Gemeinderat Taching stimmt für Krippenneubau

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Auf dem Gemeindegrund in Tengling zwischen Turmgasse und Weinbergstraße soll eine neue Kinderkrippe gebaut werden, die dann mit dem bestehenden Kindergarten »Tausendfüßler« verbunden wird. Foto: dpa

Taching am See – Auf dem Gemeindegrund in Tengling zwischen Turmgasse und Weinbergstraße soll eine neue Kinderkrippe gebaut werden, die dann mit dem bestehenden Kindergarten »Tausendfüßler« verbunden wird. Die Gemeinde ließ sich dafür bereits vom Architekturbüro Magg in Freilassing einen Plan für das Bauwerk entwerfen und eine Übersicht über die geschätzten Kosten erstellen.


Diese Kostenberechnung, aufgeteilt in Kostengruppen bildet zum einen die Grundlage für die spätere Ausschreibung, und zum anderen ist sie eine wichtige Voraussetzung dafür, dass die Gemeinde einen Antrag auf staatliche Förderung stellen kann. Dafür wurde auch der Bedarfsplan nochmals aktualisiert.

Der Gemeinderat billigte in seiner jüngsten Sitzung die Baukostenschätzung in Höhe von geschätzt 2,4 Millionen Euro und fasste den formalen Durchführungsbeschluss mit 9:4 Stimmen. Zuvor hatte er den für die Jahre 2021 bis 2035 prognostizierten Bedarf an Kinderbetreuungsplätzen zur Kenntnis genommen. Die Kämmerei wurde damitbeauftragt, bis spätestens 30. Juni einen Antrag auf Gewährung einer Zuwendung bei der Regierung von Oberbayern einzureichen.

»Die genauen Kosten ergeben sich erst im Zuge der Ausschreibung, können sich also sowohl leicht nach oben als auch nach unten bewegen«, informierten die Architekten Nikolaus Magg und Johannes Pfeiffer, die ihre Berechnung anhand aktueller Ausschreibungsergebnisse bei ähnlichen Projekten erstellt haben. »Wir versuchen dann, 50 bis 60 Prozent aller Arbeiten in das erste Ausschreibungspaket zu packen. Danach wisse man genauer, wohin die Reise bei den Kosten geht, sagte Magg, ehe er die einzelnen Kostengruppen mit den Räten durchging.

Fußbodenheizung in Erd- und Untergeschoß

Die Planungen für die technische Gebäudeausstattung, die Bestandteil der Kostenschätzung ist, stammen vom Planungsbüro Stadler in Traunstein und vom Planungsbüro Dauhrer in Siegsdorf. Wie Stadler informierte, erhält das Haus in vielen Räumen des Erd- und Untergeschoßes eine Fußbodenheizung, weil sich ein Großteil des Alltags auf dem Fußboden abspielt. Da der Neubau nach den geltenden Vorgaben der Energieeinsparverordnung errichtet werde, empfahl er eine Lüftungsanlage, damit die kleinen Benutzer und das Kita-Personal den ganzen Tag mit frischer Luft zu versorgt sind. Die Lüftungsanlage schlage mit rund 67 000 Euro zu Buche. Man müsse aber auch sehen, dass sie eine Wärmerückgewinnung von etwa 90 Prozent hat.

Bei der technischen Gesamtausstattung liege man bei rund 477 000 Euro. Darin seien auch die Kosten für den Nahwärmeanschluss enthalten. Die Wärme liefere dann das neue Hackschnitzel-Heizwerk von Matthias Leitner, das demnächst hinter dem Tenglinger Feuerwehrhaus errichtet werden soll.

Bürgermeisterin Stefanie Lang machte zunächst mit den aktualisierten Zahlen in der von Dr. Herbert Tekles von Demosplan überarbeiteten Bedarfsanalyse vertraut. Diese prognostiziert unter anderem den Bedarf an Krippen- und Kindergartenplätzen bis ins Jahr 2035.

Demnach gibt es im Bereich der Betreuung von unter Dreijährigen bereits eine eigenständige Krippengruppe mit 15 genehmigten Plätzen. Aufgrund von Vergleichsquoten ist insgesamt ein aktueller Bedarf von 15 Plätzen anzusetzen. In den kommenden Jahren wird der Betreuungsbedarf in dieser Altersklasse noch geringfügig steigern.

Sollte mit neuen Bauvorhaben neuer Wohnraum hinzukommen, würde dies zu steigenden Zuzügen und einer Steigerung von Betreuungsplätzen für die Knirpse führen. Für Buben und Mädchen unter drei Jahren wird somit eine Erhöhung der Betreuungskapazitäten (um rund fünf Plätze) im Krippenbereich empfohlen, um einen adäquaten Puffer für den Bedarfsanstieg aufzuweisen.

Bedarf steigt auf 96 Kindergartenplätze

Bei den Kindergartenplätzen gibt es aktuell 87 anerkannte Plätze. Bei einem gegenwärtigen Bedarf von 80 Plätzen liegt eine noch ausreichende Situation vor. In den kommenden Jahren steigt er allerdings auf rund 96 Plätze. Durch neue Bauvorhaben könnte sich die Zahl noch erhöhen, informierte Lang.

Wie sie zudem wissen ließ, kann die Übergangslösung »Mohnblume« in der Grundschule Taching mit den 15 Kindern einer Kindergartengruppe nur noch maximal bis 2022 fortgeführt werden. »Eine Verlängerung der Übergangslösung wäre mit Zustimmung der Marktgemeinde Waging am See in den Räumlichkeiten der Kinderkrippe Tettenhausen für ein weiteres Jahr, also bis 2023 möglich.« Derzeit führe sie entsprechende Gespräche. »Somit ist ab dem übernächsten Jahr ohne eine Erweiterung der Kinderkrippe in Tengling mit nochmals 15 Plätzen weniger zu rechnen.«

Mit dem Neubau ließe sich der künftige Bedarf von 24 Krippenplätzen decken. Durch den Umzug der bestehenden Krippengruppe (im Kindergarten Tausendfüßler) in den Neubau würde Räume frei, die man mit der »Mohnblumen«-Gruppe belegen könnte. Zugleich entstünden dort weitere fünf freie Plätze. »Mit der Erweiterung des Naturkindergartens in Burg bei Tengling um sieben Plätze würde die Gemeinde dann ein Gesamtangebot von 99 Kindergartenplätzen schaffen, womit sich die Gesamtzahl auf 123 Plätze erhöhen ließe, 99 im Kindergartenbereich und 24 im Krippenbereich.

Ohne Neubau droht Fremdunterbringung

»Ohne einen Neubau an Krippenplätzen könnte eine Ausgleichszahlung für die Fremdunterbringung in anderen Gemeinden auf Taching zukommen.« Falls es dort auch keine freien Betreuungsplätze gebe, müsse Taching aufgrund der Rechtslage eventuell Gehaltsersatzzahlungen leisten. »Bei einem monatlichen Durchschnittslohn bei Frauen von 3500 Euro kann sich jeder ausrechnen, was das kostet«, sagte Lang, ehe der Gemeinderat mehrheitlich beschloss, die Krippe zu bauen.

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