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»Unübersichtlicher Start« für neuen Siegsdorfer Gemeinderat

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Siegsdorf: »Unübersichtlicher Start« für neuen Gemeinderat
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Das Bild vom Erweiterungsbau des Kindergartens Eisenärzt zeigt den neuen gemeinsamen Eingangsbereich des Kindergartens (rechts) und der neu angebauten Kinderkrippe (links) mit der Glaskuppel über dem großen Gruppenraum. (Foto: Krammer)

Siegsdorf – Im Rahmen der konstituierenden Sitzung des Gemeinderats informierte Bürgermeister Thomas Kamm vor allem die »Neuen« über die Projekte der nächsten Monate und die schwierige Arbeit der Verwaltung in Zeiten der Corona-Pandemie.


»Diese besondere Sitzung hier im Festsaal unter den derzeitigen Voraussetzungen und der besonderen Situation wird nicht nur den neuen Ratsmitgliedern lange in Erinnerung bleiben«, resümierte Kamm unter der Rubrik »Informationen und Anfragen«. Er verwies auf die ungewisse Entwicklung der nächsten Wochen und Monate.

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»Es kann uns niemand genau sagen, wie sich Wirtschaft und Politik entwickeln werden«, meinte Kamm mit Blick auf viele derzeitig fragliche Projekte im gemeindlichen Haushalt. Trotzdem sei die Gemeinde gewillt, viele anstehende Maßnahmen so gut es geht voranzutreiben.

Besonders verwies er dazu auf die Beratungen und Planungen im Bereich der »neuen Mitte« zwischen Ruhpoldinger Straße und Bahnhof sowie auf die städtebauliche Entwicklung des Kardinal-vonFaulhaber-Platzes. Die Weiterentwicklung des Kinderbetreuungsangebots nach Bedarf und unter Berücksichtigung der Förderstrukturen sowie die Weiterführung des Wohnbau-Projekts Augraben stünden ebenso auf der Agenda wie die Neuausrichtung des Museums mit zukunftsfähigen Strukturen und die Verbesserung der Breitband- und Mobilfunk-Versorgung.

Im Bereich der Straßensanierungen seien die vorbereitenden Arbeiten zur Sanierung an der Otto-Kögl-Straße, der Friedensstraße und in Höpfling im Gange. Auch für die Zufahrt nach Gerhartsreit, die Sanierung der Königsberger Straße und des Sparzer Wegs liefen bereits Planungsarbeiten. »Die Sanierung und Erweiterung der Turnhalle und der KitaAusbau in Eisenärzt sind dank des Engagements der beteiligten Firmen voll im Zeitplan«, freute sich Kamm und betonte, dass auch die Sanierung des Freibads im geplanten Zeitraum (ab Herbst 2020) abgewickelt werde.

In diesem Zusammenhang gab Amtsleiter Hermann Haslinger auch zwei Auftragsarbeiten zur Erweiterung des Kindergartens Eisenärzt bekannt, die der Gemeinderat in nicht öffentlicher Sitzung beauftragt hatte.

Die Fliesenlegerarbeiten wurden nach beschränkter Ausschreibung und Bewertung durch das Büro Chaloupka zum Angebotspreis von 48.823 Euro an die Firma Reitz aus Siegsdorf vergeben und nach vergleichbarer Prozedur bekam die Firma Namberger aus Traunstein zum Angebotspreis von 45.180 Euro den Zuschlag für die Bodenbelagsarbeiten.

Auch über die derzeitige Situation der Verwaltung und der gemeindlichen Einrichtungen unter erschwerten Bedingungen durch die Pandemie-Auflagen informierte der Bürgermeister den Gemeinderat.

Eine Öffnung des Freibads erscheint derzeit äußerst fraglich. Es gebe nach wie vor keine verlässliche zeitliche Perspektive, so Kamm. Das Personal des Bads werde momentan zur Verstärkung des gemeindlichen Wasserwerks eingesetzt. Das Naturkunde- und Mammut-Museum kann nach aktuellem Stand Anfang Juni wieder öffnen und die Sonderausstellung »Auerochsen« präsentieren. Die Museumsverwaltung arbeite bereits an der Umsetzung des notwendigen Hygiene- und Sicherheitskonzepts, um entsprechend reagieren zu können. Die Tourist-Information habe ihre Stundenzahl deutlich reduziert und befasse sich mit unterstützender Arbeit für den Chiemgau-Tourismus zur Entwicklung der Situation angepasster Angebote für Urlauber.

Die Verwaltung sei fast täglich mit neuen Anforderungen aus dem Schulbetrieb konfrontiert. Schwierig gestalteten sich dabei vor allem die Umsetzung der Hygieneanforderungen und ein geordneter Schulbusbetrieb. Große Schwierigkeiten und teils dramatische Folgen sah Kamm aber für den Einzelhandel, in der Gastronomie und bei den Hotel- und Beherbergungsbetrieben, für die die andauernden Einnahmeverluste mittlerweile existenzgefährdend seien.

Der mit den Nachbargemeinden beschäftigte IKEKFlächenmanager versuche, in kleinen Schritten Unterstützung zu leisten. »Die großen Schritte sollten allerdings bald von der Politik kommen«, hoffte Kamm und versicherte: »Die Gemeinde wird auch diese turbulenten Zeiten mit täglich neuen Herausforderungen und Bestimmungen meistern und ihre Aufgaben erfüllen können.«

Abschließend ermunterte Kamm das neu gewählte Gremium, das gewaltige vor ihm liegende Programm der nächsten Jahre beherzt und mutig anzugehen und mit gemeinsamer Kraftanstrengung die Gemeinde Siegsdorf zum Wohle aller Bürger weiter zu entwickeln und in eine hoffnungsvolle Zukunft zu führen. FK

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