittmoning konnte der Verdächtige geschnappt werden. Beamten der Kripo Nürnberg und Zivilkräften des Polizeipräsidiums Niederbayern gelang am Nachmittag des 22. Oktober die Festnahme des Gesuchten, der bei seinem Bruder in Schöllnach untergeschlüpft war.

Der 44-Jährige wartet nun in der JVA Augsburg-Gablingen auf sein Gerichtsverfahren. Mittlerweile werden ihm insgesamt 16 Einbrüche zur Last gelegt, die er in der Zeit vom 31. Oktober 2019 bis 21. Oktober 2020 an unterschiedlichsten Orten in Bayern begangen haben soll. Ziel seiner Einbrüche waren Einfamilienhäuser, Pfarrämter sowie Vereins- und Altenheime in den Landkreisen Traunstein, Eichstätt, Kelheim, Regensburg, Nürnberg-Land, Wunsiedel, Dachau und Pfaffenhofen. Der bei den quer durch die Regierungsbezirke Bayerns verübten Einbrüchen entstandene Sach- und Beuteschaden liegt laut Polizei im unteren fünfstelligen Euro-Bereich.