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Auftakt zum Gründungsjubiläum der KSK Taching

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Festredner und Ehrengast beim Auftakt der 100-Jahr-Feier der Krieger- und Soldatenkameradschaft Taching war Bayerns Wirtschaftsminister Huber Aiwanger. (Foto: Caruso)

Taching am See – Die vielen Gäste, die sich am Mittwochabend im Festzelt eingefunden hatten, bereiteten Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger einen würdigen Empfang: Die Blaskapelle Tengling stimmte den Defiliermarsch an und das Publikum applaudierte lautstark, als Aiwanger durch das Zelt schritt. Er war auf Einladung der Krieger- und Soldatenkameradschaft (KSK) zum Auftakt ihrer Feierlichkeiten anlässlich des 100. Gründungsjubiläums gekommen.


Nach den Grußworten von KSK-Vorstand Hubert Krautenbacher und seinem Stellvertreter Josef Mayer begrüßte auch Bürgermeisterin Ursula Haas die Gäste und stellte die Gemeinde und deren Besonderheiten kurz vor. Als Schirmherrin der Jubiläumsveranstaltung nahm Ursula Haas dann mit einem Doppelschlag den Bieranstich vor und eröffnete damit die Festwoche offiziell.

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Dann kam der Moment, auf den alle gewartet hatten: Hubert Aiwanger trat ans Rednerpult. In seiner Rede machte er sich vor allem für die Stärkung der bayerischen Wirtschaft und der ländlichen Regionen mit dem Erhalt kleiner Betriebe stark.

Zunächst betonte der Wirtschaftsminister, wie wichtig es ist, in Frieden leben zu können. Er bedauerte die Abschaffung der Wehrpflicht, nicht nur weil der Traum vom ewigen Frieden hierzulande auch mal platzen könne, sondern auch, weil die Jugend damit auch eine Lebensschule verloren habe. »Der disziplinierte Dienst würde ihnen sicher guttun«, meinte Aiwanger, der sich auch für mehr Praxisbezug an den Schulen aussprach. In Bayern brauche man nicht nur mehr Lehrer, vielmehr solle auch das Schulfach Alltagskompetenz eingeführt werden, forderte er weiter.

Gerade auch beim Volksbegehren für mehr Artenschutz habe sich gezeigt, wie unqualifiziert heute über Landwirtschaft geredet werde. »Leute, die mit der Landwirtschaft nichts zu tun haben, dürfen uns nicht vorschreiben, was wir zu tun haben«, betonte er. Als Beispiele nannte er »realitätsferne Forderungen«, wie das Walzen der Wiesen nur bis Mitte März oder das Mähen erst ab Mitte Juni.

Er habe sich beim »Runden Tisch« dafür eingesetzt, dass Bauern, die immerhin dafür sorgen, dass alle kostengünstig an die Lebensmittel kommen, nicht die Leidtragenden des Volksbegehrens sein sollen, so Aiwanger, der eine neue »Flächensparinitiative« anstoßen will und für einen sorgsameren Umgang mit Grund und Boden plädiert.

Wachsende Einwohnerzahlen bedeuteten aber auch mehr Siedlungen, Straßen und Gewerbegebiete, sagte der Wirtschaftsminister. Um dem Schwund von Acker- und Grünlandflächen entgegenzuwirken, brauche es intelligente Lösungen und eindeutige Forderungen und Formulierungen schon bei der Bauleitplanung. Man müsse die Innenverdichtung und die Reaktivierung von Grundstücken forcieren und unter anderem auch die stillgelegten Bauernhöfe im baurechtlichen Außenbereich wieder sinnvoll ausbauen und beleben.

Angesichts des Fachkräftemangels komme man nicht darum herum, die berufliche Bildung aufzuwerten, fuhr Aiwanger fort. »Warum soll jemand, der Abitur gemacht hat, danach nicht Handwerksmeister werden oder eine praktische Tätigkeit im Unternehmen ausüben?« Es sei nicht unanständig, sich die Hände schmutzig zu machen. »Wir müssen nicht nur die kleinen landwirtschaftlichen Betriebe, sondern auch das Handwerk und den Mittelstand mehr stärken und mehr Schüler für die praktische Arbeit gewinnen.« Zur Stärkung der Betriebe trage auch die Abschaffung der Erbschaftssteuer bei, die ja auch bei Betriebsübergaben eine Rolle spiele. Aiwanger forderte »ordentliche Unternehmenssteuern«, die es zu senken gelte. Zu einer wirtschaftsfreundlichen Politik gehöre es auch die Strompreise niedrig zu halten und dafür zu sorgen, dass die Firmen nicht abwandern. Dazu trage vor allem auch der Aufbau des Mobilfunks und der flächendeckende Breitbandausbau bei. »Junge Leute wollen doch nicht in ländlichen Regionen wohnen, wo diese wichtigen Infrastruktureinrichtungen fehlen.«

Zum Erhalt der Lebensqualität in den Dörfern trügen vor allem auch die Gasthäuser bei, »die praktisch die Seele eines Dorfes bilden«, sagte Aiwanger. So habe sich die Staatsregierung auch dazu entschlossen, gegen das sogenannte Wirtshaus-Sterben vorzugehen. Für dieses Ziel habe man ein Förderprogramm aufgelegt, das den Betreibern von Dorfwirtschaften helfe, dringend notwenige Sanierungen vorzunehmen. »Wenn ein Gasthaus gut läuft, darf es man es nicht kaputtkontrollieren.« Dasselbe gelte auch für die landwirtschaftlichen Betriebe und für das Handwerk, warnte er vor immer weiteren Reglementierungen, die gerade kleine Betriebe besonders belasten würden.

Über weite Strecken seiner Rede zählte Aiwanger auch die Erfolge der Regierungsarbeit auf, wie etwa den monatlichen Zuschuss von 100 Euro pro Kind für junge Familien zum Kindergartenbesuch, der ab Juni bezahlt werde. Zu den landespolitischen Themen, die Aiwanger besonders hervorhob, gehörte auch die Energiepolitik. Er plädierte unter anderem für den Ausbau von erneuerbaren Energien mit mehr und leistungsfähigeren Fotovoltaikanlagen, für die er neue Förderprogramme auflegen wolle. Auch brauche es mehr Gaskraftwerke im Freistaat, zu deren Realisierung und Anschub man wiederum Geld aus Berlin benötige. Gerade der Erhalt von Biogasanlagen sei unverzichtbar. ca