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Zwei Varianten – ein gemeinsames Ziel für Siegsdorfs »Neue Mitte«

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Siegsdorf: Zwei Varianten – ein gemeinsames Ziel für »Neue Mitte« (Ortskerngestaltung)
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Das Bild zeigt einen Blick von etwa der Mitte des überplanten Areals in Richtung Norden zum ehemaligen Postgebäude (links) und den Stellplätzen an der Bahnhofstraße im derzeitigen Zustand. (Foto: Krammer)

Siegsdorf – Ausführlich beschäftigte sich der Gemeinderat Siegsdorf mit der Vorstellung von zwei Planvarianten zur künftigen Bebauung und Gestaltung von »Siegsdorfs Neuer Mitte« im Bereich des Bebauungsplanes »Ruhpoldinger Straße/Ost«.


Das Thema »Ortskern-Entwicklung Siegsdorf«, das auch den Gemeinderatswahlkampf dominiert hatte, beschäftigt Gemeinderat und Verwaltung bereits seit Herbst 2016, als im Rahmen des Interkommunalen Entwicklungskonzeptes (IKEK) in Zusammenarbeit mit den Gemeinden Ruhpolding und Inzell der Planungseinstieg erfolgte. Zwei Gebiete, die Entwicklungsfläche zwischen der Ruhpoldinger Straße und der Bahnhofstraße sowie der Bereich des Kardinal-Faulhaber-Platzes kristallisierten sich dabei als Schwerpunkte für Siegsdorf heraus.

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Auch waren in mehreren Treffen Bürger am Entwicklungsprozess beteiligt, aus deren Ergebnissen eine »vorbereitende Untersuchung zur Ortskernsanierung« resultierte.

Bürgermeister Kamm verdeutlichte an Hand einer Präsentation die Aufteilung des Areals in drei Bereiche. Im Norden soll ein öffentlicher Raum entstehen, der für Soziales, Versorgung und Wohnen genutzt werden könnte, der mittlere Teil wäre für Wohnen und Dienstleistungen mit Nutzungen im Erdgeschoß geplant und der südliche Teil im Anschluss an das Feuerwehrhaus wäre als Gewerbefläche für ein größeres Gebäude mit einer Wirtschaftsprüfer-Kanzlei vorgesehen.

Dieses Arbeitsmodell wurde in Zusammenarbeit mit Kreisbaumeister Rupert Seeholzer, sowie den Investoren und Planern weiterentwickelt und stellt die Grundlage für das vorliegende Planungskonzept dar. Es wurde vom Planungsbüro Hohmann-Steinert in den Entwurf für den Bebauungsplan »Ruhpoldinger Straße Ost« übersetzt.

In den letzten Monaten hatte sich auch der Siegsdorfer Gewerbeverbund mit dem Vorsitzenden Dr. Jürgen Leikert intensiv mit den Planungen auseinandergesetzt und eine eigene Untersuchung in Auftrag gegeben. Gregor Aigner und Manfred Winkler erläuterten dem Gemeinderat die Grundlagen ihrer Gestaltungsvariante. »Wir haben mit dem Blick des Außenstehenden auf das Areal geschaut«, betonten die beiden Planer, die völlig frei und ohne Vorgaben ihre Vorstellungen umsetzen konnten.

Auch ihr Vorschlag ist im Grunde in die drei Bereiche Gewerbe, Wohnen und öffentlicher Raum gegliedert. Der nördliche Teil wird dabei jedoch wesentlich großzügiger mit einem großen offenen Platz geplant, der als »vernetzendes Element« die vielen bisherigen »kleinen Zentren« der Dorfmitte verbindet. Bei der Platzplanung wurde der Schwerpunkt auf die freie Blickbeziehung und eine fußläufige Verbindung zwischen den zwei Baudenkmälern »Bahnhof« und »Beim Bauernschmied« gelegt. Die Baukörper des mittleren Teils sind großzügig ohne besondere Nutzungsvorgaben geplant und mit einer durchgängigen offenen Grünfläche verbunden.

Der Gewerbeteil ähnelt dem der Variante 1, wird aber durch eine Verkehrsverbindung zwischen Ruhpoldinger Straße und Bahnhofstraße vom Feuerwehrhaus getrennt. Überhaupt legten die Planer großes Augenmerk auf das Thema Verkehr. Vor dem Bahnhof ist an eine Einbahnregelung gedacht, der Verkehr auf der Bahnhofstraße müsste dann im U-Verkehr stattfinden, wobei mit einigen Schrägparkplätzen zusätzliche Stellplätze geschaffen werden könnten. Unter dem gesamten Plangebiet wäre auch eine große Tiefgarage zu verwirklichen.

Die Planer Aigner und Winkler konnten ebenso wie Hohmann viele Übereinstimmungen der beiden Varianten erkennen, wesentliche Unterschiede werden jedoch im nördlichen Teil mit der Platzgestaltung, sowie bei der Stellplatz-Gestaltung und der Verkehrsführung deutlich.

Bei der Diskussion, an der sich fast alle Ratsmitglieder beteiligten, wurden Fragen zur Verkehrsführung, zu den Stellplätzen und den Eigentumsverhältnissen auf dem Areal gestellt und vom Bürgermeister oder den Planern meist beantwortet. Auch Kreisbaumeister Rupert Seeholzer beantwortete Fragen.

Kamm verwies abschließend darauf, dass am Tag nach der Sitzung ein weiteres Treffen des Ortsentwicklungs-Ausschusses stattfindet, zudem auch der Investor geladen ist, um seine aktuellen Vorstellungen darlegen zu können. »Wir haben für den südlichen Teil einen solventen Investor aus der Region mit interessanten Arbeitsplätzen mitten im Ort«, meinte Kamm und verdeutlichte: »Die Gemeinde hat zwar die Planungshoheit, aber Eigentum verpflichtet und wir brauchen zur Umsetzung unserer Vorstellungen einen Konsens mit den anderen Grundstücksbesitzern«. FK

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