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»Amygdala« im Chiemgau gedreht

4.3
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Staudach: Kurzfilm "Amygdala" im Chiemgau gedreht – Mysteriethriller zeigt Klimakatastrophe
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Spielen im Film »Amygdala« mit: Die Schwestern Antonia (rechts) und Magdalena Brunnhuber aus Erlstätt. (Foto: »Schuldenberg Films«)

Staudach-Egerndach – Der Bad Endorfer Regisseur Fabian Altenried hat sich mit seinem Kurzfilm »Amygdala« dem brisanten Thema Klimakatastrophe angenommen. Die Produktionsfirma »Schuldenberg Films« drehte in der Region und auch in Staudach-Egerndach mit einheimischen Laiendarstellern.


Gut aufgenommen fühlten sich das Filmteam wie auch die Darsteller bei Astrid Lindlacher in Staudach-Egerndach, die sich nicht nur um das leibliche Wohl kümmerte.

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Der Name »Amygdala« bezeichnet den »Mandelkern« im limbischen System des Gehirns, der zuständig ist für das Empfinden von Angst und Furcht. Gerade diese Angst und Furcht vor der Klimakatastrophe sind es, die im Film so präsent sind und die Protagonisten anders handeln lassen, als erwartet.

Durch die Umweltkatastrophe und den Klimawandel ändert sich drastisch das Leben in einem bayerischen Dorf. Mensch und Tier reagieren auf die neuen Lebensbedingungen mit schweren Krankheiten. Bei den Tieren platzen Trommelfelle, Menschen leiden. Der Film, der zwei Jahre lang vorbereitet wurde, nimmt sich dem irrationalen Handeln der Dorfbevölkerung angesichts der Katastrophe an.

Wenn auch überspitzt, so widmet sich Regisseur Fabian Altenried in dem Film »Amygdala« genau den Themen, vor denen alle Angst haben – den unbekannten Auswirkungen des Klimawandels. Zum einen handelt es sich um einen Mysteriethriller, zum anderen um einen Heimatfilm, in dem die bayerische Heimat des Filmemachers massiv in Gefahr ist. Zu den Vorbereitungen zählte auch das Züchten von Disteln, damit diese im Winter blühen.

An zehn Tagen wurde gedreht, unter anderem auch in dem über 200 Jahre alten Bauernhof von Astrid Lindlacher. Dieser verwaiste Hof liegt etwas abseits idyllisch auf einem Hügel und bietet einen wunderschönen Panoramablick in das Egerndacher Tal und auf die Kirche.

Eigenartige Stimmung während des Drehs

Allerdings macht sich während des Drehtags eine eigenartige Stimmung breit, denn anstatt, wie zu dieser Jahreszeit üblich, sieht man keine schneebedeckten Wiesen. Das Tal ist trist in Regen und Nebelschwaden gehüllt. Eigentlich die perfekte Kulisse, wenn es nicht doch direkt an das Thema des Films erinnern würde.

Um möglichst authentisch zu sein, war es dem Regisseur wichtig, die Rollen mit einheimischen, der bayerischen Sprache mächtigen Personen zu besetzen. Beim Casting fiel die Wahl unter anderem auf die Familie Brunnhuber aus Erlstätt. Sowohl Josefine, wie auch die beiden Töchter Antonia und Magdalena spielen in den Hauptrollen, und selbst Vater Martin ist in einer Komparsen-Rolle zu sehen.

Weitere Darsteller sind Tobias und Julia Huber. Professionelle Unterstützung erhielten die Laiendarsteller von den Schauspielern Julius Feldmeier aus Berlin und Julia Urban aus Prien. Bei der engen Taktung der Drehtage blieb kaum Zeit zum Verschnaufen für das 16-köpfige Drehteam. Am Set wurde hoch konzentriert gearbeitet und doch sind im Nachhinein alle begeistert.

Gedreht wurde in Staudach-Egerndach, aber auch in Aschau am Hamberger Hof, in Tacherting im Pfarrhof, im Flintsbacher Klettergarten, auf der Schopperalm in Kiefersfelden, im Sägewerk Rinser in Prien sowie am Höglhof in Ruhpolding. Tagelang wurden die Schauplätze gesucht. Ein Teil des Teams war hiermit beschäftigt.

Der 30-minütige Kino-Kurzfilm wird bei Filmfestivals vorgestellt. Ob er auch hierzulande in den Kinos landet, ist abzuwarten. Sicher würde er die Menschen der Region interessieren, auch wenn ein düsteres Bild von der Zukunft gemalt wird. Übrigens spielt der Film in der Jetztzeit und der Zukunft gleichermaßen. tb