weather-image
18°

Hochzeit mit vielen Hürden: Tenglinger Paar gibt sich trotz Corona-Krise das Ja-Wort

4.3
4.3
Taching: Hochzeit mit vielen Hürden: Tenglinger Paar gibt sich trotz Corona-Krise das Ja-Wort
Bildtext einblenden
Foto: privat

Taching am See – Der schönste Tag im Leben ist für viele der Hochzeitstag. Freunde, Familie, ein rauschendes Fest, doch in Zeiten mit Corona ist nichts mehr normal und der Traum von der Hochzeit könnte zum Albtraum werden. Doch Agnes und Andreas Giesbrecht haben das beste in diesen Zeiten gemacht, ist noch enger zusammengerückt, und hat zueinander »Ja« statt alles abgesagt.


»Wir sind wirklich froh, dass wir uns doch getraut haben und die Hochzeit nicht abgesagt haben«, betont Agnes Giesbrecht erleichtert. Das Paar aus Tengling hatte seinen großen Tag für den 27. März geplant, und dann erkennen müssen, das angesichts von Corona nichts mehr so sein wird wie angedacht.

Anzeige

Die Hochzeitsfeier der Giesbrechts war innerhalb weniger Tage von einem rauschenden Fest auf eine kleine Familienfeier zusammengeschrumpft – und schließlich war klar, das nicht einmal mehr das möglich ist. Nur noch die Trauzeugen durften mit aufs Standesamt in Tittmoning. Und selbst darauf haben die beiden aus Rücksicht verzichtet. »Der eine Trauzeuge war etwas angeschlagen, meine Trauzeugin ist schwanger, da wollten wir einfach nichts riskieren«, sagt die 32-Jährige.

Dass es letztlich eine sehr feierliche Zeremonie und nicht nur eine reine Formalität wurde, wie Agnes Giesbrecht befürchtet hatte, lag auch am Team des Standesamts Tittmoning. »Es gab Blumenschmuck, die Standesbeamtin ging auf diese besondere Situation ein, fand die richtigen Worte, es war wirklich feierlich.« Auch das festliche Gewand des Hochzeitspaars – Giesbrecht wollte zunächst aus Trotz über die verwehrte Hochzeitsfeier ihr weißes Brautkleid nicht tragen – habe seinen Beitrag dazu getan, dass beide von der Zeremonie ergriffen waren.

Aber die Trauzeugin hat sich da doch noch etwas Schönes einfallen lassen. Als das Paar aus dem Standesamt kam, war der Wagen der beiden geschmückt mit einem »Just married«-Schild und Blechdosen, die sie hinter dem Wagen Herzogen konnten. Und dennoch konnte all das nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Familie fehlte.

Selbst dafür gab es eine gute Kompensation. Familie, Freunden und Bekannten haben Glückwünsche per Videobotschaft geschickt. »Die haben sich dafür sogar festlich angezogen oder Tracht getragen, da hab ich wirklich geweint«, erinnert sich Giesbrecht. Auch Segenswünsche ihrer beiden Schwestern, die als Ordensfrauen im Kloster in Assisi leben, waren darunter. »Das hat mich natürlich total gefreut, dass die an mich gedacht haben, obwohl es für sie gerade alles andere als einfach ist.«

Nach der Trauung ging es zurück nach Tengling. Dort warteten Grüße der Nachbarn, die das Haus dekoriert hatten. Gefeiert haben die Giesbrechts dann aber nur mit den beiden Töchtern Laura und Hanna im Garten beim Trampolin-Springen. Und abends gab es statt ausgelassener Party und üppigem Festmahl selbstgemachte Lasagne und eine gute Flasche Sekt. »Eines ist klar, wir werden uns immer an diesen speziellen Hochzeitstag erinnern.« vew


Einstellungen