weather-image
22°

Gemeinde Surberg ist praktisch schuldenfrei

0.0
0.0
Geldscheine
Bildtext einblenden
Zahlreiche Euro-Banknoten liegen auf einem Haufen. Foto: Daniel Reinhardt/dpa

Surberg – Eine praktisch schuldenfreie Gemeinde hinterlässt Bürgermeister Josef Wimmer seinem Nachfolger. Laut seines Finanzberichts bei der Bürgerversammlung im Wirtshaus Lauter hatte die Gemeinde Ende 2019 noch 779 000 Euro Schulden. Diesen stand jedoch zum selben Zeitpunkt eine Allgemeine Rücklage von 1,16 Millionen Euro gegenüber. Laut Wimmer hatte die Gemeinde 2006 rund drei Millionen Euro Schulden, die seitdem kontinuierlich abgebaut wurden.


Die Entwicklung des Gemeindehaushalts bezeichnete er als »erfreulich«. Beim Einkommensteueranteil werden im Vergleich zu 2019 heuer 30 000 Euro mehr und bei den Schlüsselzuweisungen ein Zuwachs von 213 000 Euro erwartet. Gleichzeitig vermindert sich die Kreisumlage um 50 000 Euro. Die Zuführung vom Verwaltungs- in den Vermögenshaushalt nimmt seit 2017, als über eine Million Euro erreicht wurden, stetig ab. Im vergangenen Jahr betrug sie noch knapp 958 000 Euro. Sorgen bereitete ihm die Kostenentwicklung bei der Kindertagesstätte. Trotz Gebührenerhöhung steigt die Unterdeckung 2020 nochmals um rund 3000 auf 248 000 Euro.

Anzeige

Wohl auch wegen der Ausweisung von Wohnbaugebieten stieg die Zahl der Geburten um neun auf 40 und die der Gemeindebürger um 56 auf 3553. Die Gemeinde beschäftigt aktuell 63 Personen. Die Gemeindeverwaltung bearbeitete im vergangenen Jahr 40 Bauanträge, davon fünf im Freistellungsverfahren, weil sehr viel umgebaut wurde. Der Flächennutzungsplan wurde auf den neuesten Stand gebracht und digitalisiert. Aufgabe des neuen Gemeinderats werde es sein, Flächen für Wohn- und Gewerbebebauung einzuarbeiten, erklärte Wimmer.

150 Kinder in Krippe und Kindergarten

Die Kindertagesstätte mit zwei Gruppen in der Krippe, vier Gruppen im Kindergarten und zwei Gruppen im Waldkindergarten besuchen 150 Kinder. Davon nehmen 58 am Mittagessen teil. Aufgrund der Tatsache, dass der Freistaat seit April 100 Euro für jedes Kindergartenkind an den Träger zahlt, sei der Zulauf sehr groß, meinte Wimmer. Man bekomme kaum Personal, um dies zu leisten, und brauche zusätzliche Räume. Ab 1. Januar erhalten Eltern zudem auf Antrag für jedes Krippenkind 100 Euro. In die Grundschule Surberg gehen 149 Kinder. An Mittagessen und Mittagsbetreuung nehmen 64 Kinder teil. Wimmer kritisierte die eingerichtete Kombiklasse, denn diese sei eigentlich für Schulen ohne bestandsfähige Klassen gedacht. Sinn der Kombiklassen sei dagegen nicht, Lehrer einzusparen, kritisierte er.

Aufgrund der guten Haushaltslage war die Gemeinde 2019 wieder in der Lage, in den Straßenbau zu investieren. Wimmer wies beispielsweise auf Sanierungen und den Vollausbau der Straßen nach Buchbichl, nach Hinterleiten, nach Voitswinkl, in Burghartsöd, Holneich und Fuchsreut hin.

Aufgrund einer Dichtigkeitsprüfung 2018 wurde eine Kanalsanierung in Surberg und Surtal erarbeitet. Der erste Bauabschnitt in Surberg wurde 2019 umgesetzt, der zweite Bauabschnitt in Surtal folgt heuer. Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 510 000 Euro. Im Zuge des Unterhalts von Gewässern III. Ordnung wurden die Trenkmooser Gräben ausgebaggert und im Grundbach Schadstellen durch Unter- bzw. Ausspülung aufgrund von Biberschäden beseitigt. Bei der Breitbandversorgung laufe das Verfahren für unversorgte Bereiche und werde in den kommenden drei Jahren abgewickelt, sagte Wimmer. Die Verträge seien unterschrieben.

