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Der neu gewählte Vorstand des FBSD-Landschaftsverbands Rupertiwinkel mit (v.l.) stellvertretendem Vorsitzenden Georg Baumgartner, Kassierin Bernadette Hinterreiter, Vorsitzendem Heinz Schober und Schriftführerin Marianne Hauser. (Foto: Waldherr)

Jahreshauptversammlung des Landschaftsverbands Rupertiwinkel des Fördervereins Bairische Sprache und Dialekte

Surberg – Die regionalen Mundart- und Dialektvereine – der Landschaftsverband Rupertiwinkel des Fördervereins Bairische Sprache und Dialekte (FBSD) sowie der Verein Bairische Sprache und Mundarten Chiemgau-Inn (BS) – trafen sich im Wirtshaus in Lauter. Der FSBD hielt seine Jahreshauptversammlung mit Neuwahlen ab, der BS war dabei zu Gast. Beide Vereine haben zudem an die bayerische Liedermacherin Claudia Koreck den Dialektpreis 2022 verliehen (wir berichteten). 


FBSD-Vorsitzender Heinz Schober ging auf die jüngere Vergangenheit ein, die von der Pandemie geprägt war, die wiederum viele Veranstaltungen blockierte. Man habe sich in dieser Zeit auf die digitale Kommunikation konzentriert. Er berichtete zudem von dem Euregio-Projekt mit der Uni Salzburg, das unter dem Motto stand »Mitm Redn kemman d'Leit zamm«. Anhand von Lehrmaterial, das die Lehrer im Unterricht einsetzten, wurde erarbeitet, dass der Dialekt gefährdet sei. Ihm solle die Gleichwertigkeit zur Schriftsprache zugestanden werden – man solle ihn gebrauchen und an die nachfolgenden Generationen vermitteln. Es lohne sich ein Blick in das Internet, um das verwendete Lehrmaterial herunterzuladen, sagte der Vorsitzende.

Über den Wettbewerb des Anette-Kolb-Gymnasiums (AKG) Traunstein informierte Rektor Georg Christlmaier. Die Schüler waren in der Corona-Zeit aufgefordert, Raps in bairischer Sprache zu schreiben und zu singen. Über 80 weiterführende Schulen in Bayern hatten mitgemacht. Am AKG wetteiferten in der ersten Runde 35 Gruppen, in der zweiten waren fünf Gruppen angetreten, die professionelle Unterstützung erhielten. Die besten Raps durften in einem Tonstudio aufgenommen werden. Gewonnen hat Teresa Waldherr aus Tengling mit ihrem Rap »Weiß-Blau trifft Gelb-Grea«, der ihre familiären Verbindungen nach Brasilien zum Thema hatte. Mittlerweile sei die Preisträgerin neben ihrem Studium in Regensburg in diversen Tonstudios unterwegs.

Schriftführerin Marianne Hauser ging auf die Vereinssatzung ein, die nach vielen Jahren einer Erneuerung bedurfte. Und sie meinte auch, »wir brauchen moderne Medien«, um die Vereinsarbeit zu schultern und auch mit den jungen Leuten Schritt zu halten.

Sigi Bradl vom FBSD-Gesamtverein bedauerte, dass in der Zeit der Pandemie viel sozialer Kitt verloren gegangen sei. Aber ein gewisser Lerneffekt durch Videokonferenzen, Online-Kontakte, vermehrten Umgang mit sozialen Medien – auch um mehr junge Leute anzusprechen – sei durchaus positiv zu sehen. Den Rundbrief wolle man in Zukunft viermal im Jahr herausgeben, statt zweimal wie bisher. Zudem wurde angeregt, den Rundbrief digital zu machen. Bradl bedauerte, »dass wir unseren Stand auf der 'Oidn Wiesn' aufgeben mussten, der doch große Reputation gebracht hatte.«

Heinz Schober war im Oktober beim FBSD-Gesamtverein zum Vorsitzenden als Nachfolger von Sigi Bradl gewählt worden, Marianne Hauser als Stellvertreterin und Schriftführerin. Kassier ist Georg Baumgartner. Somit ist die Spitze des Gesamtvereins vom FBSD im Wesentlichen wieder in den südöstlichen Teil von Oberbayern zurückgekehrt. Georg Baumgartner erzählte von Infoständen in Fridolfing und Waging, »wo heuer endlich wieder was gegangen ist«. Es gebe Strohhüte und T-Shirts mit Werbung für die Bairische Sprache oder auch Tonträger auf Bairisch von Toni Lauerer zu »Struwelpeter« und »Vinzi-Stier«.

Bernadette Hinterreiter trug den Kassenbericht vor. Einen Dank richtete sie an die Eva-Mayr-Stihl-Stiftung, die wieder den Dialektpreis in Höhe von 1000 Euro gestiftet hatte. Die Kassenprüfer Markus Hauser und Renate Heckl bestätigten einen einwandfreien Kassenstand.

Ehrenvorstand Franz Rehrl leitete anschließend die Neuwahlen des Landschaftsverbands Rupertiwinkel. Bestätigt wurden Heinz Schober als Vorsitzender, Georg Baumgartner als Stellvertreter und Marianne Hauser als Schriftführerin. Das Amt des Kassiers ging von Peter Feiglhuber, der nicht mehr für diesen Posten kandidiert hatte, auf Bernadette Hinterreiter über. Kassenprüfer sind Renate Heckl und Peter Feiglhuber. Beiräte sind Fritz Auer, Markus Putzhammer, Georg Christlmaier und Heidi Schuhbeck.

BS-Vorsitzender Rudi Mörtl fand das Ergebnis der Vorstandswahl beim Hauptverein des FBSD sehr gut, so habe der Landschaftsverband Rupertiwinkel wieder mehr Gewicht, ja sogar Schwergewicht.

Abschließend las ein Mitglied eine Geschichte vor, darin hieß es: »Dialekt ist die Sprache der Heimat. Eines ohne das Andere könne man sich nicht vorstellen. Heimat ist die Erinnerung an Geruch und Geräusche, Hoamat ist ein Schatz.«

cw