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Tachinger Gemeinderat billigt Reihe von Bauvorhaben

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Foto: Symbolbild/dpa

Taching am See – Schon der erste Versuch im Februar, für den Neubau eines Wohnhauses samt Doppelgarage an der Leiten in Taching das gemeindliche Einvernehmen zu erhalten, glückte. Damals bejahte der Gemeinderat den Neubau des Einfamilienhauses mit einer Doppelgarage und stimmte den Befreiungen von den Festsetzungen des Bebauungsplans »Tachinger Feld« zu.


Die Befreiungen waren nötig, weil das Vorhaben zum einen mit dem Quergiebel auf der Westseite des Hauses die Baugrenze überschreitet und zum anderen die Grundstückszufahrt auf die Ostseite der Parzelle rückt. Später reichte die Gemeinde den Bauantrag zur Genehmigung beim Landratsamt ein, das die Planung mit der Bauwerberin abstimmte. »Gegenüber der Eingabeplanung vom Februar 2018 ergeben sich daher jetzt Änderungen«, informierte Bürgermeisterin Ursula Haas in der jüngsten Sitzung über die neue Variante.

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Wie Haas sagte, wäre laut Bebauungsplan eine Quergiebel-Breite von maximal einem Drittel der Hauptdachlänge zulässig. Die Vorprüfung durch das Landratsamt habe ergeben, dass diese Vorschrift nicht eingehalten werde. Für das Überschreiten von rund 90 Zentimetern sei eine Befreiung nötig, die das Landratsamt aller Voraussicht nach auch erteile. Der Befreiungsantrag sei begründet mit dem Umstand, dass sonst zu wenig Platz für einen Essplatz bleibe.

Zahl der Stellplätze verringert

Den Bestimmungen nach müssten pro Wohneinheit zwei Stellplätze nachgewiesen werden. »Die Bauherren haben aber darum gebeten, dass sich die Gemeinde für die kleine Einliegerwohnung mit einer Grundfläche von 37 Quadratmetern auf einen einzigen beschränken möge«, sagte Haas und zitierte die Beweggründe der Antragsteller: »Aufgrund der Wohnungsgröße und der eingeschränkten Nutzung als Gästewohnung dürfte ein Stellplatz wohl reichen.«

Der Gemeinderat zeigte für die Belange der Bauwerber Verständnis und erteilte der neuen Variante samt den Befreiungen vom Bebauungsplan einhellig das gemeindliche Einvernehmen. Letztlich genehmigen muss den Plan aber das Landratsamt.

Das Einverständnis der Gemeinde gab es auch zum Neubau eines Einfamilienhauses samt Doppelgarage auf einem Grundstück am Binderweg. Das Baugrundstück liegt innerhalb der Einbeziehungssatzung »Obertaching – An der Pallinger Straße«.

Völlig problemlos ging zudem der Antrag zum Bau einer Güllegrube in Limberg über die Bühne, der ebenfalls das gemeindliche Einvernehmen erhielt. Wie die Bürgermeisterin informierte, liegt das Grundstück im baurechtlichen Außenbereich. Dort sei ein Vorhaben nur zulässig, wenn es einem land- oder forstwirtschaftlichen Betrieb diene, öffentliche Belange nicht entgegenstünden und die Erschließung gesichert sei. Dies ist offensichtlich der Fall, da es keinerlei Einwände von Seiten der Gemeinderäte gab.

Etwas problematischer war es dann beim Antrag zum Bau eines Carports an der Huckinger Straße. Der Rat erteilte zwar das gemeindliche Einvernehmen, zwei Ratsmitglieder wollten sich aber nicht anschließen. Einer von ihnen war Franz Obermeyer. Aus Gründen der Verkehrssicherheit empfahl er den geforderten Abstand einzuhalten und den Carport an anderer Stelle zu situieren, was die Grundstücksgröße durchaus zulasse. »Wenn er rückwärts rausfährt, steht er direkt auf der Straße.«

Carport nah am Fußgängerweg

Peter Seehuber sah dies anders. Es handle sich um eine Siedlungsstraße und nicht um eine Hauptverkehrsstraße, daher befürworte er den Carport wie geplant. Der Carport, der nach der Garagenstellplatz-Verordnung noch einen Mindestabstand von drei Metern zur öffentlichen Verkehrsfläche haben müsste, rückt fast direkt bis an den Fußgängerweg heran.

Etwas überrascht über die hohen Kosten, die ein Haus der Vereine mit einem Saal für rund 200 Personen mit sich bringen würde, zeigten sich die Gemeinderäte, als Haas noch eine erste Grobschätzung vorstellte, die das von der Gemeinde beauftragte Ingenieurbüro Magg erarbeitet hat. »Je nach Ausführung, ob mit oder ohne Keller, könnten nach dieser Schätzung Beträge zwischen 1, 7 Millionen und drei Millionen Euro zusammenkommen. Zu einem möglichen Bau des Hauses der Vereine gibt es nur Überlegungen. Es ist noch keine Entscheidung gefallen.

Abschließend gab Haas bekannt, dass »die kranken Eschen«, auf die Ratsmitglied Hans Steiner hingewiesen hatte, demnächst einer genauen Baumdiagnose durch die Fachfirma von Florian Görgmeier unterzogen werden. Erst nach deren Beurteilung, entscheide die Gemeinde, ob sie eventuell tote Äste oder mehr entfernen lasse. ca