Als Höhepunkt bezeichnete er die Ernennung des emeritierten Papstes Benedikt XVI. zum Ehrenbürger der Gemeinde Surberg. Bei einem Besuch in Rom habe er ihn im Oktober 2018 gefragt und die Zusage erhalten, dass er die Ehrenbürgerwürde annehme, so der Bürgermeister. Im Mai habe eine Delegation ihn besucht und die Urkunde überreicht. Von 1937 bis 1951 habe Joseph Ratzinger in Hufschlag gewohnt. Im Augst 1990 habe er bei der 1200-Jahr-Feier als Zelebrant mit Pfarrer Karl Stadler den Festgottesdienst gefeiert, schilderte Wimmer die enge Verbundenheit von Benedikt XVI. mit Surberg.

Wimmer verwies auch auf die gewaltige Leistung sowie den außergewöhnlichen Einsatz von Feuerwehren aus Surberg und dem Landkreis Freising, der Bauhofmitarbeiter und aller anderen Hilfskräfte beim Schneekatastrophenfall im Januar. Dabei verwies er darauf, dass der Schnee grundsätzlich auf das eigene Grundstück geschoben werden müsse und nicht einfach auf die Straße. Für die Gemeinde bestehe Räumpflicht nur an verkehrswichtigen und gefährlichen Straßenstellen. Eine Pflicht, alle Straßen bei Glätte zu streuen, bestehe nicht. Sie müssten lediglich verkehrssicher gemacht werden. Der Winterdienst der Gemeinde gehe jedoch über das Geforderte hinaus.

Neue Fahrzeuge für Feuerwehr und Bauhof

Erfreut war Wimmer über die Anschaffung von zwei Fahrzeugen. Die Feuerwehr erhielt ein Löschfahrzeug LF 20 mit einem 300-PS-Motor und einem Löschwassertank von 2500 Litern wegen der schwierigen Löschwassersituation im Gemeindegebiet. In den vergangenen 13 Jahren sei der gesamte Fahrzeugbestand der Feuerwehr erneuert worden. Die Schnee- und Windkatastrophen hätten gezeigt, wie notwendig es sei, dass die Feuerwehr gut ausgestattet sei. Die Einweihung des neuen Fahrzeugs, das 426 000 Euro kostet, findet am 19. April statt. Für den Bauhof wurde ein Schlepper mit 130 PS und einem Tandemkipper angeschafft. Die Kosten betrugen 193 000 Euro.

Im Rückblick auf seine 24-jährige Amtszeit erinnerte Wimmer an den Musterprozess gegen die Deutsche Bahn bezüglich des Unterhaltsrückstands der Brücken. Nachdem die Gemeinde vorm Bayerischen Verwaltungsgerichtshof verloren hatte, wurde das Verfahren vom Bundesverwaltungsgericht an den Bayerischen Verwaltungsgerichtshof zurückverwiesen und neu verhandelt.

Ferner erinnerte er an das Kanalprojekt Thunstetten, Oed, Strass, Thalmühle, Holneich und Baumgartnerstraße in Surtal sowie an den Umbau in ein Trennsystem in Lauter Nord. Mit den Planungen für die Surtalhalle wurde 1997 und mit dem Bau 1999 begonnen. Die Einweihung erfolgte im Frühjahr 2000. Er sei stolz auf diese Mehrzweckhalle für den Sport und andere Nutzungen. Die Sanierung der Betonstraße, sei nun auch schon wieder fast 20 Jahre her. Größte Baumaßnahme in der Gemeinde sei der Bau der Nordumfahrung Traunsteins gewesen, die 2012 fertig wurde.

Die Schulsprengeländerung sei ein wichtiger Schritt für die Struktur der Gemeinde gewesen, weil sie auch Änderungen im Vereinsleben und im kirchlichen Zusammenleben gebracht habe, betonte er. Bjr