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Ein Prosit der Gemütlichkeit: Bürgermeister Andreas Bratzdrum (von links), Kommandant Florian Reiter aus Tengling, Vorstand Reinhard Brandmaier aus Törring und Tachings Bürgermeisterin Stefanie Lang. (Foto: Caruso)

Die Törringer machen den Tenglingern den Paten

Taching am See – Leicht machte es die Feuerwehr Törring den Feuerwehrkameraden aus Tengling nicht: Beim Patenbitten mussten die Tenglinger einiges über sich ergehen lassen. Zahlreiche Gäste ließen sich das Leiden der Tenglinger im Gasthaus Neuwirt nicht entgehen. 


Viele Aufgaben galt es bei diesem Patenbitten zu meistern, ehe die Törringer endlich Ja sagten. Dazu gehörten das traditionelle Holzscheitlknien, verschiedene Eignungstests, eine Quizrunde und das Vertilgen würzig scharfer Würste. Am Ende hatten die Tenglinger aber alle überzeugt und die Patenschaft wurde übernommen. Mit der anschließenden Feier unterstrichen beide Vereine einmütig ihre Vorfreude auf ein gelungenes Gründungsfest vom 23. bis 26. Juni.

Ein Schutzschirm für die Schirmherrin

Tittmonings Bürgermeister Andreas Bratzdrum spannte einen Schutzschirm über Schirmherrin und Bürgermeisterin Stefanie Lang aus Taching am See, um sie beim Anstich des Fasses vor allzu starkem Bierregen zu schützen. Dabei hatte Lang vorsorglich eine wasserdichte Feuerwehrjacke an, als sie den Zapfhahn setzte. Passend dazu erklang das Prosit auf die Gemütlichkeit von der Musikkapelle Tengling, die unter Leitung von Justina Hiermer immer wieder aufspielte.

Zu Beginn bot der zweite Vorstand der Tenglinger Wehr, Erich Koller, den rund 60 Törringern gerade mal fünf Halbe an. »Für fünf Halbe gibt es bei uns nicht mal den Grundschutz«, meinte der Törringer Verhandlungsführer, Vorstand Reinhard Brandmaier, dazu, nachdem Festleiterin Magdalena Obermayer ihr Anliegen vorgetragen hatte.

So forderte Brandmaier Zweierteams aus dem Festausschuss auf, die gebräuchlichsten Knoten und Stiche aus dem Einmaleins der Feuerwehrler zu zeigen. Mal saß ein Knoten angeblich zu locker, mal wurde behauptet, die Zeit sei überschritten. »Alles noch ausbaufähig«, fasste Brandmaier zusammen. Immerhin gelang es aber so, die ersten 40 Liter Bier herauszuschinden.

Obermayer meinte jedoch, das 25-Liter-Fassl, das die Bürgermeisterin angezapft hatte, sei völlig ausreichend, während Brandmeier sich deutlich mehr und eine ordentliche Brotzeit vorstellte. Daher hatten er und der Gruppenführer der Törringer, Stefan Reiter, der ganz scheinheilig den Unparteiischen mimte, weitere knifflige Aufgaben in petto.

So mussten Festleitung und Vorstandschaft dann würzig scharfe Debrecziner vertilgen. Die legten Feuer auf die Zungen, das unter Beifall des Publikums schnell mit Williams-Christ-Birne gelöscht wurde, womit die Tenglinger zugleich bewiesen, dass sie das Brand-löschen aus dem »Effeff« beherrschen.

Bestechungsversuch vergrößert Forderung

Da wagten Magdalena Obermayer und Kommandant Florian Reiter einen Bestechungsversuch: Sie ließen ein Wasserschaden-Wagerl hereinziehen, bestückt mit Rettungsutensi-lien für das neue Feuerwehrauto in Törring. Die Törringer hielten dies aber nur für ein Zuckerl, womit sich die geforderte Biermenge erneut steigerte. Zudem passten die Schwimmflügerl oder der rote Schwimmring mit dem Törringer Feuerwehrwappen wohl höchstens einem Kleinkind.

Etwas Gehirnschmalz und Bedenkzeit verlangten die Quizfragen, die »die Frau Festleiterin und die Frau Bürgermeisterin« beantworten sollten. Meist lagen ihre Antworten zwar daneben, aber eben nur ganz knapp. Verblüfft zur Kenntnis nahmen die Törringer, wie belesen die Bürgermeisterin ist: Lang konnte auf Anhieb sagen, dass die japanische Großstadt Yokohama 3,7 Millionen Einwohner hat. Da war es 21.20 Uhr, der Bierstand lag bei 68 Litern. Unter vorgehaltener Hand hieß es im Publikum, nach der Einwohnerzahl sei nur gefragt, worden, weil man die gleiche Litermenge an Bier rauspressen wollte.

Dann versuchten es die Tenglinger noch mit einem Oldtimer-Kennzeichen – eines der beiden Törringer Feuerwehrautos wird nächstes Jahr 30 Jahre alt. Das war ein Wink mit dem Zaunpfahl Richtung von Bürgermeister Bratzdrum, endlich ein neues Fahrzeug zu beschaffen. Das Wohlwollen der Paten lag aber noch immer in weiter Ferne. So trug der Festausschuss samt Schirmherrin seine Patenbitte schließlich auf Holzscheitln kniend vor. Die Tortur, bei der man noch das inständige »Gebet« »Liebe Kameraden aus Därring, wir bewundern euer Können, eure Hilfe komme,……«, hörte, haben aber alle heil überstanden.

Weil so viel Einsatz belohnt werden muss, lud die Festleiterin die ganze Schar dann zu einem gemütlichen Grillabend auf den Hof von Hans Steiner ein. »Hans, ich hoffe, du weißt schon darüber Bescheid, dass uns das der stellvertretende Festleiter Martin, der zufällig auch dein Sohn ist, großzügigerweise angeboten hat?«

»Richtiger Törringer Feuerwehr-Kuchen«

Damit niemand an der Gastfreundschaft der Tenglinger zweifelt, trugen sie schon mal selbst gebackene Kuchen in den Saal, wovon einer ein »richtiger Törringer Feuerwehr-Kuchen« war, weil er aussah wie ihr sehnlich erwartetes, neues Löschfahrzeug. Der engagierten Truppe sagten die Paten letztlich gerne Unterstützung zu.

Ihre offiziellen Aufgaben beim Jubiläum im Juni sind zwar überschaubar, aber schon im Voraus mit 170 Litern Bier und dem Grillfest auf dem Steinerhof ausgeglichen.

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