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Das Bild von der Fahnenweihe am 8. Juni 1952 zeigt (vorne von links) Susanne Abstreiter mit dem Fahnenband der Dirndln, Katharina Lohwieser, die das Kissen mit dem Fahnenkranz trägt, Marie Dufter mit dem Trauerband, dahinter Fahnenbraut Sabine Plenk mit der noch verhüllten Fahne und Fahnenmutter Viktoria Krispler. (Repro: Krammer)

Vinzenziverein Hammer besteht seit 70 Jahren

Siegsdorf – Seit 70 Jahren ist der Vinzenziverein Hammer fester Bestandteil des Dorflebens, ist bei allen gemeinsamen Aktionen der Dorfgemeinschaft präsent und kümmert sich seit Jahrzehnten auch um das Aufstellen des Maibaums in Hammer. Dieses Jubiläum feiert der kleine, aber aktive Verein am kommenden Samstag mit einem Fest rund um den neuen Vereinsstadel im Kurpark in Hammer.


Um 14 Uhr wird Bruder Franz aus Maria Eck einen Dankgottesdienst zelebrieren, dem die Jubiläumsfeier folgt. Dabei wird alte Handwerkskunst wie das Deichelbohren, der Holzbrunnenbau oder das Beladen eines Holzschlittens per Hand mit Baumstämmen, so wie das früher für Holzknechte die Winterarbeit war, vorgeführt. Ein Motorsägen-Schnitzer wird zeigen, wie aus einem Holzstamm verschiedene Figuren entstehen können. Durch das Programm, an dem auch die Hammerer Goaßlschnalzer und der GTEV D'Sulzberger Hammer mitwirken, führt Heinrich Albrecht. Enthalten ist auch eine Dia-Bilderschau über das Maibaumaufstellen von Erwin Kurz senior. Neben der 6-Egg-Musik spielen die Viaschupf-Musi aus Hammer und die Blaskapelle Neukirchen zünftig für alle Besucher auf. Mit Kaffee und Kuchen und heimischen Schmankerln sorgen die Mitglieder der Hammerer Vereine für die Verpflegung.

Fahnenweihe am 8. Juni 1952

Im März 1952 entschieden sich einige Holzknechte aus Hammer dazu, einen Verein zu gründen. Als Patron für den Vereinsnamen wurde der heilige Vinzenz von Saragossa verwendet, da dieser auch der Patron der Holzknechte und Waldarbeiter ist. Am Sonntag, den 8. Juni 1952 war es dann soweit, dass die Vereinsgründung bei einem festlichen Gottesdienst und der Weihe der Vereinsfahne durch Pfarrer Johann Haider gefeiert werden konnte. Fahnenmutter Viktoria Krispler überbrachte die Fahne, übergab diese zur Weihe an Fahnenbraut Sabine Plenk und spendierte dazu ein Ehrenband. Susanne Abstreiter zierte die Fahne mit einem Ehrenband der jungen Dirndl aus Hammer und Marie Dufter heftete das Trauerband an die Fahne.

Zum Vorsitzenden des Vereins wurde Konrad Seehuber senior gewählt, Das Amt des Stellvertreters übernahm Johann Dufter, Schriftführer Simon Hochneder und Kassier Peter Gimpl komplettierten die Vereinsführung. Zum Fähnrich hatte man Georg Dufter bestellt.

Der Verein hatte laut der festgelegten Satzung folgende Aufgaben: Die Belange des neuen Vinzenziver-eins zu wahren und die Organisation und Durchführung von Brauchtumsveranstaltungen und Tänzen zum Zwecke sozialer Wohltätigkeiten und zum Erhalt des Kriegerdenkmals in Hammer zu unterstützen. So wurden in den ersten Ver-einsjahren viele Tanzveranstaltungen wie das Weiber- und Dirndlkranzl, der Bauernball oder die Mai- und Kathreintänze im Saal des Wirts in Hammer organisiert. Ende der 1950er-Jahre wurde in Hammer der Wunsch laut, eine Trachtentanzgruppe zu gründen, auch dabei war anfänglich der Vinzenziverein im Gespräch. Nach längeren Verhandlungen kristallisierte sich jedoch die Bildung eines eigenständigen Trachtenvereins heraus, die 1963 mit der Gründung des GTEV D'Sulzberger Hammer erfolgte. Im Jahr 1962 beschloss der Ausschuss des Vinzenzivereins, in Hammer erstmals einen Maibaum aufzustellen. Seither konnten vor dem Gasthof Hammerwirt elf Maibäume, der letzte im Jahr 2016, aufgestellt werden. Der erste Maibaum im Jahr 1962, zu dem Dieter Kübler die noch heute verwendeten Zunftzeichen entworfen und bemalt hatte, wurde damals von einigen Hammerer Burschen gestohlen und pünktlich wieder zurückgebracht. Der Maibaum gehört seither neben der Pflege des Kriegerdenkmals zu den Hauptaufgaben des Hammerer Vinzenzivereins.

Vorsitzender Georg Dufter junior ist stolz darauf, zusammen mit den Mitgliedern und der Vereinsführung nun das 70-Jahr-Jubiläum gebührend feiern zu können und freut sich auf viele interessierte Besucher im Hammerer Kurpark.

FK

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