Trachtler wollen nach vorne schauen

Trachtler wollen nach vorne schauen
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Vor dem Vereinsheim trafen sich die Staudacher Trachter zur Jahreshauptversammlung.

Staudach-Egerndach – Nach einem gelungenen Jahrtag versammelten sich die Mitglieder des Trachtenvereins Staudach- Hochgern zum ersten Mal nicht in einer Wirtschaft, sondern direkt vor dem Vereinsstadel und konnten so auch alle Corona Vorschriften perfekt erfüllen. Nicht zurückblicken, sondern nach vorne schauen, lautete der Tenor in der Versammlung.


Eigentlich sollte der Schriftführer an die Veranstaltungen 2019 erinnern. Doch Ralph Schmidt wollte dies bewusst nicht. »Es ist nicht schön, was wir verloren haben und deshalb sollten wir nicht zurückblicken, sondern nach vorne schauen und wieder das aufbauen, was uns genommen wurde«, sagte er. Auch der Trachtenverein konnte 2020 weder auftreten noch seine Versammlung abhalten. Wie Vorsitzender Nikolaus Weisser informierte, wurden allen Mitgliedern schriftlich eine Rückschau, die Berichte der Spartenleiter und auch ein Kassenbericht übermittelt.

»Die letzten eineinhalb Jahre waren eine Katastrophe und Corona spüren wir sehr deutlich im Verein«, sagte Jugendleiter Andreas Hell. 2019 hatte der Verein noch 52 Kinder im Probenbetrieb. 2020 konnte dann lediglich die Gewandprobe durchgeführt werden. Im Sommer gelang es nochmals die Kinder, getrennt nach Buben und Dirndln zu trainieren und es waren 43 Kinder bei den Proben. Es gab jedoch keinen einzigen Auftritt. 2021 begann ebenfalls mit der Gewandprobe und dann war bis Juni wieder Stillstand. Seither konnten jeweils zehn Plattler-, Tanz-, und Drahproben durchgeführt werden.

Die zwei anberaumten Standkonzerte mit Auftritten fielen heuer ins Wasser und bis auf Auftritte beim internen Grillen am Stadl, konnten die Kinder ihr Können nie zeigen. »Wir spüren die Pandemie sehr deutlich, denn momentan haben wir nur mehr 34 Kinder und damit 18 weniger als vor der Pandemie«, bedauerte Hell. Am morgigen Donnerstag ist der erste öffentliche Auftritt beim Standkonzert geplant. Die Kinder werden bereits um 18 Uhr im Garten des Gasthofs Zum Ott auftreten. Um 19 Uhr spielt die Staudach-Egerndacher Blasmusi.

Auch die Aktiven vermissen die Auftritte. Vorplattler Martin Guggenbichler betonte, dass es derzeit 36 Aktive gibt und keiner coronabedingt aufgehört habe. Die Aktiven stellten ein Kreuz an der Kobelwand im Mai auf. Auch die Schnalzer, so Hermann Neumayer, Spartenleiter der Schnalzergruppe, waren sehr beeinträchtigt. Auftritte gab es keine, geprobt wurde dennoch in der Bauer Halle. Er vermisse auch die Gaufeste. Röcke᠆frauenvertreterin Rosi Bondzio informierte, dass am 11. November die Röckefrauenvertreterinnen des Gaus zu Gast sein werden.

Auch der Rückblick des Vorsitzenden war kurz. Weisser berichtete von der Gauversammlung, die per Videokonferenz abgehalten wurde. Anstatt des Gaufests wurde die Wallfahrt nach Raiten durchgeführt, wobei jedoch jeder Verein mit nur zwei Abgesandten und Fahnenabordnung teilnehmen durfte. »Wir hoffen sehr, dass 2022 das Vereinsleben wieder hochgefahren werden kann«. Der Trachtenverein ist heuer 130 Jahre alt. Daran habe man aufgrund der Situation gar nicht gedacht. Vielleicht könne das Jubiläum im kommenden Jahr nachgeholt werden, schlug Weisser vor.

»Das war das seltsamste Trachtenjahr der Geschichte«, sagte Bürgermeisterin Martina Gaukler. Vieles wurde schmerzlich vermisst und dennoch könne man einen Ausblick wagen und Hoffnung keime auf, erste Zusammenkünfte sind wieder möglich. Vielleicht, so Gaukler, könne man die Erfahrungen nutzen, um andere Veranstaltungen zu etablieren. Grußworte richtete Vorstand des Patenvereins »D' Heutauer«, Michael Mader an die Mitglieder.

Mit ein paar Musikstückerl der Kinder des Vereins sowie Tänzen der Kinder- und Jugendgruppe wurde die Versammlung mit einem kleinen Hoagart beendet.

tb