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Nur noch reine Badestellen am Tachinger See – heuer gibt es Parkgebühren

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Taching: Reine Badestellen am Tachinger See – heuer gibt es Parkgebühren
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Auch das Strandbad Tengling wird vorübergehend als reine Badestelle eingestuft.

Taching am See – Die Gemeinde wandelte die von ihr betriebenen Strandbäder am Tachinger See in reine Badestellen um. Wegen der Corona-Beschränkungen gibt es an diesen Bädern heuer keinen beaufsichtigten Badebetrieb. Stege und Sprungtürme, Umkleidekabinen und Duschen im Innenbereich bleiben zumindest vorerst gesperrt. Darauf hat sich der Gemeinderat in einer kurzfristig anberaumten Sondersitzung verständigt.


Wie Bürgermeisterin Stefanie Lang sagte, hat sie mit den anderen Betreibern der Seebäder rund um Waginger und Tachinger See in einer gemeinsamen Besprechung darauf geeinigt, die Seebäder heuer als sogenannte Badestellen zu betreiben. Grund dafür seien die hohen Auflagen, die die Badbetreiber durch die Infektionsschutzmaßnahmen-Verordnung in Zeiten der Corona-Pandemie zu erfüllen hätten.

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Als Betreiberin eines Strandbads müsste auch die Gemeinde Taching am See unter anderem sicherstellen, dass die Anzahl der gleichzeitig anwesenden Badegäste nicht zu hoch sei.

Würde die Gemeinde das Seebad heuer als Seebad betreiben, so wäre eine Sicherstellung nur gewährleistet, wenn entsprechende Kontrollen stattfänden. Zudem müssten bauliche Maßnahmen vorgenommen werden, um den unkontrollierten Zutritt zur Anlage zu verhindern. Der Aufwand dafür stehe jedoch nicht mehr im Verhältnis zu den möglichen wirtschaftlichen Einnahmen.

Wenn der Gemeinderat einverstanden sei, stelle die Gemeinde in diesem Sommer den Badegästen die Liegewiese zur Verfügung. Zudem lasse man die Badestelle in einem naturbelassenen Zustand. Dies bedeute, dass die Gemeinde das Gefahrenpotenzial reduzieren und Gefahrenquellen wie etwa Badestege und Sprungtürme sperre. »Der Zutritt erfolgt unentgeltlich, zumal von Gemeindeseite auch keine gemeindliche Badeaufsicht den Badebetrieb überwachen wird«, sagte Lang.

Bei Eintritt läuft alles kontrollierter ab

Wolfgang Alversammer ist der Vorsitzende der Tachinger Wasserwacht. Als Zuhörer in der Sitzung bat ihn der Gemeinderat um eine Einschätzung. Alversammer vertrat die Meinung, dass der Druck auf die Seen durch die Personenbeschränkungen in den Freibädern heuer sehr hoch werde. Er schätzt, »dass Taching überrannt wird«.
»Bei reinen Badestellen besteht das Problem, dass möglicherweise 4000 bis 5000 Gäste gleichzeitig drin sind.« Wenn man Eintritt verlange, laufe alles kontrollierter und geregelter ab. Zugleich wies er darauf hin, dass die Gefahr des Ertrinkens an unbewachten Badestellen größer sei als in Gewässern, die von Rettungsschwimmern überwacht werden.

Gemeinderat Josef Huber teilte die Bedenken, dass es in den nächsten Wochen deutlich mehr Badegäste an die Seen zieht. Beide Strandbäder seien umzäunt. Auch den Bereich Strandbad und Campingplatz in Taching könne man abtrennen. Wenn die Gemeinde jeweils zwei Kassierer in Taching und Tengling einsetze, sei der Zugang zahlenmäßig gut kontrollierbar. »Aufgrund der Einnahmensituation der Gemeinde Taching halte ich es für dringend notwendig, Eintritt zu verlangen, weil sie auch fixe Kosten zu stemmen hat.«

Bürgermeisterin Lang sah das allerdings etwas anders: »Wir müssten dann sicherstellen, dass sich nicht mehr Personen als zulässig in den Bädern befinden.« Die Gemeinde schaffe es vermutlich nicht, dafür zu sorgen, dass alle die Abstandsregeln einhalten. »Wenn wir die Badestellen aber frei zugänglich halten, haftet jeder Badegast für sich selbst.«

Dominik Mayr sagte, dass mit der Badestelle noch nicht alle Probleme geklärt seien. Beispielsweise sei das wilde Parken damit noch völlig ungelöst. Dritter Bürgermeister Christoph Wamsler erinnerte daran, dass die Parkplätze bei den Strandbädern in Taching und Tengling nicht ausschließlich den Badegästen vorbehalten seien. »Diese dienen zum Beispiel auch den Spaziergängern und den Wandernden.« Die Gemeinde habe auch schon vor Corona gelegentlich das Problem gehabt, »dass alles chaotisch zugeparkt war«. Eine Verbesserung der Parksituation habe man nur mit Kontrollen erreicht.

Zweiter Bürgermeister Hans Steiner sprach sich für eine frei zugängliche Badestelle aus. »Die Leute sind sehr vernünftig und halten die Abstände ein.« Peter Seehuber machte den Vorschlag, Online-Tickets auszugeben, die vorab bestellt werden können, um einen geordneten Badebetrieb zu gewähren. Franz Gramminger vermutete, dass in diesem Sommer deutlich mehr Camper Urlaub am Waginger und Tachinger See machen werden. Bei einem regulären Strandbadbetrieb sei die Gemeinde auch dafür zuständig, dass alle Vorschriften und Hygieneregeln eingehalten werden.

Hans-Peter Brugger sagte, dass man die Diskussion beenden könne, zumal die Gemeinde es wohl nicht schaffe, die Vorgaben, die an einen regulären Strandbadbetrieb gestellt werden, umsetzen zu können. Schließlich beschloss der Gemeinderat bei einer Gegenstimme, die von Josef Huber kam, bis auf Weiteres eine Badestelle einzurichten. Falls sich an den Verordnungen etwas ändere, diskutiere man nochmals darüber.

Tagesticket fürs Parken kostet acht Euro

Im weiteren Verlauf der Sitzung verständigte sich der Rat dann mehrheitlich darauf, heuer eine Parkgebühr an den Strandbädern Taching und Tengling zu verlangen – und zwar in der Zeit von 9 Uhr bis 17 Uhr. Die Tageskarte kostet acht Euro. Wer ab 15 Uhr auf den Parkplatz fährt, zahlt noch fünf Euro. In Ausnahmefällen gibt es Befreiungen, zum Beispiel für aktive Mitglieder der Wasserwacht.

Mit der Parkgebühr möchte die Gemeinde mindestens einen Teil der Einnahmen, die durch den Wegfall des Eintrittsgelds entstehen, wieder hereinholen. Denn die fixen Kosten wie etwa für die Rasenpflege, Strom und Wasser fallen auch weiterhin an. ca


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