weather-image

Abgetrennte Rehköpfe in Wald bei Surberg sorgen für Streit – Verein erstattet Anzeigen

5.0
5.0
Surberg: Abgetrennte Rehköpfe sorgen für Streit – Anzeigen gegen Forstbetrieb Berchtesgaden
Bildtext einblenden
Symbolbild (Foto: Armin Weigel/dpa)

Surberg – Abgetrennte Rehköpfe, die in einem Wald bei Surberg aufgetaucht sind, sorgen für Streit: Dr. Christine Miller, die Vorsitzende des Vereins Wildes Bayern, hat bei der Unteren Jagdbehörde Anzeige gegen Unbekannt und gegen Dr. Daniel Müller, den Leiter des Forstbetriebs Berchtesgaden, erstattet. Außerdem reichte sie bei den Bayerischen Staatsforsten eine Dienstaufsichtsbeschwerde gegen ihn ein.


Nach seiner Anzeige gegen Nationalparkleiter Dr. Roland Baier legt sich der Verein Wildes Bayern jetzt auch mit dem Forstbetrieb Berchtesgaden an: Nach dem Fund von mehreren abgetrennten Rehköpfen und anderen Innereien in einem Waldstück bei Hufschlag hat die 1. Vorsitzende Dr. Christine Miller nun nach eigener Mitteilung die beiden Anzeigen erstattet.

Anzeige

Jugendliche hatten Ende Oktober in einem Revier des Forstbetriebs in der Gemeinde Surberg, unweit einer Kühlzelle zum Lagern von Wildpret, mehrere Haufen mit sogenanntem Aufbruch entdeckt und die Polizei informiert. Nach ersten Ermittlungen war allerdings schnell klar, dass es sich nicht um einen Fall von Wilderei handelt.

Eigentlich sei es nicht ungewöhnlich, dass nach der Jagd Innereien, Magen und Darm an einer unzugänglichen Stelle im Wald zurückgelassen werden, erklärt Dr. Christine Miller. Fuchs und Dachs, Raben und andere Aasfresser würden sich darüber freuen. »Doch in dem Revier in Traunstein lagen auch die Köpfe von Rehböcken, ältere und auch jüngst geschossene«, weiß die Vorsitzende des Vereins Wildes Bayern. Das sei ein klarer Verstoß gegen die Vorlagepflicht dieser Trophäen bei den jährlichen Hegeschauen.

»Diese Veranstaltungen sind eigentlich dazu gedacht, dass sich die Bevölkerung ein Bild davon macht, was die Jäger draußen in den Revieren tun. Und die Behörden kontrollieren dort, ob auch alle Abschussmeldungen korrekt erfolgt sind«, erklärt Dr. Christine Miller und kritisiert: »Mit der Einhaltung dieser rechtlichen Vorgaben scheint es der Forstbetrieb recht locker zu nehmen«.

Müller selbst will gar nicht ausschließen, dass so manches dabei nicht ganz korrekt laufe. »Doch für mich ist es überhaupt nicht nachvollziehbar, wer da wann welchen Strich gemacht hat«, wehrt sich der Forstbetriebsleiter. Um so etwas auszuschließen, »müsste man alle 500 ausgestellten Trophäen in einer versiegelten Box überbringen«.

Den Fall mit den gefundenen Rehköpfen sieht er als abgeschlossen an. »Die gefundenen Wildreste bei Surberg waren Rehwild-Aufbrüche, die vom Erleger bedauerlicherweise am Rande eines befestigten Rückewegs zusammen mit drei Häuptern von im Straßenverkehr verunfallten Rehböcken entsorgt wurden«, teilt der Forstbetriebsleiter auf Anfrage mit.

Man habe den Erleger belehrt, »Aufbrüche ordnungsgemäß zu entsorgen und auch Trophäen von geborgenem Unfall-Wild, sofern es zumutbar ist, für die Hegeschau zu präparieren«. Selbstverständlich hätten die Bayerischen Staatsforsten offen mit der ermittelnden Polizei zusammengearbeitet. Müller: »Nach meinen Erkenntnissen hat nichts Schwerwiegendes ermittelt werden können.« UK

Unsere bisherige Berichterstattung:


Schreibwaren Miller