Verkehrspolizei zieht umfrisierte Sattelzugmaschine aus dem Verkehr

Bildtext einblenden
Foto: dpa/Symbolbild

Siegsdorf – Die Verkehrspolizei Traunstein zog am Dienstag, 4. Januar, einen Lkw aus dem Verkehr, bei dem die Fahrgestellnummer mit der Zulassungsbescheinigung und dem Typenschild nicht übereinstimmte.


Die VPI Traunstein kontrollierte einen 43-jährigen serbischen Kraftfahrer, der mit seinem kroatischen Sattelzug auf der A8 Höhe Bergen in Richtung Salzburg unterwegs war. Bei der Identifizierung der Zugmaschine fiel den Beamten auf, dass die in den Fahrzeugrahmen eingeschlagene Fahrgestellnummer mit der Zulassungsbescheinigung und dem Typenschild, welches augenscheinlich erst kürzlich neu angebracht worden war, nicht übereinstimmte.

Nach umfassenden Ermittlungen geht die Polizei davon aus, dass die tatsächlich im Jahr 2011 produzierte Sattelzugmaschine mit Papieren und Typenschild einer 2008 erstmalig zugelassenen Zugmaschine ausgestattet wurde, um die für kroatische Lkw mit Erstzulassung ab 2010 vorgeschriebene Verwendung eines digitalen Fahrtenschreibers zu umgehen. Tatsächlich war in dem Fahrzeug ein analoger Tachograf verbaut, wobei diese mit Tachoscheiben zu betreibenden Geräte aller Erfahrung nach erheblich größeren Spielraum für Tricksereien bei der Dokumentation von Lenk- und Ruhezeiten bieten als die modernen digitalen Tachografen.

Die Weiterfahrt wurde dem Serben an Ort und Stelle untersagt, amtliche Kennzeichen und Zulassungsbescheinigung wurden sichergestellt. Nach Beweisaufnahme und Klärung der Eigentumsverhältnisse an der Zugmaschine erhielt der Spediteur die Erlaubnis, das Fahrzeug abzuholen. Die Verkehrspolizei Traunstein wird gegen den Verantwortlichen der kroatischen Spedition Strafanzeige wegen Urkundenfälschung bei der Staatsanwaltschaft Traunstein erstatten. Des Weiteren muss das Unternehmen mit einer Ahndung des Verstoßes gegen die Pflicht zur Verwendung eines digitalen Tachografen rechnen.

fb/red

Mehr aus Siegsdorf