Ein großer Tag für den Tierschutz im Landkreis Traunstein – Neubau der Kranken- und Quarantänestation fertiggestellt
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Foto: Hubert Hobmaier

Ein großer Tag für den Tierschutz im Landkreis Traunstein: Neubau der Kranken- und Quarantänestation fertiggestellt

Surberg – Der kürzlich fertiggestellte Neubau der Kranken- und Quarantänestation am Tierheim Trenkmoos wurde nun seiner Bestimmung übergeben. Der Einladung des Tierschutzvereins Traunstein folgten sowohl zahlreiche Handwerker der am Bau beteiligten Firmen aber auch Ehrengäste wie der Traunsteiner Oberbürgermeister Dr. Christian Hümmer und der stellvertretende Landrat Sepp Konhäuser sowie zahlreiche Vereinsmitglieder. Der Verein hat fast eine Million Euro in die Hand genommen, um den Bau zu realisieren und wurde dafür mit der Tierschutzplakette des Deutschen Tierschutzbundes ausgezeichnet.


Sichtlich zufrieden zeigte sich der Vorsitzende Peter Hierstetter in seinem Grußwort anlässlich der der offiziellen Übergabe. Seit 1964 ist Trenkmoos die Heimat des Tierheimes „und wie der Namensteil Moos schon erahnen lässt, hat sich der Vorgängerbau im weichen Untergrund derart gesenkt, dass an eine Sanierung letztlich nicht mehr zu denken war“. Der Neubau hingegen steht seinen Worten nach auf 56 Pfählen, die bis zu zehn Meter in den Boden getrieben wurden, „was dem neuen Haus in unseren Reihen den Beinamen 'Kleinvenedig' einbrachte“, aber letztlich für die kommenden Jahrzehnte die Standfestigkeit des Gebäudes sichert. Mit einer Bauzeit von rund einem Jahr habe man den gesteckten Zeit- und Kostenplan gut eingehalten, freute sich der Vorsitzende.

Auf einer Grundfläche von insgesamt 150 Quadratmetern sind insgesamt sechs Räume für eine isolierte Haltung – teils sogar mit Auslauf –, eine Futterküche sowie ein Lagerraum entstanden. Im Erdgeschoss befinden sich zudem zwei Fundtierboxen, die zur Tierabgabe durch die Behörden außerhalb der Öffnungszeiten genutzt werden können. Im Obergeschoss gibt es neben einem Tierarztzimmer zwei individuell nutzbare Räume mit Gitterboxen als Krankenstation. Weiters wurde eine Doppelgarage für das Tierheimfahrzeug, den Rasenmäher, Traktor und Co. errichtet.

Die Baukosten beliefen sich auf knapp eine Million Euro, die der Tierschutzverein aus Eigenmitteln wie Spenden oder Erbschaften sowie der Fundtierpauschale, die die Gemeinden an den Verein überweisen, aufgebracht hat. Im Anschluss an die Ansprachen konnten die Gäste die neuen Räumlichkeiten in einer durch Tierheimleiterin Anna Obermeier und deren Stellvertretung Christiane Haller geleiteten Führung in Augenschein nehmen. „Am 28. August kann der Neubau im Rahmen eines großen Tages der offenen Tür von der Öffentlichkeit besichtigt werden“, informierte Peter Hierstetter im Gespräch mit dem Traunsteiner Tagblatt.

Eine Überraschung hatte Ilona Wojahn, Präsidentin des Landesverbandes Bayern im Deutschen Tierschutzbund, im Gepäck. Mit dem Neubau erfüllt der Tierschutzverein Traunstein alle Kriterien für eine tiergerechte Unterbringung der Fundtiere. Dafür wurde dem Tierschutzverein Traunstein die „Plakette des Tierschutzbundes Deutschlands“ verliehen, die zukünftig deutlich sichtbar den Eingangsbereich des Tierheims zieren wird. Die Auszeichnung ist mit einem Zuschuss des Verbandes in Höhe von 5000 Euro zur Beschaffung von Einrichtungsgegenständen verbunden.

In ihrer Ansprache lobte sie die Vertreter des Tierschutzvereins und bezeichnete den Standort als ein “bestens geführtes Tierheim“. Gerade die Tierschutzvereine in der Grenzregion sind fast täglich mit illegalen Tieren konfrontiert, die ohne Papiere und Impfungen über die Grenzen geschmuggelt werden. Die artgerechte Haltung der Fundtiere ist nun wieder möglich, was aus ihrer Sicht „nötiger denn je ist“. Die illegalen Tiertransporte nehmen laut Ilona Wojahn kontinuierlich zu, was auf einen großen Markt und eine enorme Nachfrage zurückzuführen ist.

Der stellvertretende Landrat Sepp Konhäuser sagte in seinem Grußwort: „Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Damit ist eine optimale Versorgung der Tiere weiter sichergestellt.“ Er sieht den Fortbetrieb des Tierheims als langfristig gesichert. Zudem freue er sich, dass sich 30 der insgesamt 35 Komunen im Landkreis an der Fundtierabgabe beteiligen und ihren Beitrag für den Tierschutz leisten. Darüber hinaus lobte er insbesondere das ehrenamtliche Engagement des Vereins, der sich „seit 65 Jahren voller Tatendrang für den Tierschutz in der Region einsetzt“.

Lobende Worte fand auch der Traunsteiner Oberbürgermeister Dr. Christian Hümmer, der die Umsetzung als „Mammutprojekt“ bezeichnete. Darüber hinaus freute er sich, dass der Tierschutz in Bayern Verfassungsrang genießt und die Mitglieder des Tierschutzvereins Traunstein „dieses Stück Papier lebendig machen“. Surbergs 2. Bürgermeister Jakob Steiner brachte ebenfalls seine Freude über das neue Gebäude zum Ausdruck und sicherte den Verantwortlichen im Tierheim auch in Zukunft die volle Unterstützung der Gemeinde Surberg zu.

Im Anschluss an den offiziellen Teil der Eröffnung fand die Veranstaltung bei einem kleinen Stehimbiss ihren Ausklang. Dabei konnten die Gäste in einer Videodokumentation die verschiedenen Bauphasen der nun fertiggestellten Kranken- und Quarantänestation am Tierheim in Trenkmoos bestaunen. Einige Aktive der Feuerwehr Surberg sorgten während der feierlichen Eröffnung für die Verkehrsabsicherung auf der Zufahrtsstraße.

Hob