Bildtext einblenden
Das Bild zeigt die Südansicht des Gebäudes (Bahnhofstraße) mit dem Eingangsbereich in die künftige Tourist-Information, der von beiden Seiten über barrierefreie Rampen erschlossen werden soll.

Umbau des Postgebäudes zur Tourist-Info geht voran

Siegsdorf – Der Gemeinderat Siegsdorf hat sich zum Umbau des ehemaligen Postgebäudes zur Tourist-Information nun auf die Planungsvariante 8b geeinigt und den Weg zur weiteren Planung frei gemacht. Nachdem in der Sitzung am 4. Oktober die Beschlussfassung vor allem wegen der hohen Kosten zurückgestellt worden war, wurde in den Ausschüssen noch einmal intensiv an dem Projekt weitergearbeitet.


Die daraus resultierenden Ergebnisse hat die Architektin Ulrike Oel nochmals überarbeitet und in der Variante 8b zusammengestellt und eine aktuelle Kostenschätzung erarbeitet. Die Kosten für die Sanierung und energetische Ertüchtigung des Gebäudes, sowie den Umbau, die Sanierung des Kellers und die Außenanlagen ergeben dabei eine Nettosumme von etwa 700 500 Euro. Aufgrund der derzeitigen Marktsituation sind Baupreissteigerungen dabei schon einkalkuliert.

Maßgeblich seien bei dieser Maßnahme die Netto-Preise, da die Gemeinde im Tourismusbereich zum Vorsteuerabzug berechtigt ist, wie Bürgermeister Thomas Kamm dazu bekannt gab. Er betonte, im vorliegenden Entwurf und der Kostenschätzung seien neben der Sanierung des Kellers auch alle Baumeisterarbeiten in Keller- und Erdgeschoß, der Austausch der Fenster und Türen, die Ausstattung der Tourist-Info mit Mobiliar, IT usw. sowie die Außenanlage enthalten. Auch eine mögliche Innendämmung des Erdgeschoßes wurde berücksichtigt. Nach Abschluss der Baumaßnahme und des Umzugs sei mit einer Förderung über das RÖFE-Förderprogramm (Richtlinien zur Förderung von öffentlichen touristischen Infrastruktureinrichtungen) in Höhe von ca. 40 Prozent zu rechnen, was einem Betrag von rund 280.000 Euro entspräche. Die Eigenleistungen der Gemeinde belaufen sich also auf etwa 420.500 Euro netto.

Wesentlicher Unterscheid zu früheren Planungen ist der einhellige Wunsch vieler Gemeinderäte, den Eingangsbereich von der Bahnhofstraße (Süden) beizubehalten. Dazu hat die Planerin nun eine Lösung mit einer kompletten Rampe aus Richtung des Bahnübergangs und einer geteilten Rampen- oder Treppenlösung von der Hauptstraße vorgeschlagen. Dabei soll am Gebäude eine flache Treppe entstehen, die aber auch noch Platz für eine 1,20 Meter breite Rampe als Zugang von Westen ermöglicht.

Christina Haas (CSU) wollte etwas über den Termin der Fertigstellung und die künftige Heizung wissen und wünschte sich eine Verbesserung der Westansicht von der Hauptstraße. Bürgermeister Kamm verwies darauf, dass im Zuge der Bauarbeiten an den Bahnübergängen auch eine Heizungsleitung unter dem Bahnkörper verlegt werden kann und dann eine Verbindung der Heizungsanlagen von Rathaus, Postgebäude und Weinmüllerhaus erfolgen wird. Der Standort der künftigen Heizzentrale ist aber noch abzuklären.

Ein Fertigstellungstermin sei in der derzeitigen Situation im Baugewerbe nur schwer zu prognostizieren, bedauerte Bürgermeister Kamm, der Wunsch der Verwaltung wäre eine Inbetriebnahme zum Jahresende 2023. Den Vorschlag zur gefälligeren Gestaltung der Westansicht wird er an die Planerin weitergeben.

Auf die Frage zur Art der Trockenlegung des bestehenden Kellers durch Gemeinderätin Marlis Neuhierl-Huber konnte Bauamtsmitabeiter Wolfgang Geistanger auf bereits getätigte Arbeiten verweisen, die ergaben dass das Gebäude von außen offenbar dicht und die bisherigen Probleme vermutlich »hausgemacht« seien.

Nachdem die Ratsmitglieder die Planunterlagen und die Kostenschätzung bereits vorab einsehen konnten, kam keine weitere Diskussion mehr auf und der Gemeinderat genehmigt einstimmig die Weiterverfolgung des Projektes auf der Grundlage der Planungsvariante 8b.

Ein dazu vorliegender Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen auf energetische Sanierung des ehemaligen Postgebäudes im Rahmen des Umbaus erhielt ebenfalls einhellige Zustimmung. »Der Sinn des Antrages ist ja in der Planung bereits im wesentlichen verwirklicht«, merkte Bürgermeister Kamm dazu an.

Er betonte aber auch, dass der Bau von Solar- und/oder Photovoltaikanlage auf dem Gebäude aufgrund der steilen Dachneigung und des komplizierten Dachaufbaues auszuschließen sei.

FK

Mehr aus Siegsdorf