Neues Album von Claudia Koreck – Es begann »irgendwie, irgendwo, irgendwann«

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Claudia Koreck bringt ein neues Album heraus. Erstmals nicht mit eigenen Liedern, sondern mit Klassikern anderer deutscher Künstler, von ihr neu interpretiert. Perlentaucherin heißt es. Wie es dazu kam, erzählte sie Tagblatt-Redakteurin Kathrin Bauer. (Foto: Lena Semmelroggen)

Surberg – »Irgendwie, irgendwo, irgendwann« war erst der Anfang: Etwa drei Monate nachdem Claudia Koreck für eine »Bergdoktor«-Folge den Hit von Nena coverte, erscheint am heutigen Freitag ihr neues Album. »Perlentaucherin« heißt es und besteht aus zwölf bekannten Titeln von Rammstein bis Reinhard Mey, die von der sympathischen Surbergerin und ihrem Mann Gunnar Graewert neu interpretiert wurden. Bei einem Spaziergang verriet sie, warum sie jetzt erstmals ein Coveralbum herausbringt und was sie im Anschluss schon wieder für Pläne hat.


Still ist es geworden um die Kunst und Kultur in diesem Land. Auch für Claudia Koreck (35) waren die letzten Monate eine Berg- und Talfahrt. Sie liebt es, wie jeder Künstler, auf der Bühne zu stehen, braucht den Austausch mit dem Publikum. »Ich schreib' wahnsinnig gern aus dem Leben. Dafür muss das Leben aber stattfinden. Ich brauch' die Kultur tatsächlich, ich brauch' die Begegnungen, das Zusammensein mit Leuten, um selber kreativ zu sein.« Dass sie ihr Album im vergangenen Sommer (»Auf die Freiheit«) nie wirklich auf die Bühne bringen konnte, hat sie unglaublich frustriert. »Da hab' ich tatsächlich meine Gitarre eine Zeit lang nicht mehr angeschaut.«

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Rausgeholfen aus diesem Tief hat ihr die Musik anderer. »Ich hab' gemerkt, wie unglaublich gut es tut, in die Kunst der anderen einzutauchen.« Als dann im Januar der Cover-Titel »Irgendwie, irgendwo, irgendwann« erschien und so erfolgreich wurde, beschlossen Claudia und ihr Mann, ein ganzes Album dieser »Perlen der deutschsprachigen Popmusik« aufzunehmen.

Gemeinsam ist allen zwölf Titeln, dass sie auf deutsch sind. Das war's dann aber auch schon fast. Denn die Sportfreunde Stiller (»Ein Kompliment«) und Rammstein (»Ohne Dich«) haben ebenso wenig gemein wie Reinhard Mey (»Gute Nacht Freunde«) mit den Ärzten (»Schrei nach Liebe«). »Aber ich hab' zu jedem dieser Lieder auf irgendeine Art und Weise eine besondere Verbindung.« Und sei es nur, dass es ihrer Mutter viel bedeutet, wie beispielsweise der Song »Ich will alles« von Gitte Haenning. Koreck hat all diese Lieder neu interpretiert, das »große Besteck« abgelegt, wie sie es ausdrückt, um an »die Perlen«, den Kern der Musikstücke heranzukommen.

Und so sind zwölf altbekannte Titel in neuem, reduziertem Gewand entstanden, im Wesentlichen arrangiert mit Klavier und Gitarre, manchmal Streichern. Dazu ihre unverkennbare Stimme. Von einigen Künstlern, zu denen sie persönlich Kontakt hat, kamen »Komplimente« für die neue Version. Besonders gefreut hat sich Koreck über den Zuspruch von Herbert Grönemeyer zum Titel »Mensch«. Ein sehr persönliches Lied für dessen verstorbene Frau.

»Ich freu' mich unglaublich, dass diese Schätze jetzt das Licht der Welt erblicken.« Ihre Hoffnung ist, dass sich die Menschen beim Hören dieser Lieder aus den vergangenen Jahrzehnten in andere Zeiten träumen und den Alltag ein bisschen vergessen können. »Musik tut der Seele gut und wir brauchen etwas für ein ausgeglichenes Seelenleben.« Vor allem angesichts der derzeit herrschenden Gesprächskultur. Da kommt doch der Titel »Immer wieder geht die Sonne auf« von Udo Jürgens gerade recht. Auch eigene Songs schreibt Koreck inzwischen wieder. Allerdings will sie sich dabei nicht mit dem Thema Corona und den Gefühlen dazu befassen. »Ich glaub' nicht, dass ich das dann in zwei Jahren auf der Bühne noch spielen will. Dafür stecken wir alle zu tief drin gerade.«

Deshalb konzentriert sie sich auf die Natur, ist mit ihrem Hund Marty und ihrer Familie viel draußen unterwegs. »Darauf leg' ich meinen Fokus.« Und das wird ihr nächstes Projekt werden, verrät die 35-Jährige. Aber erst irgendwo, irgendwann. Bis dahin taucht sie noch ein bisschen nach Musikperlen. Einfach aus Freude an der Musik.

 

Wir verlosen dreimal das neue Album »Perlentaucherin« von Claudia Koreck. Schreiben Sie uns eine E-Mail (gewinnspiel(at)traunsteiner-tagblatt.de) oder eine Postkarte mit dem Stichwort »Perlentaucherin« an das Traunsteiner Tagblatt, Lokalredaktion, Marienstraße 12, 83278 Traunstein. Bitte geben Sie ihren Namen, Adresse und Telefonnummer an. Die Gewinner werden ausgelost. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Einsendeschluss ist der 14. Mai.

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