Vor 35 Jahren gab es den ersten Maibaum

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Auf ein Maibaumaufstellen wie dieses im Jahr 2009 müssen sich die Staudach-Egerndacher noch ein Jahr gedulden, erst dann wird ein neuer Baum aufgestellt. Nach dem Blitzeinschlag 2008 wurde damals außer tourlich ein neuer Maibaum aufgestellt. (Archiv: Eder)

Staudach-Egerndach – Eigentlich sollte es dieses Jahr einen neuen Maibaum geben. Der Trachtenverein wie auch das gesamte Dorf freute sich bereits auf dieses Ereignis. Doch in diesen Zeiten ist alles anders. Auf ihren Maibaum müssen die Staudach-Egerndacher aber nicht verzichten, denn der Bestehende wurde begutachtet und darf ein weiteres Jahr bleiben und wird die schönen Figuren zeigen.


Noch relativ jung ist die Tradition des Maibaumaufstellens in der kleinen Gemeinde. Erst vor 35 Jahren wurde der erste Maibaum, damals aufgrund der Idee von Bürgermeister Karl Kaditzky und der Vorsitzenden des Verkehrs- und Verschönerungsvereins, Ria Pfeiffer, aufgestellt. Das Argument: Ein Maibaum mit Maifest gehört in eine oberbayerische Gemeinde. Die Idee wurde gerne von dem damaligen Trachtenvereinsvorsitzenden Georg Guggenbichler aufgenommen. Die Trachtler freuten sich auf diese neue Aufgabe, auf ein neues Fest und die Herausforderung.

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Sepp Pfeiffer ließ sich bei der Herstellung von Vorlagen für die Figuren von Maibäumen in den Nachbargemeinden inspirieren. Seine Schablonen brachte er zu Martin Sabold in Schleching, der die Figuren dann schnitzte. Bemalt wurden diese von Maria Kunert. Der Schmied Sepp Brunnhuber spendierte zudem die Haltestifte und als Vorlage für die Maibaumspitze diente Spitze der Trachtenfahne. Als geeigneter Standort, gut sichtbar, wurden der Platz gegenüber des Verkehrsbüros ausgewählt und ein starkes Fundament und Halterung erstellt. Somit war alles für den Maibaum vorbereitet.

Auch der Baum, den Altbürgermeister Josef Sedl-maier stiftete, war bald gefällt und wurde von den Ortsvereinen für die neue Aufgabe hergerichtet. Obwohl die Trachtenjugend mit Argusaugen über den Stamm wachte, gelang es dennoch der historischen Trachtengruppe Bergen, den Baum zu stehlen. Die Trachtler brachten aber den Baum pünktlich, geschmückt und voller Begeisterung auf einem Vierspänner zurück, ließen sich diesen teuer auslösen und packten dann kräftig beim Aufstellen, natürlich traditionell mit Schwaiberln, an. Es war ein Fest für die ganze Gemeinde, mit Tanz, mit Musik, gespielt von der Blaskapelle Bergen, mit viel Bier und Brotzeiten.

Dem ersten Maibaum vor 35 Jahren folgten weitere elf Bäume, die immer unter großer Beteiligung der Vereine aufgestellt werden konnten. Furore machte der Staudach-Egerndacher Mai­baum in seiner Geschichte bereits mehrfach. Anfang September 2008 wurde der Baum von einem Blitz getroffen und stark beschädigt. Begehrt war der Mai­baum auch bei Dieben. So wurde der Baum 2013 gleich mehrfach gestohlen. Lustige Geschichten sind mit dem Maibaum, dem Aufstellen, dem Bewachen verbunden und werden immer wieder gerne erzählt. Auf diese Anekdoten muss man leider bis zum nächsten Jahr warten. Bürgermeisterin Martina Gaukler freut sich über eine Baumspende, wie es in der Gemeinde Tradition ist.

tb


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