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Sanierung der Tenglinger Ortsdurchfahrt: Im Herbst rollen die Bagger an

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Taching: Sanierung der Tenglinger Ortsdurchfahrt: Im Herbst rollen die Bagger an
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Nach dem Ausbau der Straße in Tengling sollen Fußgänger und Radfahrer deutlich sicherer unterwegs sein, wie Martin Bambach vom Staatlichen Bauamt in der jüngsten Gemeinderatssitzung sagte. (Foto: Caruso)

Taching am See – Seit Jahren kämpfen die Gemeinde Taching und einige Bürger für mehr Sicherheit auf der Staatsstraße 2105, die mitten durch den Ort führt und den Ortsteil Tengling in zwei Hälften teilt. Viele Bürger sind der Meinung, dass die Verkehrssituation gefährlich ist. Eine weitere Überquerungshilfe am nördlichen Ortsausgang von Tengling und eine zusätzliche Fußgängerampel sollen die Situation nun entschärfen. Das Staatliche Bauamt stellte die aktualisierten Pläne im Gemeinderat vor.


Wie Baudirektor Martin Bambach sagte, gebe es auf der Staatsstraße 2105 eine hohe Verkehrsbelastung mit beträchtlichem Schwerlastanteil. Deshalb richte seine Behörde den Blick auf die schwächsten Verkehrsteilnehmer und achte in der Ausbauplanung darauf, dass die Fußgänger und Radfahrer künftig deutlich sicherer unterwegs sind. So lasse das Straßenbauamt nicht nur einen neuen Geh- und Radweg anlegen, sondern schaffe auch eine Querungshilfe. Die Gemeinde Taching am See lasse zudem eine Fußgängerampel aufstellen.

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Zudem will man künftig mithilfe eines Hochbords zugeparkte Straßenecken vermeiden, damit die Sicht im Bereich der Fußgängerampel auf wartende Fußgänger frei ist und im weiteren Verlauf Passanten nicht mehr auf die Straße ausweichen müssen.

Da die Straße vor 30 Jahren zum letzten Mal asphaltiert worden sei, befinde sich die Asphaltfahrbahn mittlerweile in einem schlechten Zustand. Daher lasse der Freistaat die Straße auf einen Abschnitt von rund 605 Metern komplett neu bauen. Bei einer Prüfung der vorhandenen Untergrund- oder Spartenleitungen habe man festgestellt, dass sich die Entwässerungsanlagen ebenfalls in einem teilweise sehr schlechten Zustand befinden und ohnehin nicht mehr dem Stand der Technik entsprechen.

»Die Straßenentwässerung ist also eines unserer Hauptprobleme«, sagte Bambach. Bislang werde alles Abwasser von einem Kanal erfasst, der mittig in der Straße verläuft. Künftig sei das Straßenabwasser und das Regenabwasser von den umliegenden Grundstücken separat abzuleiten. Baulastträger der Straße sei der Freistaat Bayern, der auch die Finanzierung des Straßenabwassers übernehme. Die Gemeinde sei hingegen Kostenträger der Ableitung von bestehenden Gewässern, anfallendem Oberflächenwasser der Gemeindestraßen und in Teilbereichen Gehwegen. Das heißt, dass das Oberflächenwasser, das die Gemeinde einleitet und das Oberflächenwasser, das von Anliegern stammt, in einem separaten Regenwasserkanal erfasst werden.

Das Staatliche Bauamt Traunstein sei mit den Planungen mittlerweile so weit, dass es demnächst mit den Ausschreibungen beginnen könne. »Bis Ende September sollen dann die entsprechenden Angebote bereits ausgewertet sein«, sagte Bambach. Er bestätigte, dass abschnittsweise ausgebaut werde. Schon Ende September oder Anfang Oktober sperre seine Behörde die Straße komplett für den überörtlichen Verkehr, während für den Anliegerverkehr größtenteils eine Zufahrtsmöglichkeit vorhanden sei.

Gegenüber den zuletzt im Herbst 2019 vorgestellten Planentwürfen gebe es keine wesentlichen Änderungen, sagte Ingenieurin Monika Althammer von der Traunsteiner S·A·K Ingenieurgesellschaft mbH, die vom Staatlichen Bauamt mit der Anfertigung der Pläne beauftragt worden ist. »Bis dahin haben wir sämtliche Wünsche und Anregungen aus der Bürgerversammlung geprüft. Vieles davon war aber nicht realisierbar, auch weil die dafür notwendigen Grundstücke fehlen.«

Losgelegt mit den Baumaßnahmen wird laut Althammer am nördlichen Ortseingang von Tengling auf Höhe von Egart, etwa bei der sogenannten Schneidermayer-Kapelle. Im Zuge von gemeinsamen Ortsterminen mit den Fach- und Genehmigungsbehörden hätten sich deren Vertreter mit der Gemeinde darauf verständigt, die Lage und die Ausbildung des Fußgängerüberwegs mit Lichtsignalanlage auf Höhe der Pizzeria/Eingang Gastgarten festzulegen, so die Ingenieurin.

Bei diesem Fußgängerüberweg sollen auf beiden Straßenseiten ausreichend große Aufstellflächen für wartende Fußgänger geschaffen werden. Wie Monika Althammer weiter informierte, rechnet das Staatliche Bauamt Traunstein mit Gesamtkosten von rund 2,4 Millionen Euro. Etwas mehr als die Hälfte übernehme der Freistaat, sodass auf die Gemeinde Kosten von rund 850.000 Euro entfallen.

Bürgermeisterin Stefanie Lang erinnerte daran, dass die Planungsphase schon mehrere Jahre dauere und mit den Fachbehörden nun soweit alles geregelt sei. »Ich denke, dass wir mit dieser Planung durchaus zufrieden sein dürfen, auch wenn einige Wünsche offengeblieben sind. Dennoch ist es ein einmaliges Ergebnis.«

Ingenieur Niels Dahlschen, ebenfalls von der Traunsteiner S·A·K Ingenieurgesellschaft mbH, erläuterte das detaillierte Vorgehen während der beiden Bauphasen. Er räumte ein, dass die Anwohner die offenen Kanalgräben nicht jederzeit passieren könnten, die Zufahrt für Rettungsdienste jedoch immer gewährt sei. ca