Kinderkrippe in Taching – Holzbauweise ist vom Tisch

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Das alte Turnhallengebäude, das links im Bild zu sehen ist, wird abgerissen, um Platz zu schaffen für die neue Kinderkrippe. (Foto: Caruso)

Taching am See – Die Gemeinde Taching möchte eine neue Kinderkrippe bauen. Die Planentwürfe dafür erstellten die Architekten Nikolaus Magg und Johannes Pfeiffer. Regelmäßig wurden die leicht geänderten Entwürfe im Gemeinderat präsentiert. In der jüngsten Sitzung des Ratsgremiums stellten die beiden eine erneut abgewandelte Variante samt einer überarbeiteten Kostenschätzung vor. Wie bisher, handelt es sich um ein barrierefrei zugängliches Gebäude mit Unter- und Obergeschoß, das südlich an das bestehende Kindergartengebäude anschließt.


Das langgestreckte Gebäude, mit den Maßen 25 auf 10,5 Meter, wird nun so errichtet, dass alle erdberührten Teile aus Beton sind und der Aufbau aus Ziegelwänden besteht. Aus Zeit- und Kostengründen verständigte sich der Rat jetzt auf die Ziegelwände und verwarf damit die lange verfolgte Holzbauweise. Diese neuen Entwürfe soll das Architektenbüro Magg in Freilassing nun so verfeinern, dass die Gemeinde damit in die Baugenehmigung gehen und die Anträge auf staatliche Förderungen stellen kann.

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Die jetzt angedachten dicken Ziegelwände bieten ähnlich wie Holz auch eine gute Umweltbilanz und ein gutes Raumklima. Das Holz ist aber sehr teuer geworden, weil die amerikanische Bauindustrie derzeit auch große Mengen an bayerischem Fichtenholz aufkauft, da ein kanadischer Käfer Kanadas Kiefernwälder stark zerstört habe, wodurch der wichtige Importmarkt der USA weggebrochen ist, berichteten die Architekten. Zudem habe Holz lange Lieferzeiten.

Der Preis für einen Holzaufbau läge bei etwa 320 Euro pro Quadratmeter Außenwandfläche deutlich höher als bei der Ziegelbauweise mit einer Außenwandstärke von 36,5 Zentimeter, die mit 202 Euro pro Quadratmeter zu Buche schlage, sagte Magg. Der Preisunterschied mit Innenwänden mache insgesamt immerhin 50 000 Euro nur für ein Geschoß aus. Auch in Ziegelbauweise sei das Haus als BEG-Effizienzgebäude realisierbar.

Ab Juli 2021 könne die Gemeinde für dieses Vorhaben mit einem energieoptimierten Neubau (mit dem Baustandard »Effizienzhaus 55«) die neuen und interessanten Förderkredite und Zuschüsse der »Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG)« beantragen. Um diesen Energiestandard zu erreichen, brauche die Gemeinde aber wohl noch einen Energieberater.

Im Erdgeschoß des Hauses, das ein Satteldach erhält, liegt der helle Eingangs- und Empfangsbereich mit Flachdach, der auch die Verbindung zum bisherigen Bestand bildet und die Kinder aller Altersstufen zusammenführt. Dieser Eingangsbereich erschließt die verschiedenen Funktionen und Nebenräume. Durch große Fenster in der Fassade wird die neue Einrichtung von Tageslicht durchflutet. Terrassentüren bieten einen unmittelbaren Zugang zu Terrasse und Garten. Diverse Raumkörper gliedern geschickt den Gesamtraum der Krippe und nehmen zweckmäßig Materialien auf.

Dem Eingangsbereich schließt sich der Mittagsbetreuungsraum an, in dem rund 30 Kinder gleichzeitig ihre Mahlzeiten einnehmen können. In diesen Speisesaal ist eine Küche samt Speisenausgabe integriert. Für die Erzieher gibt es im Erdgeschoß auch eine gemeinsame, passende Räumlichkeit für Besprechungen. Im südlichen Teil der Ebene, in einem geschützten Eckbereich liegen der Ruheraum, das Spielzimmer und die Garderobe.

Die Charakteristik dieses Entwurfs orientiert sich an der vorhandenen Topografie des Grundstücks: Der Baukörper schiebt sich in den nach Südosten abfallenden Hang. So entsteht ein Innenhof, der den Freibereich des Kindergartens und der Krippe einfasst und das Untergeschoß wie ein Erdgeschoß wirken lässt. Es beherbergt den zweiten Gruppenraum mit Garderobe, Ruheraum und Sanitärräumen. An ihn schließt sich ein überdachter Spielbereich an. Insgesamt biete das neue Gebäude eine nutzbare Fläche von 455 Quadratmetern.

Die Kosten von etwa 2,4 Millionen Euro verteilen sich auf den Neubau des Hauptgebäudes, den Anbau des Eingangsbereichs, den Umbau im Bestand, auf vorbereitende Maßnahmen wie den Abriss der alten Turnhalle samt notwendiger Verlegung des Regenwasserkanals und auf Erschließungsarbeiten. Die Kosten für die Neugestaltung der Außenanlagen und für die Ausstattung der Krippe sind ebenfalls enthalten.

Hinzu kommt noch die Erneuerung der Heizungsanlage im Bestand, denn sowohl das bestehende Kindergartengebäude als auch das neue Krippenhaus sollen an die Fernwärme angeschlossen werden. Dies habe das mit der Heizungstechnik beauftragte Planungsbüro Stadler vorgeschlagen. »Auf das Bauwerk, also für Gebäude und Technik entfallen 1,5 Millionen Euro und damit etwas mehr als anfangs geschätzt«, sagte Architekt Magg, ehe der Rat den eingangs genannten Beschluss fasste.

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