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Ein loser Zusammenschluss junger Burschen aus Grabenstätt hatte den Staudachern den Maibaum gestohlen. Pünktlich zum Aufstellen brachten sie ihn zurück. (Foto: T. Eder)

Maibaum gestohlen: 24 Meter hoher Maibaum steht wieder

Staudach-Egerndach – Der Maibaum steht wieder fest verankert mitten in der Gemeinde Staudach-Egerndach. Unbeschadet wurde dieser bereits am Samstag von den frechen, größtenteils noch sehr jungen Dieben aus Grabenstätt zurückgebracht. Nach einer kurzen, vergnüglichen Verhandlung wurde der Baum von den starken Burschen des Trachtenvereins Staudach-Hochgern aufgestellt. Das Wetter hielt durch, auch wenn sich der Himmel während des Aufstellens immer mehr zugezogen hatte.


Pünktlich zur verabredeten Zeit waren die Maibaumdiebe, etwa 15 junge Burschen aus Grabenstätt, die sich eigens für diesen Streich zusammengefunden hatten und keinem Verein angehören, an der Ortsgrenze erschienen. Die jungen Männer wollten beweisen, dass sie es schaffen, den begehrten Baumstamm zu stehlen und bis zum Auslösen zu bewachen. Mit einem Pferdefuhrwerk wurde der Maibaum, geschmückt mit Dachsen und Bändern bis zur Ortsgrenze gebracht. Dort wurden die Diebe von der Staudach-Egerndacher Blasmusik und Bürgermeisterin Martina Gaukler empfangen und bis zum Maibaumplatz geführt.

Zunächst wollte sich von den jungen Männern keiner für die Verhandlungen melden. Dann aber konnte doch Mathias Greuter als der Anführer der Gaunertruppe ausfindig gemacht werden. Dieser wusste zunächst so gar nicht, was er für das Diebesgut verlangen sollte. Er forderte 30 Tragerl Bier. Man einigte sich schließlich auf zehn Tragerl und Brotzeit für alle.

Gerne hätte die Bürgermeisterin auch den Dirndln einen Gefallen getan, die hatten die Grabenstätter Burschen wohl zuhause vergessen. Gefragt, wo denn die Dirndln seien, antwortete einer schlagfertig, dass man sich die doch in Staudach suche.

Beim Aufstellen griffen die Trachtler dann doch lieber auf ihre eigenen, erfahrenen Männer zurück. Mit Schwaiberl und Muskelkraft war es nach fast zwei Stunden geschafft und der Baum stand kerzengerade, fest verankert an seinem Platz. Währenddessen wurde bei der Tourist-Information musikalisch unterhalten und auch die Trachtenkinder konnten einige Tänze zeigen. Für das leibliche Wohl der vielen Gäste und Schaulustigen war ebenfalls mit hausgemachten Kuchen und Brotzeiten gesorgt.

Nun soll der Maibaum wieder fünf Jahre stehen, sofern ihm nicht ein Blitz ein vorzeitiges Ende bereitet und dann das nächste Maibaumaufstellen mit Maibaumfest auf den Plan ruft. Sicher ist jedenfalls, dass die Gemeinde in den vergangenen zwei Jahren ohne große Veranstaltungen das Feiern nicht verlernt hat – im Gegenteil.

tb