Josef Wimmer ist jetzt Altbürgermeister

Bildtext einblenden
Bürgermeister Michael Wimmer (links) überreichteJosef Wimmer die Verleihungsurkunde zum Altbürgermeister. (Foto: Buthke)

Surberg – In Anerkennung und Würdigung seiner Verdienste als langjähriger Bürgermeister verlieh die Gemeinde Surberg Josef Wimmer aufgrund eines einstimmigen Beschlusses des Gemeinderats die Ehrenbezeichnung »Altbürgermeister«. Im Kreise zahlreicher Weggefährten übergab ihm sein Amtsnachfolger, Bürgermeister Michael Wimmer, nun in der Surtalhalle die Verleihungsurkunde.


Außerdem überreichte ihm sein Namensvetter das erste Exemplar der neu geschaffenen Surberger Bürgermedaille. Von Stefan Lohwieser bekam der Altbürgermeister im Namen aller Surberger Ortsvereine einen größeren Geldbetrag als Geschenk für einen Ausflug, damit er mit seiner Frau Christa die 24 Jahre etwas nachholen kann. »Er ist einer von uns«, bekräftigte Lohwieser. Geschenke für den Altbürgermeister und den Bürgermeister überbrachte eine Delegation der Partnergemeinde Grafenbach-St. Valentin. Musikalisch begleitet wurde die Feier von der Musikkapelle Surberg-Lauter unter der Leitung von Markus Zoff.

Zuvor hatte Josef Wimmer auf seine 24-jährige Amtszeit zurückgeblickt. Er berichtete, was ihn begeistert und gefreut hat. Es habe aber auch nicht so erfreuliche Ereignisse gegeben wie Hochwasser, Orkane und Schneechaos, betonte er.

Im März 1996 wurde er zum ersten Mal zum Surberger Bürgermeister gewählt. »Ich habe mich gefühlt wie ein Lehrling, der seine Lehrstelle antritt«, bekannte Wimmer. Aber er habe ein starkes Team an seiner Seite gehabt, einen verlässlichen Gemeinderat und eine Verwaltung, wie er sie sich besser nicht habe vorstellen können. Namentlich erwähnte er Geschäftsleiter Josef Reischl und Kämmerer Werner Schwab, mit denen er immer hervorragend zusammengearbeitet habe, »und die am Anfang mit großer Geduld viel erklären mussten«. Wimmer unterstrich: »Es war ein kollegiales und freundschaftliches Miteinander.«

Das erste aktuelle Thema im Gemeinderat sei die Brücke bei Kohlbichl gewesen. 1994 hatte nämlich der Bund die Kosten für den Brückenunterhalt auf den Straßenbaulastträger übertragen. Die Gemeinde sah allerdings einen Unterhaltungsrückstand der Deutschen Bahn und klagte dagegen. Nachdem die Gemeinde den Prozess vor dem Bayerischen Verwaltungsgerichtshof verloren hatte, endete der Prozess vor dem Bundesverwaltungsgericht mit einem Vergleich. Dies sei ein Musterprozess für die Bundesrepublik geworden, sagte der Altbürgermeister.

Als größte und aufwändigste Baumaßnahme in der Gemeinde bezeichnete er die Nordumfahrung Traunstein. Bauträger sei zwar das Straßenbauamt Traunstein gewesen, aber er sei als Bürgermeister von 1997 wegen des Fußgängerübergangs über die Bundesstraße bis zum Schluss seiner Amtszeit damit beschäftigt gewesen, so Wimmer. Auf die Verkehrsbelastung in Hufschlag und Hallabruck habe sich die Umfahrung äußerst positiv ausgewirkt.

Rege Bautätigkeit herrschte auch bei der Kindertagesstätte in Lauter. Begonnen hat man mit zwei Gruppen und vier Mitarbeiterinnen. Heute sind es acht Gruppen und 24 Mitarbeiterinnen. Dazwischen habe die Gemeinde siebenmal an- und umgebaut, sagte Wimmer. Vor zwölf Jahren habe es dann Überlegungen für einen Waldkindergarten gegeben, der inzwischen aus zwei Häusern bestehe.

Die Grundschule in Surberg konnte erhalten bleiben. Vor dem Landratsamt in Traunstein fand seinerzeit sogar ein Protestzug statt, um die Teilhauptschule zu erhalten. Was letztlich aber nicht möglich war. Im Zuge des Kulturprogramms des Freistaats wurde 2008 angebaut. Die Grundschule Surberg sei auf einem hervorragenden Stand, stellte er fest.

»Eine der schönsten Aufgaben, die ich mitbetreuen durfte, war der Bau der Surtalhalle«, erklärte Wimmer. Mit der Planung sei 1997 begonnen worden. Bereits zwei Jahre später sei Baubeginn gewesen. Die Fertigstellung habe genau ein Jahr gedauert. Als »das Unerfreulichste« nannte er die Überlegungen des Landkreises, in der Nähe von Hufschlag einen Güterterminal zu bauen. Viele Leute hätten ihm nicht geglaubt, dass er mit den Planungen nichts zu tun habe. Die Bürgerversammlung im März 2012 sei eine der schlimmsten Veranstaltungen gewesen, zumal er einige Tage zuvor einen Gehörsturz gehabt habe.

Als das Schönste seiner Amtszeit bezeichnete er die neun Besuche bei Papst Benedikt XVI. in Rom. Mit einem Bus waren die Surberger bei der Inthronisierung in Rom dabei. Mit einem Gottesdienst, einer anschließenden Feier in Hufschlag und dem Anbringen einer Gedenktafel am Papsthaus wurde das Ereignis gebührend gewürdigt. Auf Einladung von Ministerpräsident Horst Seehofer sei er anlässlich des 85. Geburtstags von Papst Benedikt in Rom gewesen.

Im Oktober erfolgte ein Besuch zusammen mit Dekan Georg Lindl, Altoberbürgermeister Fritz Stahl und dem damaligen Traunsteiner Oberbürgermeister Christian Kegel. Bei dieser Gelegenheit habe er Papst Benedikt gefragt, ob er eine Ehrenbürgerschaft der Gemeinde Surberg annehmen würde und habe eine positive Antwort erhalten, sagte Wimmer. Ferner erwähnte der Altbürgermeister Gemeindebürger Martin Braxenthaler, der bei den Paraolympischen Spielen zehn Gold-, eine Silber und eine Bronzemedaille im Monoski gewonnen hat, die Einrichtung des ehrenamtlich betriebenen Rufbusses und nicht zuletzt die über 30 Jahre andauernde Verbindung der Musikkapelle Surberg-Lauter, aus der inzwischen die Gemeindepartnerschaft hervorgegangen ist.

Sein Dank galt »ganz nach oben« dafür, dass er sein Amt 24 Jahre bei bester Gesundheit habe bewältigen können, seiner Familie, die ihn all die 24 Jahre unterstützt habe. »Probleme kann man an der Haustür nicht ablegen. Wenn wir am Tisch saßen, kam oftmals die Frage: 'Wo bist Du schon wieder?'«, sagte Wimmer.

Bjr