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Tenglinger Dorfladen ins frühere Bankgebäude?

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Das ehemalige Bankgebäude in Tengling. Die Gemeinde erwägt, den Dorfladen dorthin umzusiedeln. (Foto: Caruso)

Taching am See – Mit einer Bauvoranfrage beim Landratsamt möchte die Gemeinde Taching am See prüfen, ob im ehemaligen Bankgebäude an der Tenglinger Weinbergstraße zwei neue Nutzungen zulässig sind. Der Tenglinger Dorfladen würde ins Erdgeschoß einziehen und im Obergeschoß ein Veranstaltungsraum für Bürger und Vereine eingerichtet. Das würde eine erhebliche Änderung der bisherigen Funktion des Gebäudes bedeuten, weshalb sich der Gemeinderat darauf verständigte, eine Bauvoranfrage zu stellen.


In der Debatte wurde vor allem klar, dass die Gemeinde den Lebensmittelladen erhalten will. Denn im Zuge der Machbarkeitsstudie zum Umbau des Tenglinger Feuerwehrhauses zeigte sich, dass zu dessen Erweiterung auch die Räume benötigt werden, in denen der Dorfladen aktuell ist.

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»Nun wurde im Vorfeld überlegt, in welche Räume der Dorfladen umgesiedelt werden könnte. Dabei ist vor allem das ehemalige und bislang kaum genutzte Bankgebäude in Betracht gezogen worden«, so Bürgermeisterin Stefanie Lang. Im September 2019 sei für dieses Haus eine Nutzungsänderung zu gemeindlichen Mehrzweckräumen samt Umbau genehmigt worden. »Die entsprechenden Baumaßnahmen wurden vor nicht allzu langer Zeit über die Bühne gebracht.« Aktuell werde das Gebäude als gemeindlicher Besprechungs und Putzraum genutzt. Im Eingang stünden noch Geräte für verschiedene Bankservices. Generell waren die Erdgeschoßräume für Gemeinderat-, Vereinssitzungen, Vorträge und dergleichen vorgesehen. Das Untergeschoß dient als Schutzraum für den Waldkindergarten.

»Für die Unterbringung des Dorfladens würden daher erneut Kosten für Planungen und gewisse Umbauten anfallen. Zudem ist der Einbau eines Dorfladens genehmigungspflichtig«, sagte Lang. Der Pächter des Dorfladens sehe den Umzug aber eher kritisch.

Kämmerer Bernhard Kraus sah das Vorhaben ebenfalls skeptisch. Er betonte, dass die Einnahmen aus der Vermietung der Räume an einen Dorfladenbetrieb in keinster Weise im Verhältnis zum Kaufpreis stünden. »Aufgrund der angespannten Haushaltslage sollte die Nutzungsänderung nochmals gründlich überdacht werden.« Ein Nahversorger sei zwar wichtig für die Gemeinde, aber aus betriebswirtschaftlicher Sicht eher als unrentabel zu bewerten.

Werner Reith sagte, er wolle das Thema nochmals im Gemeinderat per Videokonferenz erörtern. 2. Bürgermeister Hans Steiner erinnerte daran, wie schwierig es einst war, für den Tachinger Dorfladen ein geeignetes Quartier zu finden. Ein Dorfladen sei wichtig für die Daseinsvorsorge.

Erich Koller hob hervor, dass die Gemeinde auch für das soziale Leben im Dorf zuständig ist. Zudem besann er sich auf seine schon früher vorgetragene Anregung: Im Falle eines notwendig werdenden Umzugs des Dorfladens ins Bankgebäude könne der Dorfladenbesitzer den Vorteil nutzen, die Veranstaltungen im Obergeschoß zu betreuen. Das mache es auch für ihn lukrativer.

Aufgrund von Kollers Anregung kam das Gremium schließlich überein, dass die Gemeinde eine Bauvoranfrage ans Landratsamt richten solle. ca


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