Das LF20 Kat ist eingetroffen

Ein Fahrzeug der Feuerwehr fährt mit Blaulicht über eine Straße
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Symbolbild Foto: Daniel Bockwoldt/dpa/Symbolbild Foto: dpa

Staudach-Egerndach – Nach 32 Jahren hat das Einsatzfahrzeug der Feuerwehr Staudach-Egerndach nun ausgedient. Ersetzt wird das LF8 durch ein LF20 Kat. Nach über zwei Jahren des Wartens wurde das neue Fahrzeug nun am Feuerwehrhaus in Empfang genommen. Neben dem schönen Fahrzeug waren viele glückliche Gesichter zu sehen. Das alte LF 8 hat gute Dienste geleistet. Doch nun hat es nach 32 Jahren ausgedient. Obwohl gerade einmal 20 000 Kilometer auf dem Tacho, werden Reparaturen immer komplizierter, da keine Ersatzteile mehr zu erhalten sind.


Drei aktive Feuerwehrmänner, darunter Kommandant Michael Sturm, hatten das neue Fahrzeug in Linz überprüft, ob alle Einbauten vorgenommen wurden. Vorab waren Einsatzgeräte, die im alten LF 8 enthalten waren, ins Werk geschickt und dann verbaut worden. Nach der Überprüfung erhielten die Feuerwehrkameraden noch eine spezielle Einführung. Das hochtechnisierte Fahrzeug ist in der Bedienung nicht ganz einfach zu händeln und so wird es auch in den nächsten Tagen für die anderen Mitglieder der Feuerwehr noch spezielle Übungen geben, bevor das neue Fahrzeug dann auch in den Einsatz geschickt wird.

Das neue MAN-Fahrzeug mit Rosenbauer Aufbau verfügt über 290 PS und Allrad. Es ist vielseitig verwendbar, sowohl bei Bränden, im Katastrophenfall, bei Hochwasser als auch bei Verkehrsunfällen. Eine komplette Mannschaft mit neun Aktiven inklusive Fahrer findet Platz. Besonders von Vorteil ist, dass dieses Fahrzeug nun auch einen Wassertank mit 1600 Litern sowie 30 Meter Schlauch besitzt und so der schnelle Einsatz möglich ist, ohne vorher lange Rohrleitungen verlegen zu müssen. Es kann sowohl mit Wasser als auch mit Schaum gelöscht werden. Dies ist alles computergestützt. In der Mannschaftskabine können sich die Atemschutzträger anziehen und für den Einsatz vorbereiten. Auch das spart erheblich Zeit. Eine perfekte Ausleuchtung des Einsatzbereichs wird dadurch gewährleistet, dass man einen Teleskop-Scheinwerfer nach oben fahren und in alle Richtungen drehen kann.

Um das 16 Tonnen schwere Fahrzeug fahren zu dürfen, ist ein Lkw-Führerschein erforderlich. Doch auch diesbezüglich ist die Wehr bestens ausgestattet.

Michael Sturm führte vor, wie schnell man an die jeweiligen Instrumente und Geräte in dem aufgeräumten, durchdachten Fahrzeug gelangt. Die rechte Seite des Fahrzeugs ist für den Einsatz an Unfallorten vorbereitet. Selbst ein kleines Waschbecken für die Kameraden ist vorhanden. Kommunizieren ist von der Fahrerkabine bis zum hinteren Bereich des Fahrzeugs über Funk möglich.

Wie Bürgermeisterin Martina Gaukler informierte, kostet das Fahrzeug rund 412 000 Euro, eine Investition, die gut angelegt sei. Eine gut ausgestattete Feuerwehr sei für die Gemeinde wichtig, so Gaukler. Bei vielen Einsätzen, gerade auch bei den Hochwassereinsätzen, zeigte sich die Notwendigkeit dieser schnellen Einsatztruppe. »Ich wünsche Euch gutes Gelingen bei der Bewältigung der Wahnsinnsaufgaben. Ich wünsche Euch viele freudige Betriebsstunden mit dem neuen Fahrzeug und wenig dramatische Einsätze«, sagte sie zu den Floriansjüngern.

In den nächsten Wochen wird das alte LF 8 noch im Einsatz bleiben. Dann aber heißt es: Abschied nehmen. Wie berichtet wurde, habe sich bereits eine Filmproduktionsfirma für das Fahrzeug interessiert und so kann es sein, dass irgendwann das alte Feuerwehrfahrzeug auf der Kinoleinwand zu sehen ist.

tb